Was ist Mediensemiotik

Was ist Mediensemiotik

Aus zeichentheoretischer Perspektive sind Medien materielle, technische und sozial institutionalisierte Kommunikationsmittel, die der Herstellung, Verbreitung und Verarbeitung von Zeichen dienen.  Mediale Zeichen übernehmen - zu Zeichensystemen geordnet - in der Kultur die Funktion kultureller Selbstreproduktion und ermöglichen auf diese Weise die Verständigung über kulturelle Werte und Normen. Über mediale Zeichen konstituiert sich die historisch variable, ästhetische Konstruktion kultureller Wirklichkeit in den Medien und durch die Medien, wodurch der Wandel von Medien und der Wandel von Haltungen, Einstellungen und Mentalitäten aufeinander bezogen werden können.  Insofern die Mediensemiotik transdisziplinär Zeichen und Zeichensysteme in Medien untersucht, liefert sie Grundlagen für die Erforschung medialer, intermedialer und multimedialer Kommunikation als solcher wie sie auch interdisziplinär in die Analyse einzelner Medienprodukte, Formate, Genres, Gattungen, Textsorten, Medien und ihrer Institutionen in unterschiedlichen Fachwissenschaften eingebunden ist.  Die Mediensemiotik steht damit an einer Schnittstelle zwischen traditionellen Wissenschaften und Disziplinen einerseits (Literatur-, Bild-, Medien- und Musikwissenschaft, Buchwissenschaft, Ethnologie, Kommunikationswissenschaft und Soziologie) und andererseits einzelnen Philologien und nationalen Kulturwissenschaften (Germanistik, Romanistik, Anglistik, Amerikanistik) sowie den historiographischen Wissenschaften (Geschichtswissenschaften, Kunstgeschichte).

Grundlagen

Soziokulturelle Systeme (Kulturen, Epochen, Gesellschaften) basieren generell auf Kommunikation. Kommunikation vollzieht sich als Austausch von Äußerungen. Äußerungen werden durch die Auswahl und Verknüpfung von Zeichen eines oder mehrerer Zeichensysteme hervorgebracht. Semiotik (allgemeine Zeichentheorie) ist das inter- und transdisziplinäre Fach, das sich mit den Strukturen und Regularitäten von Zeichen, Zeichensystemen, zeichenhaften Äußerungen, und der Kommunikation mittels zeichenhafter Äußerungen befasst.Jede Äußerung ist als Produkt einer Kommunikationssituation an ein konkretes Medium gebunden. Medien regeln, organisieren und filtern, was und wie überhaupt kommuniziert werden kann, wie die Struktur einer konkreten Äußerungen überhaupt beschaffen sein kann. Betont der Begriff ‚Äußerung’ den funktionalen kommunikativen Zusammenhang des Medienprodukts, fokussiert der Begriff 'Text' dessen internen Aufbau, seine Struktur und seine Bedeutung. Als 'Text' in diesem (weiten) Sinne wird also Folgendes verstanden:

  • Jeder Text (a) besteht aus Zeichen und hat damit – aufgrund von Kohärenz, der unterstellten Annahme eines 'Sinns' – eine Bedeutung; seiner Verfasstheit kommt also (im Unterschied zum Ornament) eine Signifikantenfunktion zu.
  • Jeder Text ist (b) als eine konkrete Manifestation aus dem möglichen Arsenal eines Zeichensystems oder der Interaktion mehrerer Zeichensysteme ein Artefakt, etwas Gemachtes; insofern ist jeder Text empirisch gegeben und beobachtbar.
  • Jeder Text vermag demgemäß (c) zumindest pragmatisch als ein in sich abgegrenztes 'Ganzes' zu erscheinen; 'Text' ist als strukturelles Gebilde zu verstehen, das sich aus der Grundbestimmung des Wortes 'Weben', 'Gewebe', 'Zusammenfassen', 'Zusammenhang' ergibt.

