Lehrinnovationspool

Lehrinnovationspool

Förderung neuer Lehrformen

Über den Lehrinnovationspool werden konkrete Lehrprojekte an der Universität Passau gefördert, um zukunftsweisenden Ideen den notwendigen Raum zur Umsetzung zu geben. Ziel ist es, Projekte zu fördern, die auf langfristige Wirkungen ausgelegt sind und potenziell auf andere Fächer oder Studienbereiche übertragbar sind.

Förderkriterien

Bevorzugt werden Formate, welche folgende Bereiche fördern:

  • Forschungsbezug der Lehrveranstaltungen, vor allem im Masterbereich, oder
  • Internationalisierung, um mehr ausländische Studierende für ein Studium in Passau zu gewinnen, oder
  • Transdisziplinarität bei fakultätsübergreifenden Studienangeboten.

Zusätzlich sollen folgende Kriterien möglichst erfüllt werden:

  • Nachhaltigkeit (z.B. durch Erstellung von Lehr- und Lernmedien) und/oder
  • Übertragbarkeit (auf andere Fächer oder Studiengänge) und/oder
  • Innovationspotential

Lehrinnovationspool 2018

Die Antragstellung für den Lehrinnovationspool erfolgt über die Fakultäten.

Für fakultätsübergreifende Projekte ist eine Antragstellung direkt bei der Universitätsleitung möglich. Anträge werden jederzeit entgegen genommen. Rückfragen können Sie an Frau Dr. Stefanie Wehner (stefanie.wehner@uni-passau.de) richten.

Weitere Informationen können Sie der Ausschreibung Lehrinnovationspool 2018 entnehmen.

Lehrinnovationspool 2017

Die Mittel des Lehrinnovationspools werden ab diesem Jahr überwiegend dezentral vergeben, die Auswahl obliegt den Fakultäten.

ApolLaw-Lern-Applikation BGB AT

Projektleitung Frau Dr. Verena Klappstein

Lehrstuhl für Deutsches und Europäisches Privatrecht, Zivilverfahrensrecht und Rechtstheorie, Prof. Dr. Riehm in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Eingebettete Systeme Prof. Dr. Kranz.

Modul "Sustainability and Business Ethics"

Antragsteller: 

  • Prof. DDr. Peter Fonk, Lehrstuhl für Theologische Ethik und Leiter des Insituts WAW
  • Vertr.-Prof. Dr. Rodrigo Isidor, Lehrstuhl für Internationales Management 
  • Prof. Dr. Christian Thies, Professur für Philosophie 

Projektleitung:

  • Paul Grünzinger (Dipl.-Kaufmann) und Dr. Annekatrin Meißner vom Institut für angewandte Ethik in Wirtschaft, Aus- und Weiterbildung 

Mehr Nachhaltigkeit und Ethik in der Wirtschaft sind Forderungen, die verstärkt auch an die Universitätslehre gestellt werden. Mit der fakultätsübergreifenden Lehrinnovation des Moduls Sustainability and Business Ethics schafft die Universität Passau ein attraktives Angebot speziell für Masterstudierende mit Wirtschaftsbezug, ihre unternehmens- und wirtschaftsethischen Kompetenzen zu erweitern. Didaktisch innovativ baut sich das Lehrkonzept aus der interdisziplinären Verknüpfung von diskursiven, virtuellen und praktischen Teilmodulen auf. Zu Themenschwerpunkten wie z.B. CSR, Sustainability, Social Entrepreneurship und weiteren relevanten Ansätzen und Konzepten aus der Unternehmens- und Wirtschaftsethik wird im diskursiven Teil die Wissens- und Reflexionskompetenz aufgebaut. In dem daran anschließenden virtuellen Teilmodul mit Präsenzanteilen entwickeln die Studierenden ihre Kompetenzen im digitalen Lernen durch die Anwendung des Blended Learning und diskutieren und reflektieren die virtuell vermittelten Inhalte mit Bezugnahme zu aktuellen Herausforderungen der globalisierten Welt. Im Praxismodul können die Studierenden ihre Handlungs- und Problemlösungskompetenzen für die inter- und transdisziplinäre Umsetzung von innovativen und unternehmerischen Lösungen für gesellschaftliche Probleme im Rahmen von Case Studies und Social Entrepreneurship mit Unternehmen aus der Region erweitern. Das fächerübergreifende Angebot trägt damit zur Steigerung der Attraktivität und Professionalität des Studienangebots für angehende Masterstudierende innerhalb und außerhalb der Universität Passau bei.

