Sexuelle Belästigung an Hochschulen

Sexuelle Belästigung an Hochschulen

Was ist sexuelle Belästigung?

Die hierarchischen Strukturen an Universitäten bedingen Macht- und Abhängigkeitsverhältnisse, in denen Macht und Überlegenheit durch Grenzüberschreitungen sexueller Art demonstriert werden kann. Dies bezieht sich auf das Verhältnis von Professorinnen, Professoren und Dozierenden zu Studierenden, das Verhältnis von Professorinnen und Professoren zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie das Verhältnis zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ebenso können sexuelle Belästigungen unter Studierenden vorkommen.

Eine spezielle Situation ist die sexuelle Belästigung von Studierenden durch Dozierende oder Professor/inn/en. Das Machtungleichgewicht, die Hierarchie an einer Universität und das daraus resultierende Abhängigkeitsverhältnis können Grenzüberschreitungen begünstigen. Oft sind es vor allem charismatische Männer, die Verhaltensweisen von Studentinnen fehlinterpretieren und ihre Position missbrauchen.

Die Ruhr-Universität Bochum führte 2010/2011 eine europaweite Befragung zum Thema sexuelle Belästigung unter Studentinnen durch. Über die Hälfte der 12.663 in Deutschland befragten Studentinnen hatte während ihres Studiums sexuelle Belästigung erlebt, 22 % fühlten sich gestalkt. Sexuelle Gewalt im engeren Sinne erlebten 2,3 % der befragten Studentinnen. Sehr große Angst hatten viele Studentinnen, dass sexuelle Belästigung vom Lehrpersonal ausgeht. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass 82 % der sexuellen Belästigungen, 90 % der Stalkingfälle und 86 % der sexuellen Gewalt von Kommilitonen ausgingen.

Die Folgen sexueller Belästigung sind sehr vielfältig: Das Opfer wird in der Entfaltung seiner Persönlichkeit behindert, zum Beispiel durch Stress, Verunsicherung, Schamgefühle, Angst (auch vor Nachteilen in Studium und Beruf), Verzweiflung, Isolation, Depression und psychosomatische Beschwerden. Eine häufige Reaktion ist der Rückzug aus dem alltäglichen Leben. Bei extremen Formen sexueller Belästigung können auch psychische Krankheiten ausgelöst werden wie Depressionen und Angststörungen. Indirekt wird dadurch die berufliche und akademische Leistung beeinträchtigt. Zu beobachten ist häufig ein „Fluchtverhalten“, das in einem Wechsel des Studiengangs oder des Arbeitsplatzes zum Ausdruck kommt.

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