In ein und derselben Äußerung, in einem Medium, können verschiedene Zeichen aus unterschiedlichen Zeichensystemen, auf der Basis verschiedener Informationskanäle, kooperieren und ein gemeinsames, übergeordnetes System bilden. In Face-to-face-Kommunikation etwa interagieren die Zeichensysteme Sprache, Intonation, Gestik, Mimik, sonstige Verhaltenskodes wie Raumverhalten, Kleidungskode und bilden gemeinsam den 'Text'. In Film, Theater, Oper, Werbespot, Videoclip ergeben Sprache, Intonation, Schrift, Gestik, Mimik, Proxemik, Musik, Semantik von Licht und Farben, narrative Strukturen etc. das Zeichensystem, das das jeweilige Medium insgesamt auszeichnet, wobei Theater/Oper und Film/Werbespot/Videoclip sich u.a. durch die Dimensionen Dreidimensionalität/Körperhaftigkeit und Zweidimensionalität unterscheiden und dementsprechend andere Möglichkeiten ausbilden bzw. über solche verfügen, etwa die Relevanz der Proxemik oder allgemein die Konstituierung von Raum. Ein einfaches Beispiel sind Text-Bild-Beziehungen, in denen die beiden visuellen Zeichensysteme Schrift und statisches Bild kombiniert sind und diese Kombination den medialen 'Text' bildet.Mediensemiotik umfasst als Untersuchungsgegenstand dementsprechend prinzipiellalle zeichenhaften Äußerungen und deren kommunikative Funktion und Leistung, egal welcher medialen Provenienz, und schließt damit zum einen die Gegenstände ein, die von Filmsemiotik, Theatersemiotik, Literatursemiotik, Bildsemiotik und ähnlichen Teildisziplinen der Semiotik unter den genuin medialen und kodespezifischen Bedingtheiten betrachtet werden, zum anderen und darüber hinaus werden gerade diejenigen Aspekte fokussiert, die diesen unterschiedlichen Bereichen gemeinsam sind (siehe unten) und diejenigen, die sich intermedial, in den unterschiedlichen Formen des Zusammenspiels unterschiedlicher Medien und Texte, ergeben.Ausgegangen wird in der Mediensemiotik davon, dass jeder 'Text' MODELLSTATUS ein Modell (von Welt) entwirft,MEDIALITÄTdas er im Rahmen der durch seine spezifische Medialität möglichen textuellen VerfahrenTEXTUALITÄT 'eigenständig' inszenieren kann. KULTURALITÄT Diese 'Autonomie' ist in Abhängigkeit von seiner Kulturalität zu sehen: Jeder Text konstituiert sich im Rahmen der Faktoren einer (spezifischen, historischen) Kommunikationssituation und ist somit Dokument seiner Zeit, also der Entstehungszeit, der er entstammt, da der jeweilige Denkhintergrund (auf durchaus mannigfache Weise) in einen Text einfließen kann und der Text darauf zu beziehen ist.SEMANTIK Zugrunde liegt dem die Vorstellung, dass 'Texte' als Teile/Elemente von kommunikativen Prozessen eine Semantik aufweisen, sie also Bedeutung(en) transportieren/kommunizieren.

Modellstatus

Bereits durch die jeweilige Medialität bedingt, entwerfen Medien Modelle der Welt, bzw. liegen den Äußerungen solche zugrunde, die den Anspruch haben können, authentisch die Wirklichkeit wiederzugeben, die aber auch eigene Konstruktionen des jeweils Wünschenswerten ermöglichen: Sie können Wert- und Normensysteme vermitteln, die sie dem Benutzer zur Verhaltensorientierung anbieten.

Medialität

Übermittlung von Information ist nur möglich aufgrund von Abstraktion. Jedes Medium filtert Information nach seiner Medialität und selegiert hinsichtlich der jeweiligen spezifischen Informationskanäle, die ihm prinzipiell zur Verfügung stehen. Im Unterschied zur Face-to-face-Kommunikation entfallen beim Telefon etwa Mimik und Gestik, allein die Stimme bleibt. Bei einem Brief, im Wechsel von gesprochener zu geschriebener Sprache, entfällt zusätzlich der Klang der Stimme, in dem sich als weitere Information etwa Zustimmung/Abneigung zum Geäußerten verstecken kann. Natürlich bietet diese spezifische Medialität, Schriftlichkeit, dann wiederum zudem andere Möglichkeiten und (für spezifische Kommunikationssituationen) Vorteile.