"Planspiel: Parlamentarismus & Praxis"

Antragsteller: Prof. Dr. Kai von Lewinski

Projektleitung: Dr. Thomas Öller

Gefördert aus den Lehrinnovationmitteln der Juristischen Fakultät

Class Ex

Antragsteller: Prof. Dr. Johann Graf von Lambsdorff

Projektleitung: Dr. Marcus Giamattei

Gefördert aus den Lehrinnovationmitteln der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät

Lehrinnovationspool 2016

Aus dem Lehrinnovationspool werden insgesamt sechs Projekte gefördert:

Erarbeitung des neuen Lehrformats "Studieren und Engagieren"

Antragstellerin: Dr. Martina Maletzky

Lehrstuhl für Interkulturelle Kommunikation, Prof. Dr. Barmeyer

Das geplante Lehrformat „Studieren und Engagieren“ möchte die universitäre Lehre mit gesellschaftlich relevanten Problembereichen verzahnen und durch die Umsetzung von theoretisch Gelerntem in die Praxis das soziale Engagement von Studierenden fördern.

Studierende sollen auf Basis von theoretischen Seminarinhalten kleinere Praxisprojekte im Bereich interkulturelle Kommunikation erarbeiten und umsetzen. Aufgrund der zunehmenden Flüchtlingsströme und dem dort vorherrschenden Bedarf an Helfern sollen diese Projekte sich zunächst im Bereich der Flüchtlingshilfe bewegen. Dazu stellt das Fach Interkulturelle Kommunikation eine ideale theoretische Basis dar. Interkulturalität und interkulturelle Kommunikation sind wichtige Aspekte des heutigen Lebens und werden vor dem Hintergrund der Arbeits- und derzeit ganz aktuell auch Fluchtmigration immer wichtiger für die Herausforderungen einer pluralen Gesellschaft. Gleichzeitig ist Interkulturalität eine Achse sozialer Ungleichheit und sozialer Konflikte, wie die jüngsten Ereignisse bei Angriffen auf Flüchtlingsheimen etc. zeigen. Die studentischen Projekte sollen theoretisch fundiert die Flüchtlingsarbeit unterstützen und Strukturen für Helfer oder Asylbewerber schaffen, die eine möglichst langfristige Wirkung haben.

Managerial Control based on Standard Software“ – eine betriebswirtschaftliche Lehrinnovation

Antragsteller: Prof. Dr. Obermaier, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Accounting und Controlling

Die Betriebswirtschaftslehre ist eines der Fächer mit den höchsten und zudem voraussichtlich weiter steigenden Studierendenzahlen Europas. Dadurch werden innovative Lehr- und Lernformen notwendig, die es erlauben den Bedürfnissen einer großen Anzahl an internationalen Studierenden gerecht zu werden. Bestehen können solche insbesondere in der nachhaltigen Nutzung elektronischer Lernangebote.

