Stressmanagement

Stressmanagement

Stress und Burnout

Als Stress bezeichnet man gemeinhin die Beanspruchung durch innere und äußere Reize oder Belastungen. Positiver Stress, auch Eustress genannt, beansprucht den Organismus zwar, entfaltet aber insgesamt eine positive, förderliche Wirkung. Er erhöht die Aufmerksamkeit und begünstigt die maximale Leistungsfähigkeit des Organismus. Tritt Stress jedoch sehr häufig oder gar dauerhaft auf, wirkt sich dieser Dauer- beziehungsweise chronisch gewordene Stress negativ auf das seelische und körperliche Wohlbefinden aus und ist nicht selten ursächlich für Burnout-Erkrankungen oder mündet direkt in eine Depression.

Als Alarmreaktion auf eine Stresssituation schüttet die Nebennierenrinde das Stresshormon Cortisol sowie Adrenalin aus. Infolgedessen ist auch der ganze Organismus in Alarmbereitschaft, was sich durch eine erhöhte geistige Aktivierung, eine schnellere und flachere Atmung sowie einen erhöhten Puls äußert. Dieser Mechanismus war in der Urzeit, als die Menschen noch Jäger und Sammler waren, essentiell für das Überleben – etwa dann, wenn man sich einem Raubtier gegenüber sah oder der Jagderfolg unabdingbar war.

Aufgrund drastischer Veränderungen in unserer heutigen Umwelt werden jedoch Entspannungsphasen immer kürzer oder fallen gar gänzlich weg. Somit werden Stresshormone immer weniger abgebaut, sodass es teilweise keine Stressspitzen mehr gibt, sondern ein regelrechter Dauerstresszustand vorherrscht. Die heutigen „Urzeittiere“ sind für Sie als Studierende etwa Klausuren, Referate, Hausarbeiten, Erwartungen durch Freunde oder Eltern sowie das Smartphone und dergleichen mehr. Der Körper ist daher permanent auf eine „Fluchtaktion“ eingestellt und verweilt in ständiger Alarmbereitschaft.

Die Spirale des Dauerstresses kann langfristig erhebliche Auswirkungen auf Körper und Geist haben und sich durch

  • Herz- und Kreislaufprobleme,
  • häufiges Schwitzen und Herzklopfen ohne körperliche Anstrengung,
  • erhöhte Krankheitsanfälligkeit,
  • unkontrolliertes Muskelzucken,
  • Ein- und Durchschlafstörungen,
  • Kopfschmerz und Migräne,
  • verminderte Merkfähigkeit und Entscheidungsfindung sowie negative Gedanken

äußern.

Diese körperlichen Symptome sollten als Warnsignale verstanden werden, welche die Betroffenen eindringlich darauf hinweisen, etwas in ihrem Leben zu ändern. Denn Dauerstress führt nicht selten zu Burnout (engl. burn out – „ausbrennen“), welcher mit einer anhaltenden körperlichen, emotionalen und geistigen Erschöpfung einhergeht. Das Burnout-Syndrom führt häufig geradewegs in eine manifeste Depression.

Die Ausführungen zum Stressmanagement auf dieser und den folgenden Seiten basieren im Wesentlichen auf folgendem Buch, welches einen guten Ratgeber für einen sinnvollen und bewussten Umgang mit Stress darstellt:

Barbara Krautz, Heike Schiebeck, J. Schülke: Stressfrei studieren ohne Burnout, Konstanz und München 2014.