Sexuelle Belästigung

Sexuelle Belästigung

Was ist sexuelle Belästigung?

Sexuelle Belästigung ist definiert als „unerwünschtes, sexuell bestimmtes Verhalten, wozu auch unerwünschte sexuelle Handlungen und Aufforderungen zu diesen, sexuell bestimmte körperliche Berührungen, Bemerkungen sexuellen Inhalts sowie unerwünschtes Zeigen und sichtbares Anbringen von pornografischen Darstellungen gehören, das bezweckt oder bewirkt, dass die Würde der betreffenden Person verletzt wird, insbesondere wenn ein von Einschüchterungen, Anfeindungen, Erniedrigungen, Entwürdigungen oder Beleidigungen gekennzeichnetes Umfeld geschaffen wird“ (§ 3 Abs. 4 Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz).

Sexuelle Belästigung tritt in verschiedenen Erscheinungsformen auf. Anzügliche Witze, taxierende Blicke, unerwünschte Berührungen, abfällige oder sexistische Bemerkungen über Aussehen, Verhalten und Privatleben sind einige Ausprägungen davon. Hinzu kommen noch Annäherungsversuche und unerwünschte Aufforderungen, die mit Versprechen von Vor- oder Nachteilen und oft sogar Androhungen einhergehen. Im extremsten Fall treten Tatbestände wie Stalking, sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung auf.

Grundsätzlich sind alle verbalen, nonverbalen und körperlichen Annäherungen, die das Opfer als unerwünscht, grenzüberschreitend, bedrohlich, abwertend oder demütigend empfindet, als sexuelle Belästigung zu sehen.

Erlebnisse sollten nicht verharmlosend als Missverständnisse oder bloße Überempfindlichkeiten dargestellt werden. Täterinnen und Täter wissen genau, dass sie mit ihrem Verhalten eine Grenze überschreiten und ihr Opfer damit in Bedrängnis und/oder Angst versetzen.

Bei sexualisierter Gewalt handelt es sich um eine sexuelle Form von Gewalt. Sexualität ist dabei ein Mittel der Machtausübung. Häufig werden Abhängigkeitsverhältnisse und Machtgefälle ausgenutzt.

Was können Sie als Betroffene oder Betroffener tun?

Viele der Betroffenen werden nicht aktiv, sondern reagieren mit Scham und Flucht. Mit Ignorieren, Verdrängen, Anpassung an das Verhalten der Täterin oder des Täters oder dem schlagfertigen und scherzhaften Entgegnen wird versucht, die Erlebnisse zu überspielen. Ein hilfreicher Umgang mit der Situation und vor allem eine Deeskalation und Klärung ist dadurch aber kaum möglich.

Weitaus effektiver sind offensive Strategien, wie offene, deutliche, verbale und körperliche Abwehr, auch vor Zeuginnen und Zeugen, die schriftliche Dokumentation der Vorfälle und das Sprechen mit Vertrauten oder professionellen Kräften über die Situation.

  • Erkennen Sie Ihre eigenen Gefühle an. Tun Sie Grenzüberschreitungen nicht als „nicht so schlimm“ ab, aus Angst das Gegenüber zu kränken oder zu beleidigen.
  • Versuchen Sie nicht, allein mit der Situation fertig zu werden. Suchen Sie Hilfe bei Freundinnen, Freunden, Bekannten, sozialen Einrichtungen etc.
  • Beziehen Sie in akuten bedrohlichen Situationen die Öffentlichkeit mit ein, so kann die Täterin oder der Täter abgeschreckt werden.
  • Wenn Sie versuchen, Situationen, die Sie als bedrohlich oder unangenehm empfinden, zu vermeiden, schränken Sie sich in Ihrer Lebensführung ein. Wählen Sie eine aktive und offensive Methode der Auseinandersetzung.
  • Setzen Sie deutlich Ihre Grenzen. Machen Sie entschieden klar, wie ein derartiges Verhalten auf Sie wirkt. Fordern Sie bestimmt dazu auf, ein solches Verhalten zu unterlassen.

Hier erhalten Sie Informationen zu den Anlaufstellen.

Informationen zu KO-Tropfen erhalten Sie auf der Seite der psychologischen Beratungsstelle der Universität Passau.

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