Ziel der englischsprachigen Veranstaltung „Managerial Control based on Standard Software”1 ist, Studierende zum selbständigen und eigenverantwortlichen Umgang mit Microsoft Excel im Controlling-Kontext zu befähigen. Die Studierenden setzen Controlling-Instrumente kontextbezogen ein und erarbeiten am PC Lösungsansätze für umfangreiche Fallstudien aus einem realitätsgetreuen Unternehmensmodell. Die Arbeitsergebnisse werden in Gruppenarbeiten in Form von schriftlichen Controlling-Berichten beim Lehrstuhl eingereicht und bewertet. Damit die Veranstaltung für eine große Anzahl an Studierenden zur Verfügung gestellt werden kann, wird auf einen vergleichsweise hohen E-Learning Anteil gesetzt. Die Lernplattform ILIAS und das Medienportal der Universität Passau ermöglichen die Teilnahme einer großen Anzahl an Studierenden, da sie nachhaltig die selbständige Arbeit der Studierenden erhöhen und die knappen Lehrstuhlressourcen für didaktisch wichtigere Bestandteile reservieren. Zugleich werden Kompetenzen, Lernziele, Ablauf und Aufbau der Veranstaltung als quantitative Ziele formuliert und messbar gemacht. Die Erreichung von Lernzielen, Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit wird somit einer fortlaufenden Erfolgskontrolle unterworfen. Das Modul „Managerial Control based on Standard Software“ ist damit für alle Studiengänge geeignet, die ihren Studierenden in einem vertiefenden wirtschaftswissenschaftlichen Fach ein Angebot unterbreiten möchten.

Ressourcen und Grundlagen für internationale Studierende

Antragsteller: Prof. Dr. Bernhard Stahl, Professur für Internationale Politik

Es ist die primäre Intention des Projektes, dafür zu sorgen, dass die nach Passau kommenden internationalen Studierenden an den wissenschaftlichen state of the art ihrer Fachdisziplin herangeführt werden. Es sollen homogene Grundlagen hinsichtlich der wissenschaftlichen Fähigkeiten jedes Einzelnen geschaffen und mögliche Hindernisse bei der Einfindung in den Lehr- und Forschungsalltag aus dem Weg geräumt werden. Nur mit dieser gemeinsamen Arbeitsgrundlage ist es den Studierenden und Forschern verschiedenster bildungskultureller Hintergründe möglich, kooperativ und produktiv als Mitglieder der scientific community zu agieren.

Das Hauptziel des beantragten Projektes ist es, dies im Rahmen der Durchführung einsemestriger Kurse mit Tutoriumscharakter zu erreichen, zunächst auf Masterniveau und, nach der Evaluierung der Veranstaltung, in angepasster Form auch für Bachelor-Studierende. So sollen sowohl das erforderliche Wissen für alle nötigen Schritte im Forschungsdesign (von der Themenfindung bis zur Quellenwahl) vermittelt, als auch die konkrete Orientierung vor Ort (etwa in Form einer Einführung in das Angebot der Universitätsbibliothek oder den Umgang mit benötigten statistischen Programmen) erleichtert werden.

INTEGRATION³

Antragsteller: Prof. Dr. Daniel  Göler, Robert Lohmann, M.A., Lukas Zech, M.A.

Professur für Europäische Politik

Das Projekt INTEGRATION³ vermittelt Masterstudierenden fundierte Kenntnisse zur politischen Bildung und erforscht anwendungsbezogen Lehrkonzepte. In einer Praxisphase werden dann Asylsuchende in Passau von den Studierenden mit dem politischen Systems Deutschlands sowie der Europäischen Union vertraut gemacht.

Denn mit zunehmender Anzahl von Asylsuchenden, die auf absehbare Zeit in Deutschland leben werden, erhöht sich die Notwendigkeit, Voraussetzungen für eine langfristige Integration zu schaffen. Politische Bildung nimmt hier eine Schlüsselstellung ein. Die Vermittlung von Wissen über das politische System, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sowie deren kulturelle und normative Grundlagen kann einen entscheidenden Beitrag zur Integration leisten. Das Projekt verbindet damit einen Kompetenzgewinn für Studierende mit der Möglichkeit für die Universität Passau, einen Beitrag zur Flüchtlingsfrage zu leisten und lokal Verantwortung zu übernehmen.

Universitätsübergreifendes Blended-Learning Seminar für Lehramtsstudierende

Antragstellerin: Inka Hähnlein

Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften, Prof. Dr. Jutta Mägdefrau

Für das Sommersemester 2016 ist zwischen dem Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Empirische Lehr-Lernforschung und dem Lehrstuhl Pädagogische Psychologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ein Blended-Learning-Tandem für das hochaktuelle Thema „Heterogenität im Unterricht“ geplant. Im Vordergrund des Lehrprojektes steht die Förderung von selbstgesteuertem Lernen in einer multimedialen Lernumgebung, die durch Präsenzlehre flankiert wird. Das Projekt zielt darauf ab, grundlegende Kompetenzen für den Umgang mit Heterogenität im Unterricht zu vermitteln. Dies soll in einer universitätsübergreifend gestalteten Lernumgebung geschehen, die selbst wiederum die Vielfältigkeit der Studierenden berücksichtigt.