Textualität

Texte können einen eigenen Stellenwert einnehmen und mehr als nur die kodierte Botschaft bedeuten, die über das verwendete primäre Zeichensystem dekodierbar ist. Sie können davon abweichen und aufgrund ihrer je individuellen spezifischen medialen Struktur zusätzliche Bedeutungen generieren. Dies ist augenscheinlich in den Kommunikationsformen, in denen der Text als zentraler Teil und Maßstab der Kommunikation gilt (ästhetische Kommunikation, aber auch Gesetzesstexte oder wissenschaftliche Texte).

Kulturalität

Kommunikation findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern immer in einer spezifischen kulturellen Situation und unter den Rahmenbedingungen dieser kulturellen Situation.Kommunikation ist in bestimmten Diskursen verortet: Sie kann spezialisierte Kommunikation, sie kann Alltagskommunikation sein, sie kann privat oder in der Öffentlichkeit stattfinden. Jeder ‚Text‘ ist überlieferte Rede, also eine historisch fixierte Form, die nicht unabhängig und losgelöst von ihrem raumzeitlichen Entstehungskontext, den soziokulturellen Faktoren ihrer Kommunikationssituation besteht. Auch diese Faktoren können Kommunikation beeinträchtigen und steuern, da in den Text auch dieser kulturelle Kontext und das kulturelle Wissen einfließt; der Empfänger muss darüber also ebenfalls verfügen.

Semantik

Komponenten der Bedeutungskonstituierung eines Textes ergeben sich demgemäß (a) aus den Zeichen der zugrunde liegenden Zeichensysteme (Denotation/Konnotation) und den allgemeinen Prinzipien der Textkonstituierung (Paradigma/Syntagma). Zum anderen (b) aus der Referentialität aufgrund seiner kulturell-historischen Verortung (Wissenshorizont). Schließlich (c) aus dem durch Medialität und Textualität gegebenen Modellstatus, wobei unterschiedliche Verfahren und Strategien zur Anwendung kommen können: Zur Bedeutungsgenerierung tragen insbesondere bei:(i) Medienspezifische Komponenten(ii) Poetische Verdichtung / Autoreflexivität(ii) Sekundär semantische Verfahren(iv) Rhetorische Strategien(v) Kommunikative/narrative Konzepte.

Medienspezifische Komponenten

Jedes Medium bringt aufgrund der ihm zur Verfügung stehenden Informationskanäle Texte hervor, die sich auf dieser medial bedingten Oberflächenebene, der Ebene des Discours (die konkret materiell vorliegende Abfolge bzw. Anordnung der Signifikanten) unterscheiden. Dies ist bei der Bedeutungsrekonstruktion zu berücksichtigen, da sich nur über diese Ebene Bedeutung konstituiert und die Histoire (die Ebene, was vermittelt wird) nicht unabhängig hiervon ist, sondern erst auf dieser Basis zu abstrahieren ist und sich deren Semantik erst daraus ergibt.Neben den Möglichkeiten und Bedingtheiten, die sich dabei durch die Informationskanäle und deren Interaktionen ergeben, können auch die Parameter, die die materialen Gegebenheiten des jeweiligen Mediums ausmachen, Anteil an der Bedeutungskonstituierung haben. Etwa Größe/Format, Umgebung (in einen Kontext eingebunden, integriert oder isoliert, disjunkt; innerhalb einer festen oder variablen Umgebung), insbesondere die verschiedenen Faktoren der Rezeption (bezüglich Dauer und Richtung, vorgegeben oder frei bestimmbar, Standort/Ort, Steuerung der Aufmerksamkeitslenkung, Interaktion, möglich oder nicht).Auch die folgenden Verfahren sind insofern medienabhängig, als sie je nach Medialität des Textes in unterschiedlicher Ausprägung realisierbar und unterschiedlich einsetzbar sind.

