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Passauer Studie zur Gebührenstruktur von Private Equity Fonds im "Journal of Banking and Finance"

Welche anfallenden Kosten sind bei einer privaten Unternehmensbeteiligung zu erwarten? Wie profitieren Anleger davon und worauf müssen sie achten? Prof. Dr. Niklas Wagner und Dr. Axel Buchner vom Lehrstuhl Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzcontrolling der Universität Passau haben in ihrer Studie die Gebührenstrukturen von Private Equity Fonds und deren Auswirkungen auf das Fondmanagement untersucht. Bei Private Equity handelt es sich um ein außerbörsliches Eigenkapital, das von Privatpersonen oder institutionellen Einrichtungen bereitgestellt wird und beispielsweise Startups unterstützt.

In ihrer Studie "Rewarding risk-taking or skill? The case of private equity fund mangers", die im Juli 2017 in der renommierten wissenschaftlichen Fachzeitschrift "Journal of Banking and Finance" erschienen ist, zeigen Niklas Wagner und Axel Buchner auf, mit welchen finanziellen Kosten eine Kapitalanlage verbunden ist. Früher wurden Geldanlagen von großen Unternehmen und kapitalstarken Investoren getätigt, mittlerweile investieren aber auch immer mehr Normal- und Kleinanleger. Die Investitionen fließen beispielsweise in Startups und bieten deren Gründerinnen und Gründer finanzielle Unterstützung bei der Unternehmensgründung.

Bevor das Geld der Anleger investiert wird, fallen bei einer privaten Beteiligung zunächst Kosten in Form einer Managementgebühr an. Diese belaufen sich für die gesamte Fondslaufzeit auf rund 20 Prozent des Anlagebetrags. Von 100 Euro Beteiligung werden 80 Euro gewinnbringend investiert. In der Regel wird außerdem noch eine Erfolgsbeteiligung, Carried Interest genannt, fällig, die 20 Prozent des erzielten Profits beträgt. "Diese typische Gebührenstruktur von Private Equity Fonds bedeutet für die Anleger, dass der Fonds bereits eine hohe Rendite vor Gebühren erzielen muss, damit ein Anleger am Ende keinen Verlust erzielt", sagt Prof. Dr. Niklas Wagner.

In ihrer Studie kommen Wagner und Buchner zu dem Ergebnis, dass sich ein typischer Private Equity Fonds über die gesamte Laufzeit mindestens mit jährlich rund sieben Prozent vor Gebühren verzinsen muss, damit ein Anleger keinen Verlust aus seiner Kapitalanlage nach Gebühren erzielt. Des Weiteren untersuchten die beiden Forscher die Anreizwirkung der Gebührenstruktur der Private Equity Fonds. Sie fanden heraus, dass unerfahrene Fondsmanager einen hohen Anreiz darin sehen, das Fondsrisiko zu erhöhen, um somit den Wert ihrer Gebühreneinnahmen aus der Erfolgsbeteiligung zu maximieren. Hingegen sehen erfahrene und etablierte Fondmanager den Anreiz darin, das Risiko des Fonds eher gering zu halten, um mögliche Gebühreneinnahmen aus zukünftigen Fonds nicht zu gefährden. 

Über die Autoren

Prof. Dr. Niklas Wagner ist Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzcontrolling an der Universität Passau. Nach dem Betriebswirtschaftsstudium in Augsburg und Forschungsaufenthalten in Berkeley und Stanford sowie Habilitation an der TU München ist er seit 2007 an der Universität Passau tätig. Privatdozent Dr. Axel Buchner ist seit 2016 habilitiert und als Akademischer Oberrat an der Universität Passau beschäftigt. Seine Forschungsschwerpunkte liegen u.a. auf Private Equity und Venture Capital.

Artikel zur Studie

Katrina Jordan | 27.07.2017

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