Die Veranstaltung wird im Sommersemester 2016 an beiden Universitäten und teilweise gemeinsam stattfinden: Das Seminar wird aus Präsenzveranstaltungen bestehen sowie aus universitätsübergreifenden Online-Modulen, in denen die Studierenden beider Universitäten gemeinsame Lerngruppen bilden. Die Präsenzveranstaltungen werden jeweils an der Universität Passau und an der Universität Halle parallel angeboten. In einem speziell für dieses Seminar entwickelten Online-Kurs auf der Lernplattform Moodle werden die Studierenden beider Universitäten gemeinsam lernen und sich austauschen können sowie in ihrem Lernen tutoriell begleitet. Die E-Learning-Anteile, z.B. Videos, Lernmodule und Selbstüberprüfungen der Lernenden, sind in das Gesamtkonzept des Online-Kurses integriert und werden den Studierenden über die Plattform zur Verfügung gestellt.

Im Rahmen der Präsenzlehre wird es auch eine Veranstaltung geben, in der beide Dozierenden anwesend sind und zu einem Spezialthema der Heterogenitätsstudien die jeweiligen Fachperspektiven verdeutlichen. Abschließend werden die Veranstaltungen an beiden Universitäten evaluiert.

Webbasierte C-Programmierung einer Modellfabrik im Kontext Industrie 4.0

Antragsteller: Dr. Gerold Hölzl

Lehrstuhl für Informatik mit Schwerpunkt Eingebettete Systeme, Prof. Dr. Matthias Kranz

Die Durchdringung von Alltagsgegenständen mit eingebetteter, vernetzter, internetfähiger Technologie ist allgegenwärtig. Dieser Trend findet auch im Bereich der industriellen Fertigung und Produktion unter dem Schlagwort “Industrie 4.0”, Cyber-Physischen Systeme oder “Smart Manufacturing” große Beachtung.

Um die Studierenden der Universität Passau bestmöglich auf diesen Paradigmensprung vorzubereiten, stellt dieses Projekt die komplette Vernetzung und Programmierung einer bereits existierenden und voll funktionsfähigen Modellfabrik, über das Internet in Aussicht. Durch die Vernetzung und die Programmierung über das Web wird es Studierenden ermöglicht, orts- und zeitunabhängig, also selbstbestimmt über das Internet zu experimentieren, zu lernen, zu forschen und ihre Projekte und Arbeiten an diesem Cyber-Physischen System durchzuführen. Die praktisch erlernten Kompetenzen können unmittelbar in der Wirtschaft umgesetzt werden, was die Absolventinnen und Absolventen zu gefragten Fach- und Führungskräften in der Wirtschaft, aber auch in der Forschung macht.Mit diesem Projekt folgen wir dem milliarden-€ Trend der Vernetzung von Eingebetteten Systemen und der drastisch steigenden Zahl an Eingebetteten Systeme und bilden hochaktuell und zukunftsorientiert aus.

Die Universität Passau erhebt den Anspruch, in diesem Forschungs- und Lehrbereich führend zu sein und hohe Anreize für die besten in- bzw. ausländischen Studierenden setzen, an der Universität Passau zu studieren.

Lehrinnovationspool 2015

Von 22 eingegangenen Anträgen wurden im Jahr 2015 insgesamt sieben Projekte gefördert.

