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Universität beteiligt sich an EU-Projekt zur Erforschung aktiven und gesunden Alterns mit Hilfe von Service-Robotern

Aktives und gesundes Älterwerden mit Hilfe von Service-Robotern zu ermöglichen, ist Ziel des Forschungsprojekts „Managing active and healthy aging with use of caring service robots“ (MARIO), das 2015 an der Universität Passau gestartet ist. Das Projekt, das aus dem EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation HORIZON 2020 gefördert wird, führt ein Konsortium aus wissenschaftlichen und industriellen Partnern aus ganz Europa zusammen. Die Passauer Forschungsgruppe des Projekts leitet Siegfried Handschuh (Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Digital Libraries and Web Information Systems).

Noch ist das Foto eine Montage, in naher Zukunft sollen MARIO-Roboter zur Realität demenzkranker Menschen gehören.
Noch ist das Foto eine Montage, in naher Zukunft sollen MARIO-Roboter zur Realität demenzkranker Menschen gehören.

„MARIO ist ein aufregendes und innovatives Projekt, welches einen wichtigen Beitrag zur besseren Lebensqualität von Menschen mit Demenz leisten wird“, so Prof. Dr. Handschuh. „In diesem Projekt wird an menschähnlichen Robotern gearbeitet, die das alltägliche Leben der Betroffenen einfacher gestalten.“

Um das Projekt versammelt sich ein Team aus internationalen Expertinnen und Experten der Wissenschaft, Industrie sowie aus Selbsthilfegruppen für Demenzkranke. Sie arbeiten gemeinsam daran, die Probleme, welche durch Demenz entstehen, zu erfassen und innovative Lösungen durch die Verwendung von Pflege-Robotern zu finden. Die Gesamtleitung des Projekts liegt bei der National University of Ireland (NUIG), Galway. Das technologische „Herz“ des Vorhabens ist der Roboter „Kompai“, der von dem französischen Unternehmen Robosoft entworfen und entwickelt wurde.

Das Team der Universität Passau konzentriert sich auf die Anwendung von Semantic Computing. „Semantic Computing vereint Elemente der Bedeutungsanalyse, der Text und Sprachverarbeitung und des Data-Minings“, erklärt Siegfried Handschuh. „Die Robotik hat in jüngster Zeit große Fortschritte gemacht. Beispielsweise in Bereich der dynamischen natürlichen Bewegungen, oder der verbesserten Verarbeitung der Sensordaten bis hin zur Gesichtserkennung. Jedoch stehen wir noch am Anfang damit, ein intelligentes Verhalten zu simulieren, welches natürlichsprachliche Dialoge mit den Robotern ermöglicht und sie verschiedene Aufgaben ausführen lässt. Semantic Computing setzt hier an.“

Das Projekt hat am 1. Februar 2015 begonnen und wird für drei Jahre gefördert. In dieser Zeit werden drei Pilotstudien zur Interaktion von Robotern mit Demenzkranken unternommen. Die erste Pilotstudie wird in Westirland stattfinden, die zweite in Stockport, UK und die dritte in Italien, organisiert durch ein führendes Forschungskrankenhaus. Alle Ergebnisse werden veröffentlicht. „Im Projekt verfolgen wir die Kommunikations-Politik der ‚offenen Türen‘ – das Projekt wird durch Mittel der Europäischen Kommission getragen und seine Ergebnisse gehören allen Bürgerinnen und Bürgern der Europäischen Union“, so Professor Handschuh.

Bevor Professor Handschuh den Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Digital Libraries and Web Information Systems an der Universität Passau übernommen hat, war er Professor an der National University of Ireland und Leiter der Knowledge Discovery Unit (Wissensentdeckung in Datenbanken) am Digital Enterprise Research Institute (DERI). „Wir stehen immer noch in regem Kontakt mit allen Mitgliedern des Koordinationsteams in Irland und wir möchten auf diesem Projekt mehrere zukünftige, gemeinsame Forschungs- und Innovationsaktivitäten aufbauen“, so Professor Handschuh. „Für die kommenden Jahre zeigt sich ein schnell wachsender Markt für Anwendungen und Services, ausgeführt von Robotern und für Roboter. Daher ist dies die für uns natürliche Entwicklung und Richtung unserer Forschungsaktivitäten.“

 „Eine zukünftige Zusammenarbeit mit Interessen- und Verbrauchergruppen aus Bayern und insbesondere aus Niederbayern halte man dabei für erstrebenswert“, betont Siegfried Handschuh. „Dadurch wollen wir Wertschöpfungsketten mit einer dauerhaften Wirkung etablieren, sowohl auf Seiten der Technologie-Versorgung, als auch auf Seiten der Benutzeranforderungen.“

Weiter Informationen unter http://www.mario-project.eu/

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Professor Siegfried Handschuh, Tel. 0851 509-3390.

Katrina Jordan | 27.04.2015

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