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Podiumsdiskussion des Graduiertenzentrums: "Wissenschaftlicher Nachwuchs unter Wettbewerbsdruck"

Mit welchen Herausforderungen sieht sich der wissenschaftliche Nachwuchs in Deutschland konfrontiert? Wie ist darauf zu reagieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der öffentlichen und hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion, zu der das Graduiertenzentrum der Universität Passau am 21. Januar eingeladen hat.

Zu Gast waren Prof. Dr. Bernhard Kempen, Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), und Dr. Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der wissenschaftliche Nachwuchs wurde durch Dr. Joanna Rostek, Akademische Rätin auf Zeit an der Universität Passau, vertreten. Es moderierte Prof. Dr. Harry Haupt, Vizepräsident für Forschung und Sprecher des Graduiertenzentrums.

Die geladenen Podiumsgäste warfen unterschiedliche Schlaglichter auf die Diskussionsfrage. Prof. Dr. Kempen hob vor allem die aktuellen Entwicklungen in der Post-Doc-Phase als besorgniserregend hervor: "Von zehn, die sich auf den Weg machen, eine Professur anzustreben, werden am Ende nur weniger als drei auch tatsächlich dort landen". Hier sei die Politik gefordert: Es brauche unbedingt mehr Professorenstellen, "im Grunde sofort".

Dr. Andreas Keller erklärte den wachsenden Wettbewerbsdruck des wissenschaftlichen Nachwuchses ebenfalls mit Strukturdefiziten im Wissenschaftsbetrieb. Zu beobachten seien "immer mehr Zeitverträge mit immer kürzeren Laufzeiten, lange und steinige Karrierewege sowie das Problem, dass insbesondere Wissenschaftlerinnen statt aufzusteigen, sehr viel früher aussteigen als Wissenschaftler", so Keller. Die GEW trete deshalb für eine Reform von Personalstruktur und Berufswegen in Hochschule und Forschung ein. "Nicht nur die Länder sind gefragt, auch der Bund und nicht zuletzt die Hochschulen selbst".

Mit Blick auf den Reformbedarf rückte Dr. Joanna Rostek das Thema Lehre sowie die unterschiedlichen Bedürfnisse der jeweiligen Fächer ins Zentrum der Debatte. "Die Lehre muss angesichts der stets wachsenden Studierendenzahlen viel stärker mitgedacht werden", forderte sie. Zudem gebe es Handlungsbedarf im Hinblick auf die zwischen den Fächern zum Teil sehr ungleichen Belastungen und Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Personals.

Unter den rund 120 anwesenden Gästen befanden sich neben Universitätspräsident Prof. Dr. Burkhard Freitag zahlreiche Professorinnen und Professoren sowie Mitglieder des Mittelbaus der Universität, die sich an der rege und mitunter auch kontrovers geführten Diskussion beteiligten.

Katrina Jordan | 27.01.2015

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