Studierende als Lernpaten für Schülerinnen und Schüler. Forschendes und digitales Lernen: am Beispiel der Sprachraumforschung im deutsch-österreichischen Grenzraum

Antragsteller: Lars Bülow und Florian Stelzer

Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft und Professur für Regionale Geographie

Studierende als Lernpaten für Schülerinnen und Schüler ist ein Lehrinnovationsprojekt, das Studenten und Schüler insbesondere zu interdisziplinärem, forschendem und digitalem Lernen befähigt. Das Projekt ist in das gemeinsame Rahmenthema Sprachdynamik im deutsch-österreichischen Grenzraum eingebettet. Die teilnehmenden Studenten lernen als Lernpaten der Schüler Fragestellungen mit ihnen gemeinsam zu erarbeiten und diese Schüler anzuleiten und zu lehren. Die teilnehmenden Schüler lernen von ihren studentischen Lernpaten wissenschaftliches Arbeiten kennen und erhalten die Möglichkeit, selbsttätiges und selbstverantwortliches Forschen einzuüben. Dadurch wird ihnen der spätere Einstieg ins Studium erleichtert. Nicht zuletzt stärkt das Projekt damit die Zusammenarbeit der Universität mit den umliegenden Schulen. Die Ergebnisse werden digital aufbereitet und dokumentiert. Konkrete E-Learning-Einheiten zur Vermittlung des Methodenwissens sind ebenfalls modellbildend und auf andere Gegenstände übertragbar. Das Lehrinnovationsprojekt kann im Rahmen der digitalen Aufbereitung und Veröffentlichung als Best-Practice-Beispiel für andere Universitäten und Schulen dienen.

ZMK - Interactive Knowledge Transfer

Antragsteller Prof. Dr.Thomas Knieper und Julian Windscheid

Lehrstuhl für Computervermittelte Kommunikation

Das Projekt „Interactive Knowledge Transfer” (IKT) hat sich zum Ziel gesetzt, mittels einer von Studierenden generierten und auf Hypermedien basierenden interaktiven Wissensplattform die Bedienung der technischen Einrichtung des Zentrums für Medien und Kommunikation an der Universität Passau zu unterstützen. Die Grundlage hierfür bietet die ebenfalls an der Universität Passau (in einem Drittmittelprojekt) entwickelte Multimedia-Plattform SIVA Suite.

Die Intention des Projekts ist es, den Passauer Studierenden in verschiedenen Seminaren das Grundverständnis multimedialer und interaktiver Lehr- und Lern-Medien nahezubringen und gleichzeitig die dabei erarbeiten Materialien anderen Studierenden und Mitarbeitern/innen der Universität zu Schulungs- und Lernzwecken zur Verfügung zu stellen. Durch die direkte Verzahnung von aktuellen Forschungs-Projekten mit dem aktiven Lehrbetrieb entsteht darüber hinaus ein wichtiger Theorie-Praxis-Transfer, der die Qualität der Lehre steigert und dabei gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Forschungsarbeit leisten kann. Das langfristige Ziel des Projekts besteht darin, für alle Fachbereiche der Universität multimedial aufbereitete Lehr- und Lern-Inhalte zu entwickeln, die schlussendlich zu einem transdisziplinären und multimedialen Wissensportal für die gesamte Universität Passau zusammengeführt werden können.

Philosophie:Labor

Antragsteller: Prof. Dr. Christian Thies und Michael Mendyka

Professur für Philosophie

Ziel des Projekts ist die Etablierung eines innovativen Lernorts, der in der Wissenswerkstatt Passau
angesiedelt sein wird. In diesem „Philosophie:Labor“ sollen Wissenschaftler(innen) und Studierende der Universität Passau mit außer-universitären Expert(inn)en und Schüler(inne)n zusammenkommen.
Gegenstand ihrer Experimente, Gespräche und Reflexionen wird der Überschneidungsbereich von
Philosophie und Technik sein; Ziel ist ein verantwortungsvoller und nachhaltiger Umgang mit Technik in allen Lebensbereichen. Im Laufe der Zeit sollen dafür eine Reihe universitärer und nicht-universitärer
Veranstaltungen organisiert werden.

