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"Kultur und Kontext“ – 7. Jahreskonferenz der Internationalen Vereinigung für Sprachen und interkulturelle Kommunikation an der Uni Passau

Rund 100 Teilnehmer aus der ganzen Welt zu Gast – Uni richtet Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation ein

Vom Freitag, 1. Dezember, bis Sonntag, 3. Dezember, findet an der Universität Passau die 7. Jahreskonferenz der  IALIC – International Association for Languages and Intercultural Communication/Internationale Vereinigung für Sprachen und interkulturelle Kommunikation statt. Unter dem Motto „Kultur und Kontext“ diskutieren Wissenschaftler unter anderem aus Australien, Großbritannien, Japan, Neuseeland, aus Russland und aus den USA drei Tage lang in der Dreiflüssestadt.

Passau entwickelt sich immer mehr zu einem deutschlandweiten „Zentrum“ der „Interkulturellen Kommunikation“. Ist dies doch nach der „Stifter Fachtagung 2006“ der United Scene Group e. V. Anfang November und der Tagung „New Horizons 2006“ der ICUnet AG Mitte November innerhalb weniger Wochen bereits die dritte Konferenz in Passau, die sich mit diesem Thema befasst.  Ausgerichtet wird die siebte Jahreskonferenz der IALIC (International Association for Languages and Intercultural Communication) vom Institut für interkulturelle Kommunikation (ink.up) an der Universität Passau und dessen Leiter Professor Dr. Klaus Dirscherl, früherer Inhaber des Lehrstuhls für Romanische Literaturen und Kulturen und als „Vater“ des Kulturwirts auch ein Experte in Sachen interkulturelle Kommunikation.

Vor einem Jahrzehnt war der Begriff „Interkulturelle Kommunikation“ noch weitgehend unbekannt. So ist auch der Verband, die International Association of Languages and Intercultural Communication, noch eine recht junge Organisation. „Für Passau spielte Interkulturalität schon immer eine große Rolle – sicherlich auch bedingt durch die Randlage der Stadt innerhalb Deutschlands, lange Zeit von Mittel- und Osteuropa getrennt durch den eisernen Vorhang“, begrüßt Professor Dr. Walter Schweitzer, Rektor der Universität, die Tagung in Passau. „Wir haben uns hier schon vor vielen Jahren mit – ich will sagen ‚Vorläufertrends’ der interkulturellen Kommunikation beschäftigt: Zum einen haben wir bereits in den Gründungsjahren unserer Universität Ende der 70er Jahre die Fachspezifische Fremdsprachenausbildung für Juristen und Wirtschaftswissenschaftler eingeführt, in der ‚native speakers’ die Fachsprache ihres Landes unseren Studierenden vermitteln.“ Zum anderen habe die Universität Passau vor 16 Jahren den Diplomstudiengangs „Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien“ – seit dem Wintersemester 2005/06 als Bachelorstudiengang „Kulturwirtschaft/International Cultural and Business Studies“ fortgesetzt – eingeführt,  der die Universität Passau bis heute ganz wesentlich prägt. Im Zuge der Strukturplanungen wird die Universität einen „Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation“ einrichten, der schon zum kommenden Sommersemester besetzt sein könnte. „Wenn sich die Dinge so entwickeln, wie wir es erwarten, bin ich mir sicher, dass wir Sie sehr bald wieder in Passau werden begrüßen können“, so Schweitzer.

Die diesjährige Konferenz trägt den Titel „Kultur und Kontext“. Mit diesen Begriffen sind eine Vielzahl von interkulturellen Konzepten und Theorien verbunden, die auf der dreitägigen Veranstaltung vorgestellt, aber auch neu erarbeitet und weiter gedacht werden sollen.

„Die Begriffe ‚Raum’ und ‚Kontext’ werden immer wieder benutzt, um das interkulturelle Feld zu definieren und neu zu denken, denn ohne Zweifel haben veränderte Kommunikations- und Mobilitätsmodi, aber auch das Entstehen von Diaspora-Gemeinschaften die Regeln und Möglichkeiten der interkulturellen Kommunikation entscheidend verändert“, erläutert Dirscherl die Hintergründe der Tagung. Das Verständnis von Kultur, Zugehörigkeit und Identität wurde in den letzten Jahrzehnten insbesondere mit der Kategorie des Kontexts neu definiert, da die Verbindungen zwischen der lokalen, der regionalen, der nationalen, der internationalen und der globalen Ebene immer vielfältiger geworden sind. Weitreichende Paradigmenwechsel erlauben uns heute beispielsweise Kultur als Reise zu begreifen oder sie mit Konzepten wie dem „dritten Raum“ neu auszuloten. Die Grenze und Grenzregionen wurden ebenso erkundet wie die so genannte „Nicht-Räumlichkeit“ (non-lieux) postmoderner Transitwege. Und auch virtuelle Räume mit ihren technologisch determinierten Kontexten sind wichtige und zukunftsweisende Forschungsgebiete im interkulturellen Feld.

Ziel dieser Konferenz ist es, die Vielfältigkeit und das Ausmaß der heutigen interkulturellen Betätigungsfelder mit dem Fokus „Kultur und Kontext“ unter die Lupe zu nehmen, und zwar vor dem erkenntnisleitenden Interesse nach der Frage, wie sich Interkultur im Spannungsfeld von Kontextgebundenheit und Kontextöffnung situiert. „Ein besonderes Anliegen der Konferenz ist es, die aktuelle Theoriebildung zur interkulturellen Kommunikation mit der Praxis der Wirtschaftskommunikation und der pädagogischen Vermittlung zu konfrontieren“, so Dirscherl.

Die Konferenz ist interdisziplinär ausgerichtet. Die Vorträge befassen sich unter mit Themen aus den Bereichen der Philologien, aus der Linguistik und der Diskursanalyse, der Medien- und Kommunikationswissenschaften, der Kultur- und Kulturraumstudien, der Film- und Theaterwissenschaften, der Literaturwissenschaft, der Anthropologie, der Wirtschafts- und Politikwissenschaften, der Geschichte, der Psychologie, der Erziehungswissenschaft, der Geographie, der Architektur und der Informatik. Die offizielle Konferenzsprache ist Englisch.

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Hinweis an die Redaktionen:
Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Klaus Dirscherl, Tel. 0851/509-2960, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851/509-1430, E-Mail: pressestelleatuni-passau.de. Vertreter der Medien sind zu der Tagung herzlich eingeladen. Die Vorträge sind öffentlich.

Thoralf Dietz | 24.11.2006

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