Niederbayern und Südböhmen: Smart Regions der Zukunft?

Niederbayern und Südböhmen: Smart Regions der Zukunft?

Ziel ETZ
Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

Bayerisch-Tschechisches Impulsforum am 30. April am TC Grafenau

(V. l.) Maria Altendorfer und Prof. Hermann de Meer (beide Universität Passau), Mgr. Václav Klecanda (Stadt Tábor), Ing. Rudolf Vohnout Ph.D. (Südböhmische Universität Budweis), Prof. Diane Ahrens (Technologie Campus Grafenau), PhDr. Miloš Prokýšek (Stadt Písek), Ph.D., Dr. Günther Hribek (Transferzentrum Universität Passau), Hanna Schürzinger (Technologie Campus Grafenau)

Kooperation, nicht Konkurrenz!

Fast 40 bayerische und tschechische Interessierte aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik nahmen am 30. April an einem überregionalen Impulsforum der Universität Passau am Technologie Campus Grafenau teil. In fünf Vorträgen näherten sich Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Kommunalpolitik über verschiedenste Ansätze und Projekte der Leitfrage „Niederbayern und Südböhmen: Smart Regions der Zukunft?“. Im Anschluss an die Vorträge diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Impulsforums Zukunftserwartungen und mögliche Anknüpfungspunkte für zukünftige gemeinsame Projekte.

Nach den Willkommensreden von Maria Altendorfer, Projektmitarbeiterin des INTERREG-Projektes für Wissens- und Technologietransfer in Südböhmen und Niederbayern, und Prof. Diane Ahrens, Leiterin des Technologie Campus Grafenau, wurde zunächst im Eröffnungsvortrag das Projekt „Digitales Dorf“ vorgestellt. Dabei erläuterte Hanna Schürzinger vom Technologie Campus Grafenau die Vorgehensweise und Ziele des durch das Bayerische Wirtschaftsministerium geförderten Projektes. Mithilfe individueller Zukunftslösungen soll die Lebensqualität von Jung und Alt im ländlichen Raum gesteigert werden. Im Anschluss daran stellte Dr. Rudolf Vohnout vom Institut für Angewandte Informatik der Universität Budweis das Konzept „Smart Grid“ vor und erläuterte die konkreten Potenziale solcher intelligenter Stromnetze für die ländlich geprägte bayerisch-tschechische Grenzregion.

Prof. Hermann de Meer, Inhaber des Lehrstuhls für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation an der Universität Passau, teilte seine Gedanken und Ideen, wie man eine intelligente Regionalentwicklung gestalten könnte. Dabei sieht er große Potenziale in der Beschäftigung körperlich eingeschränkter Personen in der Landwirtschaft und ging auf Ansatzmöglichkeiten in den Bereichen Energiemanagement und Carsharing ein. Entsprechende Angebote könnte man über eine digitale Smart Regions-Plattform verwalten und für die Bevölkerung zugänglich machen.

Im zweiten Teil des Impulsforums wurden zwei Praxisbeispiele für die Umsetzung von Smart City-Konzepten vorgestellt. Als Vertreter der Stadt Písek präsentierte PhDr. Miloš Prokýšek, Ph.D. die Initiative „Smart Písek“, in deren Rahmen derzeit Projekte im Wert von umgerechnet 1,75 Millionen Euro durchgeführt werden. Václav Klecanda, stellvertretender Bürgermeister, berichtete im letzten Beitrag von den zahlreichen Ansätzen, mit welchen sich die Stadt Tábor zu einer Smart City weiterentwickeln möchte. Besondere Bedeutung misst er dabei der engen Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen den Akteuren zu. „Konkurrieren Sie nicht, teilen Sie!“, lautete sein abschließender Appell an alle Anwesenden.

In der folgenden Diskussionsrunde zeigte sich breiter Konsens über die grundlegende Notwendigkeit der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft für eine nachhaltige, technologiebasierte Regionalentwicklung des bayerisch-tschechischen Grenzraums. Dabei deuteten sich bereits erste Synergien an, die als günstige Ausgangslage für neue gemeinsame Projekte dienen können. Beim abschließenden Imbiss konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Impulsforums im direkten Gespräch erste Ideenansätze für neue Projekte entwickeln und neue Kontakte knüpfen. Der nächste konsequente Schritt ist nun, neue Partnerschaften zu festigen und Finanzierungsmöglichkeiten auszumachen. Hierbei bot das Transferzentrum der Universität Passau seine tatkräftige Unterstützung an.

Das bayerisch-tschechische Impulsforum fand im Rahmen des INTERREG-Projekts „Aufbau des Wissens- und Technologietransfers im Grenzraum Südböhmen/Niederbayern“ statt, das durch die Europäische Union im Rahmen des Programms zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit Bayern–Tschechische Republik, Ziel ETZ 2014-2020 (INTERREG V), finanziert wird.

Über den Technologie Campus Grafenau

Als Einrichtung der Technischen Hochschule Deggendorf (THD) für angewandte Forschung bündelt der TechnologieCampus Grafenau (TCG) das Know-how der THD in drei interdisziplinären Forschungsfeldern „Smart Region“ (Digitales Dorf), „Business Data Analystics & Optimization“ sowie „Applied Artificial Intelligence“. Die Forschungsfelder richten sich nach großen Herausforderungen unserer Zeit: Digitalisierung in Industrie und Gesellschaft, Urbanisierung, Nachhaltigkeit. Das hochqualifizierte ca. 40-köpfige Team bearbeitet in enger Zusammenarbeit mit Handels- und Industrieunternehmen, Kommunen und Forschungseinrichtungen zukunftsorientierte Projekte wie Digitalisierung im ländlichen Raum, Industrie 4.0, Verringerung der Lebensmittelverschwendung, Sensordatenanalysen und Betrugserkennung. Kernkompetenzen umfassen u.a. Algorithmen- und App-Entwicklungen, Datenbank- und Cloudtechnologien, Materialflussoptimierung, statistische Datenanalysen ebenso wie maschinelle Lernverfahren. Der TCG fühlt sich der Region „Bayerischer Wald“ verbunden und verfolgt seine Vision, dessen vielfältigen Potentiale aufzuzeigen, zu stärken und weiterzuentwickeln: Silicon Forest.

 

 

Logo der TH Deggendorf

Programm

Uhrzeit  Programmpunkt
13:30Registrierung
14:00Begrüßung und Einführung
14:15DAHOAM 4.0: Regionale Smartness-Ansätze als Chance für ländliche Regionen in Bayern
Das Modellprojekt „Digitales Dorf Bayern“

Hanna Schürzinger
Technologie Campus Grafenau
14:45Simulation eines Microgrids eines typischen KMU in der Grenzregion

Dr. Rudolf Vohnout
Institut für Angewandte Informatik, Universität Budweis
15:15Smart Region: Grün und sozial

Prof. Dr. Ing. Hermann de Meer
Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation
15:45Kaffeepause
16:05„Smart City Písek“

PhDr. Miloš Prokýšek, Ph.D.
Stadt Písek
16:35"Smart City Tábor" – Kooperation statt Konkurrenz

Mgr. Václav Klecanda
Stadt Tábor
17:05Abschluss und Diskussion
17:30Netzwerken bei Brotzeit
18:00Ende der Veranstaltung