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Neuer Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft: Prof. Dr. Ralf Hohlfeld



Prof. Dr. Ralf Hohlfeld (Foto: Geißler, PNP)

Professor Dr. Ralf Hohlfeld ist ab 1. September neuer Inhaber des Lehrstuhls für Kommunikationswissenschaft an der Universität Passau. Der 42-Jährige, der derzeit eine Professur für Kommunikationswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München vertritt, erhielt am Mittwoch (30. Juli) aus den Händen von Universitätspräsident Professor Dr. Walter Schweitzer die Ernennungsurkunde.

Ralf Hohlfeld wurde 1966 in Braunschweig geboren, er studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Germanistik und Politikwissenschaft an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie von 1991 bis 1995 Wirtschaftspolitik. 1995 wurde er in Münster mit einer Arbeit über „Wege zur Analyse des Rundfunkwandels“ promoviert.

1995 und 1996 war Hohlfeld Mitarbeiter in der Abteilung Unternehmensplanung/Medienforschung beim
Südwestfunk Baden-Baden (SWF) und analysierte das Nutzerverhalten der Fernsehzuschauer. Zudem war er dort für die Programm- und Redaktionsberatung zuständig. 1996 wechselte er als wissenschaftlicher Assistent (C1) an den Lehrstuhl für Journalistik I der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Dort habilitierte er sich 2002 mit einer Arbeit über den Einfluss der angewandten Medienforschung auf den Journalismus, für die er den Habilitationspreis für interdisziplinäre Forschung der Volksbank und die venia legendi für das Fach Kommunikationswissenschaft erhielt. Nach seiner Habilitation arbeitete Hohlfeld schließlich als Privatdozent und wissenschaftlicher Oberassistent weiter am Lehrstuhl für Journalistik I, ehe er ab Sommersemester 2006 für drei Semester den Lehrstuhl Journalistik II am Studiengang Journalistik der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt vertreten hat. Nach elf Jahren im Dienst der universitären Journalistenausbildung nahm er im Oktober 2007 die Vertretung der Professur für Kommunikationswissenschaft mit den Schwerpunkten Online-Kommunikation und Kommunikatorforschung an der Ludwig-Maximilans Universität (LMU) in München an.

Bereits während seines Studiums war Hohlfeld journalistisch vielfältig tätig, unter anderem bei Tageszeitungen wie der Braunschweiger Zeitung, der Peiner Zeitung, im Hörfunk (unter anderem beim Norddeutschen Rundfunk) oder beim Fernsehen, beispielsweise in der Redaktion des Frühstücksfernsehens bei SAT.1. Als Hochschullehrer in Eichstätt blieb er weiterhin der journalistischen Praxis verbunden, so war er von 1996 bis 2007 elf Jahre lang Chefredakteur der monothematischen Zeitschrift „einsteins“. Derzeit ist er auch Autor für diverse Tages- und Wochenzeitungen, z. B. den Rheinischen Merkur und die Heilbronner Stimme.

Seine Arbeitsschwerpunkte in der Wissenschaft liegen in der empirischen Journalismusforschung, der Erforschung redaktioneller Innovationen, der politischen Kommunikation sowie der Kommunikationstheorie. Von Interesse sind für den Journalismusforscher nicht nur die klassischen Fragen der Berufsrollen, des journalistischen Selbstverständnisses, der Berufsethik und der Ausbildung, sondern insbesondere die gesellschaftlichen Veränderungen, die sich aus dem medialen Wandel bzw. der Medialisierung ergeben. Über die angewandte Berufsforschung für Kommunikationsberufe und die politische Kommunikation hinaus bewegen sich Lehrveranstaltungen und Forschungstätigkeiten des Lehrstuhls auch auf anderen Gebieten der Kommunikationswissenschaft, beispielsweise im Bereich Medienökonomie und Marketing, aber auch Publikums- und Leserforschung. Zudem werden Veranstaltungen zur medialen Selbstthematisierung, zur Journalismustheorie und zur Onlinekommunikation in Zeiten von Web 2.0 angeboten.

In der Forschung liegt Hohlfelds Hauptaugenmerk auf der anwendungsorientierten Innovationsforschung. Im Vordergrund der Erforschung des Medienwandels steht ein interdisziplinärer Zugang, der die technische Seite der Medieninformatik mit den inhaltlichen Perspektiven gemeinwohlorientierter journalistischer Kommunikation zur Deckung bringt. Auf diese Weise verknüpft er die Forschung zur publizistischen Qualität von Print- und Rundfunkmedien, zu der Hohlfeld zahlreiche Publikationen vorgelegt hat, mit den Herausforderungen der Digitalisierung der Medienberufe. Zentraler Forschungsschwerpunkt sind derzeit die Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Redaktionsorganisation im deutschen Journalismus. Entsprechende aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich derzeit mit crossmedialem Publizieren und dem Angebot und der Nutzung mobiler Multimediadienste. Der Forschungskomplex "Mobilkommunikation – mobiler Journalismus" wird dabei in einen größeren Kontext gestellt, in dessen Zentrum die crossmediale Redaktionsorganisation steht. Über reine Kommunikatorforschung hinaus veröffentlicht Hohlfeld Fachartikel zu den gesellschaftlichen Auswirkungen und Folgen der Mobilkommunikation, der Weblogkommunikation und der Kommunikation in sozialen Netzwerken im Web 2.0.

Ralf Hohlfeld ist Mitglied der der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft (DGPuK), deren Newsletter er verantwortet, und Gründungsmitglied der Journalism Studies Interest Group der International Communication Association (ICA). Er ist für zahlreiche wissenschaftliche Vereinigungen und Gesellschaften als Reviewer tätig.

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Thoralf Dietz | 30.07.2008

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