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Passauer Politologe mit Dissertationspreis ausgezeichnet

Der Passauer Nachwuchsforscher Dr. Jan Robert Lohmann hat für seine Dissertation den Sonderpreis des Deutschen Planspielpreises 2019 erhalten. In seiner Arbeit erforscht er die Wirkung und den Mehrwert von Politiksimulationen.

Preisträger Dr. Jan Robert Lohmann von der Universität Passau zusammen mit Laudator Dr. Stefan Rappenglück, Professor für European Studies an der Hochschule München, bei der Preisverleihung in Stuttgart.
Preisträger Dr. Jan Robert Lohmann von der Universität Passau zusammen mit Laudator Dr. Stefan Rappenglück, Professor für European Studies an der Hochschule München, bei der Preisverleihung in Stuttgart. Bild: DHBW Stuttgart / SAGSAGA

Planspiele sind Simulationen, bei denen die Teilnehmenden selbst beispielsweise in die Rolle von Politikerinnen und Politikern schlüpfen. In seiner Dissertation hat Dr. Jan Robert Lohmann, Mitarbeiter am Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Politik an der Universität Passau, die Wirkung dieser Simulationen erforscht. Er testete etwa, ob Studierende mehr Verständnis für die Institutionen der Europäischen Union haben, nachdem sie an einem Planspiel teilgenommen haben. "Ich konnte einen signifikanten Wissenszuwachs feststellen. Bei Studierenden, die nur die Vorlesung besuchten, war dies nicht der Fall", so Lohmann. "Das Ergebnis meiner Arbeit ist eindeutig: Aktives Lernen und Lehren wird immer wichtiger."

Dr. Lohmann erhielt für seine Arbeit den Sonderpreis des Deutschen Planspielpreises 2019. Die Auszeichnung bekam er im Rahmen des 32. Europäischen Planspielforums an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Stuttgart überreicht. "Dass ich die Auszeichnung bekommen habe, hat mich sehr überrascht", sagte Dr. Lohmann. Denn der Preis war in der Vergangenheit an andere Fachrichtungen gegangen. "Umso mehr freut es mich, dass die Jury mein Thema ausgewählt hat."

Betreut hatte die Arbeit Prof. Dr. Daniel Göler, Inhaber des Jean-Monnet-Lehrstuhls für Europäische Politik. "Dr. Lohmann konnte sich mit seiner Arbeit gegen mehrere andere Bewerbungen durchsetzen. Damit würdigt der Preis die Relevanz der Erforschung von politischer Bildung. Denn nur so lassen sich Methoden wie Planspiele gezielt einsetzen", so Prof. Dr. Göler.

Arbeit vereint Politikwissenschaft und Bildungsforschung

Jury-Mitglied Dr. Stefan Rappenglück, Professor für European Studies an der Hochschule München, hielt in Stuttgart die Laudatio: "Die Arbeit vereint die Politikwissenschaft mit der Bildungsforschung. Darüber hinaus enthält sie viele innovative Ideen, wie bestehende Konzepte im Bereich politischer Bildung weiterentwickelt werden können."

Als Beispiel nannte Rappenglück das Parlament der Generationen. Dr. Lohmann hatte diese Politiksimulation 2016 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und im Rahmen seiner Tätigkeit als Gastdozent an der Akademie für Politische Bildung in Tutzing entwickelt. Das Experiment sollte Aufschluss darüber geben, inwiefern soziodemografische Merkmale wie Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund Entscheidungsprozesse beeinflussen (zur Projektwebseite).

Das Thema des 32. Europäischen Planspielforums in Stuttgart lautete: "Planspiele - Denkmal. Anders. Denk mal anders." Der Sonderpreis für Dissertationen ist mit 1000 Euro dotiert. Darüber hinaus umfasst das Preispaket auch die Möglichkeit einer Publikation sowie eine zweijährige Mitgliedschaft im Netzwerk des deutschsprachigen Planspiel-Fachverbands SAGSAGA.

Kathrin Haimerl | 03.07.2019

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Mehr Informationen: www.deutscher-planspielpreis.de