Projektdetails

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DE-ENIGMA: Roboter bringt autistischen Kindern Gefühle bei

DE-ENIGMA: Roboter bringt autistischen Kindern Gefühle bei
DE-ENIGMA: Roboter bringt autistischen Kindern Gefühle bei
Humanoide Roboter kommen bei der Therapie von Kindern mit Autismus bereits erfolgreich zum Einsatz. Das EU-Forschungsprojekt DE-ENIGMA geht noch einen Schritt weiter: Es versucht, die Interaktion zwischen Mensch und Maschine auf eine neue Ebene zu heben. Beteiligt ist auch der Lehrstuhl für Complex & Intelligent Systems der Universität Passau.

Roboter - weniger bedrohlich für autistische Kinder

Autistische Kinder kommen mit Robotern häufig besser zurecht als mit Menschen. Der Grund: Die Kinder nehmen die Kommunikation mit den Maschinenwesen als weniger kompliziert und bedrohlich wahr. Therapeutinnen und Therapeuten setzen humanoide, also menschenähnliche, Roboter bereits erfolgreich ein. Allerdings sind die Möglichkeiten der Technik derzeit begrenzt.

Beständiger Dialog zwischen Mensch und Maschine

Das Projekt DE-ENIGMA will einen beständigen Dialog zwischen Kind und Roboter etablieren - und zwar in einem natürlichen Kontext. Der Roboter bezieht also mehrere Ebenen mit ein. Neben Sprache, Mimik und Gestik berücksichtigt er auch das jeweilige kulturelle Umfeld. Im Laufe der Zeit lernt der Roboter sein Gegenüber besser kennen, sammelt neue Daten und kann sich so an den kleinen Patienten besser anpassen.

Zum Beispiel der Roboterjunge vom Modell Zeno. Mittels der im Projekt zu entwickelnden Software wird er dem Kind Fragen stellen können, wird wissen wollen, was es erlebt hat, wie sein Tag war. Berichtet das Kind von einem großartigen Tag, freut sich aber nicht, reagiert der Roboter zum Beispiel darauf, indem er die passende Emotion demonstriert. Denn Ziel der Therapie ist es, dem Kind sozioemotionale Fähigkeiten beizubringen. Es soll lernen, welche Emotionen in der jeweiligen Situation angemessen sind, diese erkennen und auch zeigen. Die neue Technologie könnte diese Therapien personalisierter und effektiver gestalten.

Begleitend soll es professionelle Informationen und Entwicklungsberichte für die Betreuungspersonen geben. Eltern, Therapeutinnen und Therapeuten können sich auf einem Kommunikationsforum austauschen. 130 Kinder sollen den Roboter testen - unter Begleitung von Psychologinnen und Psychologen. Das Projekt läuft bis 2020.

Passauer Team testet Roboter unter erschwerten Bedingungen

Das Teilprojekt der Universität Passau konzentriert sich auf die optimale Interaktion zwischen Mensch und Maschine unter erschwerten Bedingungen - etwa bei schlechten Lichtverhältnissen, gestörter Raumakustik oder atypischem Verhalten der Patientinnen und Patienten. Das Team um Prof. Dr. Björn Schuller vom Lehrstuhl für Complex & Intelligent Systems (im Bild von links: Gerhard Hagerer, Alice Baird und Dr. Nicholas Cummins) führt die Analyse mit Hilfe von stufenweisem, halb- oder unüberwachten Lernen durch. Das System soll also die Zustände, um die es geht, lernen, ohne dass es gesagt bekommt, worum es geht; darüber hinaus kann das System seine Analyse auch während der Interaktion mit neuen Daten verfeinern und sich damit an die Nutzerinnen und Nutzer anpassen.

Partnerschaften und Förderung

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Prof. Dr. Björn Schuller sind Teil eines internationalen Teams aus verschiedenen Bereichen: Expertinnen und Experten auf dem Gebiet der Informatik und Psychologie, nichtstaatliche Organisationen mit Schwerpunkt auf Autismus und ein Unternehmen auf dem Gebiet der Robotik. Forscherinnen und Forscher der niederländischen Universiteit Twente leiten das Vorhaben. Weitere Partner sind folgende Einrichtungen:
  • Belgien: Autism-Europe AISBL
  • Großbritannien: Imperial College of Science, Technology and Medicine sowie University College London
  • Portugal: IDMIND - Engenharia De Sistemsas LDA
  • Rumänien: Institute of Mathematics Simion Stoilow Of The Romanian Academy
  • Serbien: Savez udruzenja Srbije za pomoc osobama sa autizmom
Die Europäische Union stellt für dieses Projekt im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 688835 Fördermittel aus "Horizont 2020", dem Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, bereit.




Projektleitung an der Universität Passau Prof. Dr. Björn Schuller (Lehrstuhl für Complex and Intelligent Systems)
Laufzeit 01.02.16 - 31.07.19
Mittelgeber
Logo des MittelgebersEuropäische Union (EU) > EU - 8. Forschungsrahmenprogramm (Horizon 2020)



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