Bei diesem Projekt soll eine Kooperation zwischen der Wissenswerkstatt Passau, der Universität Passau und den Schulen in Niederbayern initiiert werden. Im Rahmen dieser Kooperation wird ein neuer Lernort geschaffen, um einem außerschulischen und außeruniversitären Lernangebot Raum zu geben. Die Wissenswerkstatt bietet sich als Kooperationspartner an, da sie über eine umfangreiche Infrastruktur verfügt und auf die Erfahrungen vergangener Kooperationen zwischen Universität und Wissenswerkstatt zurückgegriffen werden kann. Das Philosophie:Labor ist als innovativer Lernort ausgelegt, da es über einzelne Disziplinen und Institutionen hinaus Erkenntnisse zum reflektierten Umgang mit Technik vermittelt.

Durch die Kombination von praktischem Handeln mit einer theoretischen Reflexionsebene soll das im Philosophie:Labor vermittelte Technikverständnis auf neuartige Weise mit philosophischen und ethischen Problemstellungen verknüpft werden. Der innovative Charakter des Philosophie:Labors als neuartiger Lernort besteht darin, dass bei der Ergründung und Einschätzung technischer Sachverhalte gewohnte Lernorte und -institutionen verlassen und damit auch konventionelle Betrachtungsweisen abgelegt werden.
Im ausgewogenen Zusammenspiel zwischen Handeln und Reflexion sollen Fragestellungen auf einer
interdisziplinären Ebene analysiert sowie in der Praxis erprobt werden.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Philosophielabors.

Class_Ex: Lehrkonzepte für den Hörsaal der Zukunft

Antragsteller: Prof. Dr. Johann Graf Lamsdorff und Marcus Giamattei

Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Wirtschaftstheorie

Am Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie wurde classEx entwickelt – eine Software zur Durchführung von Experimenten und Ausgestaltung von interaktiven Modulen im Hörsaal. Diese Software wird von sieben Lehreinheiten in Passau und von vielen weiteren Universitäten genutzt. Studierende können mit ihren Smartphones und Netbooks aktiv an einer Vorlesung teilnehmen. Damit werden Forschungsbefunde anhand eigener Verhaltensweisen nachvollziehbar. Dozierende werden in die Lage versetzt, mit Hilfe eines Quiz, einer Umfrage oder eines Experiments Meinungen, Wissensstände und strategische Interaktionen abzufragen und einzuüben. Damit können Module didaktisch weiterentwickelt werden und über Fakultätsgrenzen hinweg neuartig gestaltet werden. Studierende werden so aktiviert, Wissensstände gesichert und Forschungsbefunde erlebbar. Im Rahmen des Antrags wird das bisher gesammelte didaktische Wissen systematisch aufbereitet und eine Dokumentation geschrieben, wodurch Lehreinheiten in Passau bei der Übertragung und der Konzeption ihrer Lehre mit classEx begleitet werden.

Make a point...beyond powerpoint!

Antragstellerin: Prof. Dr. Martina Padmanabhan

Lehrstuhl für vergleichende Kultur- und Entwicklungsforschung Schwerpunkt Südostasien

Der neue internationale und englischsprachige Masterstudiengang Development Studies startet im Wintersemester 2015/16. Er hat zum Ziel, Entwicklungsprozesse aus verschiedenen analytischen Perspektiven zu untersuchen, dafür qualitative als auch quantitative Methoden zu vermitteln und einen interdisziplinären Einblick in die Entwicklungsforschung zu geben. Der Studiengang ist ein gemeinsames Lehrangebot der Professoren Padmanabhan, Grimm und Korff aus der Philosophischen und Wirtschaftswissenschafltichen Fakultät.

Kernanliegen des Studienangebots ist es, Entwicklungsprozesse aus den Perspektiven der Ökonomie, der Soziologie und der Nachhaltigkeitswissenschaft zu analysieren. Diese Interdisziplinarität drückt sich im Aufbau der verpflichtenden „Foundation Courses“ aus, die gemeinsam von den Professoren Grimm (Ökonomie), Korff (Soziologie) und Padmanabhan (Nachhaltigkeit) angeboten werden. Die integrierten „Foundation Courses“ zielen darauf ab, theoretische Grundlagen disziplinären Zuschnitts auf ein empirisches Thema anzuwenden. Dabei werden die verschiedenen Herangehensweisen kritisch miteinander in Bezug gesetzt und darüber hinaus Einblick in aktuelle Forschungspraxis gewährt. In der gemeinsamen Vorlesung mit verpflichtendem Seminar werden die Studierenden sich neben der interdisziplinären Analyse von Entwicklungsproblemen gleichzeitig die Nutzung und Rezeption von Informations- und Kommunikationstechnologien in Form von Blogs, E-Portfolios oder Podcasts aneignen.