Poetische Verdichtung / Autoreflexivität

In Anlehnung an die Sprachfunktionen von Roman Jakobson lässt sich ein allgemeines Prinzip der Bedeutungskonstituierung ableiten. Hierbei wird die Struktur der Äußerung, die konkrete textuelle Verfasstheit, informationshaltig, erhält einen Eigenwert und wird selbst zum sekundären Signifikat, da autoreflexiv und selbstbezüglich der Prozess der Bedeutungsgenerierung auf sich selbst angewandt wird.Dies geschieht dadurch, dass einer Abweichung vom verwendeten Zeichensystem sekundär, in einem zweiten Schritt, wieder Bedeutung zugewiesen werden kann, da durch Systematisierung/Reduktion dieser Abweichung diese als Teil, als Zeichen eines neuen Zeichensystems erkannt werden kann, das sich ad hoc konstituiert und sich dabei zum Aufbau seiner Bedeutungen der Elemente eines anderen, bereits vorhandenen Zeichensystems bedient. Dadurch wird letztlich die Struktur der Äußerung verdichtet, wodurch eine 'Poetizität' der Äußerung erzeugt wird.

Sekundär semantische Verfahren:

Im Rahmen des grundlegenden Prinzips der poetischen Verdichtung lassen sich spezifische und grundlegende Verfahren des ästhetischen Umgangs mit gegebenem Zeichenmaterial erkennen. Kommunikation beruht häufig auf Umstrukturierungen, durch die sich in den Texten eine eigene Weltordnung artikuliert. Bei der Äquivalentsetzung wird in der Äußerung eine ‚Gleichheit’ der Signifikate hergestellt, indem im Text gemeinsame Merkmale als relevant und divergente Merkmale als irrelevant gesetzt werden. Wird bei der Äquivalenz das Gemeinsame betont und werden Unterschiede neutralisiert oder minimiert, wird bei der Opposition ein Unterschied gerade aufgebaut und als zentral gesetzt, auch wenn der Unterschied kulturell gar nicht so groß und relevant ist oder wenn es kulturell gar keinen gibt, ein Unterschied als asymmetrische Opposition also nur durch die Textstruktur selbst inszeniert wird.

Rhetorische Strategien

Hier spielen zum einen die uneigentlichen Verwendungen von Zeichen eine Rolle, wie sie in den klassischen Rhetoriken in der Elocutio als unterschiedlich konstruierte Tropen (Metapher, Metonymie, Synekdoche) klassifiziert sind. Ein eigentlicher Begriff wird durch einen anderen, der im Textkontext nicht wörtlich verwendet sein kann, substituiert.Zum anderen gehören hierher die verschiedenen Möglichkeiten der Organisation des Aufbaus eines Textes (etwa Wiederholungsfiguren), insbesondere des argumentativen Aufbaus und damit die verschiedenen Überzeugungsstrategien (etwa Sympathielenkung oder Emotionalisierung), deren sich ein Text bedienen kann.

Kommunikative / narrative Konzepte

Medien können in unterschiedlichem Maße Kommunikationssituationen abbilden bzw. Elemente davon (Sprecher, Adressaten) integrieren und für ihren eigenen Bedeutungsaufbau funktionalisieren. Ebenso kann in ihnen in unterschiedlichem Umfang und unterschiedlicher Ausprägung Geschichten erzählt werden. Die Narration in ihren unterschiedlichen Komponenten vermag dabei als Filter zu fungieren, Semantiken eines Textes zu hierarchisieren und damit erst spezifische Ordnungen als gültig zu konstituieren. Sei es, dass die Anwesenheit eines Erzählers mit dem Akzeptieren oder Verwerfen eines Norm- und Wertsystems verbunden ist, sei es, dass die Sanktionierung von Normabweichung als narrative Sanktion auf den Handlungsverlauf projiziert ist. Narrative Strukturen, kommunikative Strukturen allgemein, sind relevant, da sie sich zumeist als semantisch/ideologisch funktionalisiert erweisen lassen.

Erkenntnisinteressen

Mediensemiotik beruht auf einem semiotischen Ansatz und interessiert sich vorrangig für das Medienprodukt, also für die Inhalte, die über mediale Kommunikation transportiert werden. Im Zentrum des Interesses steht das 'Programm', also die Textstruktur der einzelnen Medienprodukte, und dessen kulturelle Relevanz, etwa für die Produktion von Ideologie.

