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Lindauer Nobelpreisträgertreffen 2017: Universität Passau gleich doppelt vertreten

Alle drei Jahre treffen sich in Lindau die Trägerinnen und Träger des Alfred-Nobel-Gedächtnispreises für Wirtschaftswissenschaften zum Austausch mit ausgewählten jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus aller Welt. Der Nachwuchs der Universität Passau schaffte es hierbei gleich doppelt in den erlesenen Kreis: Dr. Katharina Werner und Dr. Marcus Antonio Giamattei waren beim Treffen der Laureaten am Bodensee dabei.

Die Teilnahme am Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger ist nur einmal im Leben möglich - Dr. Katharina Werner und Dr. Marcus Giamattei von der Universität Passau wurde die seltene Ehre zuteil. Foto: privat
Die Teilnahme am Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger ist nur einmal im Leben möglich - Dr. Katharina Werner und Dr. Marcus Giamattei von der Universität Passau wurde die seltene Ehre zuteil. Foto: privat

Die Geldpolitik und die zunehmende Ungleichheit in der Welt standen thematisch im Mittelpunkt der Konferenz, die durch Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, eröffnet wurde. Vier Tage lang konnten sich insgesamt 350 junge Ökonominnen und Ökonomen aus über 60 Ländern in Seminaren, Vorlesungen und Diskussionsrunden austauschen und zudem von den ganz Großen ihrer Disziplinen – unter ihnen auch die beiden letztjährigen Preisträger Oliver Hart und Bengt Holmström – lernen. Dr. Katharina Werner und Dr. Marcus Giamattei habilitieren sich beide am Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie von Prof. Dr. Johann Graf Lamsbdorff und durchliefen erfolgreich den Auswahlprozess durch den Verein für Socialpolitik, eine der größten Vereinigungen von Wirtschaftswissenschaftlerinnen und Wirtschaftswissenschaftler in Europa.

"Das ist eine einmalige Gelegenheit, die man sich nicht entgehen lassen darf", so Katharina Werner. "Die Teilnahme am Treffen der Wirtschaftsnobelpreisträger ist nur einmal im Leben möglich – außer natürlich, man erhält den Nobelpreis." Sie war für das Nobelpreisträgertreffen extra aus Melbourne angereist, wo sie derzeit einen sechsmonatigen Forschungsaufenthalt absolviert. Besonders spannend empfand Werner den Austausch mit den anderen jungen Ökonominnen und Ökonomen und den Blick über die Grenzen des eigenen Forschungsfeldes. "Bei einem solchen Treffen blicken alle auf die großen Namen. Genauso wichtig ist für mich aber der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus aller Welt, die man in dieser Vielfalt von sowohl Forschungsfeldern als auch Herkunft auf anderen Konferenzen nicht trifft." Von manchen Nobelpreisträgern habe sie sich einen breiteren Beitrag zu weltpolitisch oder gesellschaftlich relevanteren Themen gewünscht. "Insgesamt war es dennoch eine tolle Begegnung. Die weite Anreise hat sich also gelohnt", so ihre Bilanz.

Dr. Marcus Giamattei interessierte sich besonders für die Themen der Geldpolitik. "Ich habe in die Paneldiskussion zur Geldpolitik die Frage eingebracht, ob Deutschland nicht durch mehr Verschuldung und den Abbau der Leistungsbilanzüberschüsse mehr für die Eurozone tun könne", berichtet er. Es zeigte sich in der Diskussion, dass auch die hochkarätigen Ökonomen bei diesem Thema nicht einer Meinung sind. "Das war eine tolle Gelegenheit, die Sichtweisen der Nobelpreisträger aus nächster Nähe zu erfahren", resümiert Giamattei, auch wenn er sich manchmal "ein bisschen mehr Kontroverse" in der Diskussion erhofft habe: "Der Glaube an die Rationalität der Märkte ist stellenweise schon noch stark verankert." 

Prof. Dr. Carola Jungwirth, Präsidentin der Universität Passau: "Ich bin sehr stolz, dass gleich zwei unserer Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler die Ehre hatten, am Treffen der Lindauer Nobelpreisträgertreffen teilzunehmen. Das spricht für die hervorragende Arbeit des Graduiertenzentrums der Universität Passau. Vernetzung ist ein zentraler Qualifizierungsbaustein. Auch aus diesem Grund unterstützen wir unsere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler bei der internationalen Vernetzung frühzeitig und konsequent und schaffen so die Voraussetzung für Spitzenleistungen in Forschung und Lehre."

Katrina Jordan | 20.09.2017