Die „Foundation Courses“ dienen dazu, für eine heterogene und internationale Studierendenschaft eine attraktive interdisziplinäre Lehrumgebung zu schaffen, die sie befähigt, unterschiedliche theoretische Perspektiven auf ein aktuelles Entwicklungsproblem mit Hilfe von neuen Kommunikationsformen zu erarbeiten und gleichzeitig in die Debatte einzugreifen. Angeregt werden die Studierenden durch provokative Statements führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die über Videos in die Vorlesung eingespielt werden. Damit lernen die Studierenden die Einschätzung und Einordnung der Aussagen in disziplinäre Debatten kennen und sind in der Lage, Argumentationsfiguren anzuwenden und überzeugend aufzubauen und zu vermitteln.

Diese Lehrinnovation verspricht übertragbar und damit nachhaltig zu sein, da es ausdrücklich die Internationalität und Diversität der Studierenden aufgreift, um die Qualität der Lehre langfristig zu sichern.

Pluralität der Wissenschaft: Ressourcen und Grundlagen für internationale Studierende

Antragsteller: Prof. Dr. Bernhard Stahl

Lehrprofessur für Internationale Politik

E-Book Politikwissenschaft

Antragsteller: Dr. Michael Weigl

Lehrstuhl für Politikwissenschaft

Ziel des Projektes ist die innovative und nachhaltige Erarbeitung vierer politikwissenschaftlicher Schlüsselkonzepte, um so das studentische Verständnis für disziplinäre und auch interdisziplinäre Zusammenhänge zu schärfen. Unter den Überschriften „Macht[menschen]“, „Welt[bilder]“, „Interessen[ausgleich]“ und Sprach[losigkeit]“ werden wissenschaftliche Schlüsselkonzepte und Kategorien in den Blick genommen, die interdisziplinäre Zugänge erfordern und von grundsätzlicher Bedeutung sind. Im Rahmen von Lehrveranstaltungen entwickeln Studierende zu jedem dieser Schlüsselkonzepte E-Books, die neben der Einbettung verschiedenster Formate (Schrift, Video, Audio, Fotos) auch die Möglichkeit bieten, mit Hilfe interaktiver Elemente die späteren Leserinnen und Leser zur eigenen Erarbeitung und Erlernung des Themas anzuregen. In der Ausschöpfung des digitalen Potenzials, das das EPUB-Format bietet, soll jedes der zu erstellenden E-Books einem Museumsbesuch gleichen, der den Besucher in didaktisch innovativer und anspruchsvoller Weise auf eine Reise durch ein Thema mitnimmt, wobei ihm Informationen zur Hand gegeben werden, er durch Impulse zum Nach- und Weiterdenken angeregt wird und er mittels interaktiver Elemente zur Erkenntnisgewinnung wie zur Erlernung des Gehörten, Gesehenen und Gelesenen angeregt wird. Die E-Books sind so dafür geeignet, auch künftig in der Lehre an der Universität Passau zur Anwendung zu kommen.

Lehrinnovationspool 2014

Aus dem Lehrinnovationspool 2014 wurden vier Projekte gefördert.

Global Venture Lab

Antragsteller: Prof Dr. Carolin Häussler & Patrick Figge

Lehrstuhl für Organisation, Technologiemanagement und Entrepreneurship Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Das Global Venture Lab ermöglicht Studierenden den Prozess der Unternehmensgründung in einem interdisziplinären und internationalen (virtuellen) Team zu erleben. Gemischte Teams aus Studierenden der Universität Passau und einer ausländischen Partneruniversität (z.B. dem Indian Institute of Technology in Madras) lernen den Gründungsprozess eines Unternehmens anhand aktueller Konzepte der Entrepreneurship-Forschung kennen und wenden diese Erkenntnisse auf eine reale Geschäftsidee an. Studierende beginnen bei der Identifikation von Geschäftschancen. Eigene Geschäftsideen und Ideen von Partnerunternehmen aus der Region Passau oder der Region der Partneruniversität werden generiert und tragfähige Geschäftsmodelle werden entwickelt.

