DAAD-Sommerseminar 2019

DAAD-Sommerseminar 2019

Die alte und die neue Seidenstraße

08.07.2019 – 12.07.2019, Universität Passau

Alumni des DAAD und anderer Stipendienwerke aus allen osteuropäischen Ländern sowie aus Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, die gegenwärtig wieder in ihrem Heimatland studieren oder tätig sind, sind herzlich eingeladen, sich für die Teilnahme an dem DAAD-Sommerseminar zu bewerben.

Bitte beachten Sie die Informationen zu den Teilnahmebedingungen, Bewerbungsunterlagen und Fristen in der Ausschreibung!

Thema

Der historische Begriff der Seidenstraße, die zwischen 115 v. Chr. und dem 13. Jahrhundert n. Chr. ihre größte Bedeutung hatte, bezieht sich auf eine der ältesten Handelsrouten der Welt und bezeichnet ein weit verzweigtes Netz aus Verkehrswegen zwischen den Zentren Europas und China. Dabei wurden über den Land- und Seeweg nicht nur Handelsgüter, sondern auch Ideen, Religionen und Technologien ausgetauscht, womit der Magistrale eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Zivilisationen in den Ländern entlang der Handelsroute zukam. 

Das Konzept „Seidenstraße“ ist daher wie kaum ein anderes geeignet, globale Gewichtsverlagerungen im wirtschaftlich-politischen Bereich zu untersuchen. So kommt es nicht von ungefähr, dass der Begriff der Seidenstraße auch für neuere Projekte benutzt wird. Zeitlich voran geht die EU-Initiative, ein „Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia“ (TRACECA) einzurichten, was 1993 geschah. Mit dieser „europäischen“ Neuen Seidenstraße sollen vor allem die Beziehungen zwischen Europa und Mittelasien gestärkt werden.

Die zweite Variante einer Neuen Seidenstraße wurde 2013 von China gestartet, die nicht nur weit über die Ausdehnung der Alten Seidenstraße hinaus geht, sondern auch über den Umfang des europäischen Parallelprojekts. Mit einem Investitionsvolumen von über 1,1 Billionen US-Dollar werden hier perspektivisch transkontinentale Beziehungen neu definiert. Das chinesische Prinzip des „divide et impera“, das den diversen Charakter der Alten Seidenstraße noch übertrifft, wirft freilich zahlreiche Fragen nach der strategischen Hegemonie Chinas und den Auswirkungen auf das machtpolitische Gleichgewicht in den 68 Anrainerstaaten auf. Besondere Bedeutung besitzt der chinesische Korridor „One Belt, One Road“ gerade auch für die südost- und ostmitteleuropäischen Länder: das Werben Chinas um relativ abseits stehende Länder wie Serbien zeigt, dass die „Seidenstraße“ hier als Instrument der Gestaltung des weltpolitischen Geschehens im 21. Jahrhundert genutzt wird.

Ziel und Format

Das Sommerseminar soll den teilnehmenden Alumni eine intensive und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit den facettenreichen Wirkungsbereichen der antiken und mittelalterlichen Handelsroute sowie den Initiativen einer „neuen Seidenstraße“ ermöglichen und Impulse zu einer weiteren wissenschaftlichen und praktischen Auseinandersetzung mit der Thematik geben. In Blockseminaren unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Wünsch (Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte Osteuropas) wird die Thematik aus geschichts- und kulturwissenschaftlichen sowie politik- und wirtschaftswissenschaftlichen Perspektiven behandelt. Den teilnehmenden Alumni wird eine aktive Mitgestaltung der Blockseminare in Form von eigenen Kurzvorträgen und Diskussionsbeiträgen mit Einbezug ihrer persönlichen und fachlichen Erfahrungen ermöglicht. Durch öffentliche Vorträge externer Referenten wird zusätzlich ein interdisziplinärer Einblick in die Thematik ermöglicht.

Teilnahme und Ausschreibung

Das Sommerseminar richtet sich an Bildungsausländer aus allen osteuropäischen Ländern sowie aus Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan, die als Studierende, Graduierte, Wissenschaftler oder Lehrbeauftragte verschiedener Fachrichtungen an einer deutschen Hochschule einen Studienabschluss erworben oder mindestens drei Monate an einer deutschen Hochschule studiert, geforscht oder gearbeitet haben und inzwischen i. d. R. wieder in ihrem Heimatland tätig sind. Die Finanzierung ihres ursprünglichen Deutschland-Aufenthaltes ist unerheblich. Darüber hinaus steht die Teilnahme an dem Sommerseminar ausgewählten Passauer Studierenden offen.

Ausschreibung Alumni
Vorläufiges Programm

Organisation und Förderung

Das DAAD-Sommerseminar wird durch die Initiative Perspektive Osteuropa am Lehrstuhl für Neuere und Neuste Geschichte Osteuropas und seiner Kulturen (Prof. Dr. Thomas Wünsch) organisiert und durch den DAAD im Rahmen des DAAD Alumni-Programms aus Mitteln des Auswärtigen Amts (AA) gefördert.


Folgen Sie uns

Perspektive Osteuropa auf Facebook