Äußerungen sind modellbildende Systeme: Sie entwerfen Modelle einer Welt. Solche Weltentwürfe sind selbst wieder Medien der kulturellen Selbstverständigung, mittels derer eine Kultur, eine Epoche, eine Gesellschaft Ideologeme bestätigt und einübt oder infrage stellt oder verwirft. Solche Weltmodelle können folglich in unterschiedlichem Ausmaß einerseits mit der offiziellen Ideologie, andererseits mit den tatsächlichen sozialen Praktiken übereinstimmen bzw. von ihnen abweichen. In welchem Umfang sie mit diesen anderen kulturellen Teilsystemen übereinstimmen bzw. von ihnen abweichen und in welchem Umfang die Weltentwürfe der Texte bzw. Medien einer Epoche unter einander übereinstimmen bzw. divergieren, sind signifikante epochen- und kulturspezifische Variable.

Dementsprechend widmet sich die Mediensemiotik vorrangig der Analyse und Interpretation von Einzeltexten wie von Textkorpora. Im Zentrum stehen dabei die Rekonstruktion der Semantiken wie deren diskursive Verortung im jeweiligen zeitlichen/räumlichen/sozialen Kontext. Dementsprechend versteht sich die Mediensemiotik als angewandte Kulturwissenschaft basierend auf den Erkenntnissen, die aus Texten, welcher Provenienz und Prominenz auch immer, zu ziehen sind.

Medien bilden aufgrund ihrer spezifischen Medialität 'Wirklichkeit' in einer bestimmten Weise ab und konstituieren dadurch erst 'Wirklichkeit'. Diesen Konstruktcharakter zu erkennen, beschreiben zu können und dadurch zu hinterfragen, dies bildet den Inhalt einer Medienkompetenz, deren Ausbildung und Vermittlung zentrale mediensemiotische Anliegen sind.

Medienkompetenz in diesem Sinne bedeutet vor allem die Fähigkeit zum adäquaten Verstehen medialer Äußerungen, insbesondere auch in deren Verhältnis zur sozialen Wirklichkeit. Im Erkennen von Konvergenz wie Differenz zwischen dargestellten Welten und Realität lassen sich die Leistungen von Medien für die jeweilige Kultur bestimmen und hinterfragen. Eine solche Reflexion, wie Medien funktionieren, beinhaltet selbstverständlich auch, dass Kenntnisse über technische Grundlagen und das Erkennen der sozialen Prozesse und Institutionen, die diese Äußerungen wie Techniken bedingen, regulieren und hervorbringen, ebenso von Bedeutung sind. Medienkompetenz in einem solchen Sinne beinhaltet Fähigkeiten, die sich in analytisch-kognitive Kompetenzen, kommunikativ-argumentative Kompetenzen und pragmatisch-produktive Kompetenzen unterteilen lassen.

Unter analytisch-kognitiver Kompetenz ist zu subsumieren:

  • verstehen, was Texte bedeuten - Semantiken dekodieren, 'Inhalte' ermitteln;
  • erkennen, wie diese Bedeutung mit welchen Mitteln und Verfahren/Strategien erzeugt wird und dabei insbesondere erkennen, welche Relevanz der Textsorte/Kommunikationsform hierbei zukommt;
  • rekonstruieren, welche Gemeinsamkeiten und Regularitäten (welche) Textkorpora auszeichnen - Stichwort 'Mustererkennung'.

Kommunikativ-argumentative Kompetenz bedeutet, Funktionen und Leistungen von Texten beschreiben und kommunizieren zu können. Also

  • Bedeutung(en) / Medieninhalte überhaupt vermitteln können;
  • Bedeutung(en) in Beziehung setzen und verorten können - allgemein kulturell oder in Bezug zu kulturellen Teilsystemen, etwa dem Rechtssystem - und vor diesem jeweiligen Hintergrund reflektieren und diskutieren können;
  • Texte / Medien als Archive der Speicherung von Wissen/Diskursen/Mentalitäten erkennen und verhandeln können.

Pragmatisch-produktive Kompetenz ist insbesondere als Dienstleistung für Fragestellungen anderer Disziplinen gefordert:

  • Texte (bezüglich explizierbarer und jeweils adäquater Kriterien) evaluieren können;
  • Texte redigieren / Kommunikation optimieren können;
  • Texte (medien-, kontext- und Rezipientenabhängig) produzieren können.