Stalking

Stalking

Was ist Stalking?

Unter Stalking versteht man die absichtliche und beharrliche Nachstellung und Belästigung eines Individuums, die sich sowohl in indirekten Übergriffen auf und Eindringen in die Privatsphäre des Individuums als auch in direkten, körperlichen Angriffen äußern kann. Stalking stellt eine potenzielle Gefahr für das Opfer dar, das dadurch in seiner Lebensführung und Entfaltung stark eingeschränkt und beeinträchtigt wird. Die aktive Auseinandersetzung des Opfers mit der Situation ist somit unabdingbar.

Nach § 238 StGB stellt eine Person einem Menschen unbefugt nach, wenn sie beharrlich

„1. seine räumliche Nähe aufsucht,
2. unter Verwendung von Telekommunikationsmitteln oder sonstigen Mitteln der Kommunikation oder über Dritte Kontakt zu ihm herzustellen versucht,
3. unter missbräuchlicher Verwendung von dessen personenbezogenen Daten Bestellungen von Waren oder Dienstleistungen für ihn aufgibt oder Dritte veranlasst, mit diesem Kontakt aufzunehmen,
4. ihn mit der Verletzung von Leben, körperlicher Unversehrtheit, Gesundheit oder Freiheit seiner selbst oder einer ihm nahe stehenden Person bedroht oder
5. eine andere vergleichbare Handlung vornimmt und dadurch seine Lebensgestaltung schwerwiegend beeinträchtigt“.

Merkmale einer Stalkerin bzw. eines Stalkers:

  • Häufig handelt es sich um jemanden aus dem Bekanntenkreis, seltener um eine unbekannte Person.
  • Die Stalkerin oder der Stalker will die Aufmerksamkeit des Opfers auf sich ziehen und über das Opfer Macht ausüben.
  • Um dies zu erreichen, wird zu Maßnahmen wie Auflauern und Verfolgen des Opfers gegriffen.
  • Psychoterror in Form von ständigen Versuchen der Kontaktaufnahme (persönlich, über das Telefon, Internet, per Post) sind charakteristisch. Selten kommt es zu körperlicher Gewalt.

Was können Sie als Betroffene oder Betroffener tun?

Aktives Handeln ist unabdingbare Voraussetzung für die Abwehr der Stalkerin oder des Stalkers.

  • Lassen Sie sich nicht einschüchtern.
  • Machen Sie der Stalkerin oder dem Stalker ganz offen und entschieden klar, dass Sie keinerlei Kontakt zu ihr oder ihm wünschen. Wichtig ist ein absolut konsequentes Verhalten. Durch erneute Aufmerksamkeitszuwendungen wird sie oder er in ihrem oder seinem Vorhaben nur bestärkt.
  • Gehen Sie vorsichtig mit Ihren persönlichen Daten in sozialen Netzwerken um. Sperren Sie die Stalkerin oder den Stalker.
  • Beziehen Sie zu ihrem Schutz die Öffentlichkeit mit ein. Teilen Sie Ihre Situation Ihrer Familie, Ihren Bekannten, der Nachbarschaft, Kommilitoninnen und Kommilitonen sowie Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen mit.
  • Informieren Sie sofort die Polizei (Notruf 110), wenn es dazu kommt, dass die Stalkerin bzw. der Stalker Sie akut bedroht.
  • Dokumentieren Sie jede einzelne Kontaktaufnahme der Stalkerin oder des Stalkers. Diese können als Beweismittel fungieren. Beziehen Sie auch hier Ihr Umfeld mit ein. Sorgen Sie für Zeuginnen und Zeugen.
  • Nehmen Sie bei Fällen wie Telefonterror oder Cyber-Stalking Kontakt zur Polizei und zu ihrer Telefon- oder Internetgesellschaft auf. Diese können Ihnen verschiedene Möglichkeiten anbieten, wie Sie sich gegen solche Übergriffe schützen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Der Stalkerin oder dem Stalker können so Grenzen aufgezeigt werden.
  • Lassen Sie sich anwaltlich beraten, ob und wie Sie gegen die Stalkerin oder den Stalker vorgehen können. Rechtsanwält/inn/e/n des Kammerbezirks finden Sie im Mitgliederverzeichnis der Rechtsanwaltskammer München https://rak-muenchen.de/rechtsanwaelte/anwalts-mitgliederverzeichnis.html
  • Hinweise zur Beratungshilfe durch ein Gericht bzw. die Möglichkeiten der Erstattung von Anwaltskosten http://www.justiz.bayern.de/gericht/ag/pa/zustand/verfahren/vf_Beratungshilfe.php
  • Erkundigen Sie sich beim Amtsgericht, Abteilung Familiensachen nach der Möglichkeit einer gerichtlichen Anordnung mit Verhängung eines Annäherungs-/Kontaktverbotes. Zuständiges Gericht in Passau ist das Amtsgericht/Familiensachen, Schustergasse 4, 0851/394-0

Hier erhalten Sie Informationen zu den Anlaufstellen.

Kontakt

Im Notfall erreichen Sie telefonisch unter 0851/509-1232 eine Ansprechperson, die schnellstmöglich Kontakt zum Team des Bedrohungsmanagements herstellen wird.

Außerdem erreichen Sie uns unter bedrohungsmanagementatuni-passau.de.