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Mehr Energieeffizienz in der IT

Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Forschungsprojekt der Universität Passau mit 423.000 Euro

Mit dem Projekt "Steigerung der Energieeffizienz von G-Lab" will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kompetenz deutscher Forschungsinstitutionen für die Planung und Realisierung des "Future Internet" fördern. Der Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Rechnernetze und Rechnerkommunikation (Prof. Dr. Hermann de Meer) ist mit dem Teilprojekt "Modellierung von energieeffizienten Infrastrukturen" daran beteiligt und erhält eine Förderung von knapp 423.000 Euro.

Energieeffizienz
Das Thema Energieeffizienz in der IT ist auf allen Ebenen ein "Mega-Thema": Die Bundesregierung hat ihre Förderung in diesem Bereich massiv verstärkt, auch die EU fördert entsprechende Projekte. "Um Energieeffizienz in IT-Infrastrukturen wie Rechenzentren oder dem Internet zu erreichen, muss ein Paradigmenwechsel stattfinden", erklärt Prof. Hermann de Meer, der das Forschungsprojekt an der Universität Passau leitet, seinen Ansatz. Im Ressourcenmanagement heutiger IT-Infrastrukturen gelte das Prinzip "vorgegebener Input, maximaler Output": Die vorgegebenen Ressourcen, also verfügbare Hardware und Energie werden so genutzt, dass das Ergebnis (z. B. QoS, Sicherheit oder Durchsatz) maximiert wird. Will man aber einen energieeffizienten Betrieb der verfügbaren Hardware erreichen, muss das Ressourcenmanagement abgeändert werden: Das Ziel, der Output, muss vorgegeben werden – und dieses Ziel muss mit minimalem Input erreicht werden. "Bei diesem Ansatz wird ein vorab definiertes Ergebnis (z. B. ein bestimmter Grad an QoS) durch den Einsatz einer minimalen Menge von Ressourcen (Hardware und Energie) erbracht.

Im G-Lab Projekt stärkt das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kompetenz deutscher Forschungsinstitutionen für die Planung und Realisierung des Future Internet. Dafür werden verteilte Systeme und Netzwerkapplikationen berücksichtigt. Der Lehrstuhl leitet das Projekt „Improving the Sustainability of G-Lab Through Increased Energy Efficiency”. Hier werden methodische Grundlagen für den energiesparenden Betrieb verteilter Infrastrukturen, Rechenzentren und dem Future Internet gelegt.

Tagung e-Energy fand im April in Passau statt
Unabhängig von der Förderung durch das Bundesforschungsministerium, aber in engem thematischen Zusammenhang, hat der Lehrstuhl von Prof. Dr. Hermann de Meer im April die internationale Tagung e-Energy veranstaltet. Es war die erste internationale Tagung zum Themenbereich energieeffiziente Datenverarbeitung und energieeffiziente Rechnernetze. 28 Autorinnen und Autoren aktueller wissenschaftlicher Aufsätze aus zwölf Ländern präsentierten ihre Forschungsergebnisse und diskutierten mit Tagungsteilnehmern über Technologien zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der IT. Die Themenliste umfasste Server und IT-Infrastrukturen, den Betrieb von Rechenzentren, Bereitstellung von weltweit erreichbaren Diensten, IT-Systeme in Haushalten und Büro-Umgebungen, Sensor-Netzwerke und zukünftige Netzwerke wie das Future Internet.  "Die e-Energy 2010 war damit die weltweit erste Informatiktagung, die sich explizit mit dem Thema der Energieeffizienz beschäftigt hat", sagt Prof. Dr. Hermann de Meer.

Forschung auch auf internationaler Ebene
Neben der Forschung auf nationaler Ebene im Projekt G-Lab_Ener-G ist der Lehrstuhl für Rechnernetze und Rechnerkommunikation auch im EU-Forschungsprojekt "Federated IT for a sustainable environmental impact (FIT4Green)" aktiv. Ziel dieses Projekts ist es, eine Energieeinsparung von mindestens 20 % in verschiedenen Typen von Rechenzentren zu erreichen, u. a. in Cloud und Supercomputing Umgebungen. Dabei wird die Funktionalität vorhandener Managementlösungen um Energy Awareness erweitert, wobei neben effizienterer Nutzung von Ressourcen auch zusätzliches Konsolidierungspotential entsteht.

IT-Sicherheit und Energieeffizienz
Auch im Rahmen Kompetenzpartnerschaft IT-Sicherheit zwischen Passau und Regensburg, die vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert wird, spielt das Thema Energieeffizienz eine wichtige Rolle: Im Bereich der Anwendungsforschung werden autonome Systeme und deren Energieeffizienz betrachtet, um den zunehmenden Energiekosten und Kühlbedarf in komplexen Systemen entgegenzuwirken. Ebenfalls wird der Wissenstransfer in die Industrie, die Demonstration praktischer Anwendungen sowie die Aus- und Weiterbildung gefördert. In Form von Kooperationsprojekten werden gemeinsam mit regionalen kleinen und mittelständischen Unternehmen Awareness für Security und Energieeffizienz verbessert.

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Hinweis an die Redaktionen: Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Hermann de Meer, Tel. 0851 509-3050, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851 509-1430.

Thoralf Dietz | 02.08.2010

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