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Passauer Modellprojekt "SKILL" zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung

Das Projekt „Strategien des Kompetenzerwerbs: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung“ (SKILL), gefördert aus der Bund-Länder-Initiative „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“, will die Lücke zwischen Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften schließen. Bis 2019 sollen neue Seminarformate für die Ausbildung von Lehramtsstudierenden entwickelt und erprobt werden. Am 5. April nahm das Projekt mit einem ganztägigen Workshop seinen wissenschaftlichen Auftakt.

„Die Lehrerbildung ist eine wichtige Aufgabe der Universitäten. Sie ist die Voraussetzung, um dauerhaft Erkenntnisse aus Wissenschaft und Forschung im schulischen Alltag zu verankern. Gleichzeitig muss sie sicherstellen, dass die künftigen Lehrkräfte sich auf ständig wandelnde Aufgaben in Schule und Unterricht vorbereiten können“, sagt Präsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth, die den Workshop am 5. April auf dem Passauer Campus eröffnete.

Mit SKILL reagiert die Universität Passau auf Defizite in der Lehrerbildung, die unter den Schlagworten ‚institutionelle Segmentierung‘, ‚Marginalisierung von Lehramtsstudierenden‘ und ‚Fragmentierung von Ausbildungsinhalten‘ diskutiert werden. Hochschullehrende und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Fakultäten und Einrichtungen der Universität sowie Vertreterinnen und Vertreter der Schulämter und verschiedener Schulen aus der Region trafen sich einen Tag lang, um erste gemeinsame Ziele der zukünftigen Kooperation abzustecken.

Getragen wird das Projekt vom Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik der Universität Passau (ZLF) in Zusammenarbeit mit 16 Passauer Professorinnen und Professoren. „Das Projekt umfasst verschiedene Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung an der Universität Passau. Übergreifende Ziele sind die De-Fragmentierung der Inhalte universitärer Lehre, die Verbesserung der Beratung unserer Studierender und eine verbesserte Sichtbarkeit der Lehrerbildung innerhalb der Universität“, fasst ZLF-Sprecherin Prof. Dr. Jutta Mägdefrau, die die wissenschaftliche Leitung des Projekts innehat, zusammen.

Dazu wird derzeit unter anderem ein Didaktisches Labor im Nikolakloster eingerichtet, in dem Lehrinnovationen angestoßen, durchgeführt, bewertet und in der Regellehre sowie in der Lehrerfortbildung verstetigt werden. Als mediendidaktisches Experimentallabor wird der Raum den Erfordernissen moderner schulischer und hochschulischer Lehre entsprechen und sich auch für unterrichtsbezogene Forschung eignen. Er soll zum Identifikationsort für die Lehramtsausbildung werden und durch seine Sichtbarkeit zum Abbau der Marginalisierung beitragen. Außerdem wurde eine Fachstelle für Studierendenberatung aufgebaut, die die zentrale Anlaufstelle für Studierende ist und bestehende Beratungsangebote miteinander vernetzt. Eine Fachstelle für Qualitätsentwicklung sichert die Nachhaltigkeit der neuen Lehrformate und unterstützt die Entwicklung eines Innovationskreislaufes über die Projektphase hinaus.

„Wir wollen Fachwissen und Fachdidaktik in den Dialog bringen, so dass die Studierenden verstehen, warum sie beispielsweise englische Sprachwissenschaft studieren und sich tiefgründig mit der Phonetik beschäftigen müssen, obwohl sie in der Grundschule möglicherweise nur erstes Englisch unterrichten“, erklärt Jutta Mägdefrau. „Jetzt geht es darum, Seminare zu entwerfen, die, unter der Wahrung des Fachanspruchs, deutlich machen, was das mit Schule und Lehren zu tun hat. Dieser Zuschnitt macht das Passauer Projekt deutschlandweit besonders. Für Passau ist das Projekt eine unglaubliche Chance, um die Lehrerbildung voranzubringen.“

SKILL für Studierende

Lehramtsstudierende profitieren von SKILL durch das Didaktische Labor sowie durch den Aufbau eines speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Beratungsnetzwerks. „Im Didaktischen Labor können Studierende nicht nur an Veranstaltungen mit innovativen Lehr-Lern-Formaten teilnehmen, sondern in ungezwungener Atmosphäre auch selbst Unterricht ausprobieren oder eigene Projekte initiieren“, erläutert Projektmanager Dr. Stefan Halft.

SKILL für Schulen

Die Universität Passau hat durch das Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik bereits verschiedene Projekte mit Schulen in der Umgebung durchgeführt. Neben innovativen Praktikumsmodellen wurden bisher vor allem Lehrprojekte unter dem Motto „Uni in der Schule“ durchgeführt. „Für die Arbeit im Didaktischen Labor sind nun Projekte mit Schülergruppen und Studierenden sowie Lehrerfortbildungsveranstaltungen geplant – wir werden also verstärkt ‚Schule in der Uni‘ anbieten“, so Stefan Halft. Hierzu kooperiert SKILL bereits mit den Staatlichen Schulämtern in der Stadt und im Landkreis Passau sowie mehreren Partnerschulen.

„Die Schulen haben bei der Auftaktveranstaltung sehr großes Interesse an der weiteren Zusammenarbeit gezeigt und spannende Kooperationsperspektiven eingebracht. Insbesondere das Didaktische Labor wird mit großer Begeisterung erwartet“, freut sich Jutta Mägdefrau. „Die Zusammenarbeit in den einzelnen Projekten und über die Projektgrenzen hinweg sieht schon jetzt sehr vielversprechend aus.“

Katrina Jordan | 11.04.2016

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