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Betörende Lieder aus dem Land des Lächelns

Ungewöhnliche Klänge waren am 23. Juli auf dem Passauer Campus zu hören: Auf Einladung des Chinesischen Lektorats des Sprachenzentrums der Universität Passau gastierte die Sopranistin Li Wang zusammen mit jungen Musikerinnen und Musikern der School of Art and Communication der Beijing Normal University (BNU) in der Innstegaula der Universität Passau. Im Mittelpunkt des Konzertes standen Lieder und traditionelle Instrumente verschiedener chinesischer Nationalitäten.

Zhao Pu mit ihrem Instrument Pipa (Schalenhalslaute)
Zhao Pu mit ihrem Instrument Pipa (Schalenhalslaute). Foto: Universität Passau.

Seine mehr als hundertjährige Geschichte und sein akademischer Glanz machen die einzigartige Position des Art Department der Beijing Normal University (BNU) aus. Die daraus hervorgegangene Academy of Art and Media ist die erste und bislang einzige chinesische Hochschulinstitution, die Kunst mit Medien verbindet und sowohl Akademiker als auch Kreative fördert.

Auf Einladung der Hochschule für Musik und Theater München (HMTM) ist derzeit eine Gruppe von Lehrerinnen, Lehrern und Studierenden des Kunst- und Medienkollegs in Deutschland unterwegs, um dem deutschen Publikum Begegnungen mit der traditionellen chinesischen Musikkultur zu ermöglichen. Die Veranstaltung in Passau kam auf Initiative des Chinesisch-Lektorats am Sprachenzentrum der Universität zustande. Die Leiterin des Sprachenzentrums, Prof. Dr. Ursula Reutner, hieß die Gäste an der Universität Passau willkommen und eröffnete das Konzert mit einer kurzen Ansprache.

"Große Wellen fegen den Sand hinweg", "Die Wolken fragen", "Die Nacht der Ahornbrücke" und "Das Licht der Seidenstraße" lauteten einige der bildhaften Lied-Titel im Programm. Das Spektrum der Stücke reichte von traditionellen bis hin zu modernen zeitgenössischen Kompositionen. Mit ihrer großen Virtuosität und ihren faszinierenden Singstimmen eroberten die jungen Künstlerinnen und Künstler, die überwiegend Musikstudierende an der Fakultät für Kunst und Kommunikation der BNU sind, ihr Publikum.

Daneben sorgten auch die hierzulande eher unbekannten traditionellen chinesischen Musikinstrumente wie Guzheng (Wölbbrettzither), Erhu (zweisaitige Kniegeige), Pipa (Schalenhalslaute) und Daruan (Langhalslaute) für großes Interesse. Vier Moderatoren, darunter drei Chinesisch-Studierende aus Passau, gaben zu jedem Musikstück eine kurze Einführung und erleichterten damit dem Publikum den Zugang zu den fernöstlichen Kompositionen.

Die Leiterin der Gruppe, Prof. Dr. Li Wang, ist Professorin für Gesang und eine berühmte Sopranistin in China. Seit mehr als 20 Jahren ist sie auch in Deutschland als Gastprofessorin und Sängerin aktiv. Ihre Solo-Darbietung, ein altes Volkslied aus dem Süden des Landes, bildete den abschließenden Höhepunkt des Konzertabends.

Anja Schuster | 31.07.2019