Während aller Schritte des Gründungsprozesses diskutieren die Studierenden aktuelle Forschungserkenntnisse und stellen sich den Herausforderungen der Vorbereitung einer Unternehmensgründung anhand ihrer eigenen Projekte. Die Studierenden lernen dabei die Herausforderungen interdisziplinärer und interkultureller Zusammenarbeit zu meistern. Die Teams müssen während des Kurses ihre Zusammenarbeit über Zeitzonen, kulturelle Unterschiede und Fachbereiche hinweg koordinieren. Projektpaten aus der Region Passau und der indischen Region Madras unterstützen die Teams dabei ihre Ideen zu konkretisieren und zu verbessern.

compliant teamwork Phase 2

Antragsteller: Prof. Dr. Dirk Heckmann

Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Internetrecht und Sicherheitsrecht

Teamwork-Klausuren gemeinsam schreiben, buchstäblich!

Jahrzehntelange Erfahrung beim Korrigieren juristischer Klausuren zeigt, dass Absolventinnen und Absolventen vielleicht eine Menge fachlichen Wissens gespeichert haben, dies aber nicht in einem schlüssigen gutachterlichen Text umsetzen können. Klausurbesprechungen konzentrieren sich wiederum nur auf die juristischen Probleme als solches, nicht aber auf die Stringenz der Gedankenführung in Aufbau und Argumentation. Im Massenstudium Jura ist es zudem unmöglich, solche Schwächen individuell aufzuarbeiten. Das Projekt compliant teamwork (c.t.) bietet die technische, funktionale und didaktische Plattform zur Verbesserung juristischer Argumentationsführung. Das Internet mit seinen Funktionen eines „web based learning“ bietet erstmals die Gelegenheit, Texte an unterschiedlichen Orten zur gleichen Zeit zu erstellen und daneben zu diskutieren. Was in Unternehmen über Cloud-Dienste (google drive/docs) bereits gut funktioniert, soll nun in erweiterter Form Einzug in die juristische Lehre halten (Phase 2).

Solche kollaborativen Lernformen sind auch in anderen Fächern einsetzbar. Das c.t.-Projekt führt die Online-Arbeitsplattform zwar für Juristen ein, lässt sich aber mit geringen Anpassungen auch auf andere Lern-, Prüfungs- und Arbeitsszenarien übertragen. Am Ende soll eine Lösung stehen, für die sogar eine unternehmerische Ausgründung und Lizenzierung im weltweiten Bildungswesen denkbar ist („think big“, Phase 3).

Blended Learning: Zwischen Regionalisierung und Globalisierung

Antragsteller: Prof. Dr. Daniel Göler, Professur für Europäische Politik, Philosophische Fakultät

Prof. Dr. Carola Jungwirth, Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Internationales Management, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät

Die Veranstaltung stärkt das Lehrangebot zur europäischen Integration sowie zu Grundfragen wirtschaftspolitischer Zusammenhänge. Durch die Einbindung in Masterstudiengänge der Betriebswirtschaftslehre werden zudem Studierende erreicht, in deren normalem Curriculum die europäische Integration bisher nicht vorkommt. Umgekehrt erhalten Studierende des Masterstudiengangs European Studies Einblicke in betriebswirtschaftliche Fragestellungen, die sich im Zusammenhang mit regionalen Integrationsprojekten ergeben. Eine weitere wichtige Auswirkung ist zudem die Stärkung der Interdisziplinarität, die vor allem durch den Ansatz des Co-Teachings erreicht wird. Die gemeinsame Arbeit von Dozierenden unterschiedlicher Fachrichtungen in einer Lehrveranstaltung stärkt darüber hinaus aber auch die Interdisziplinarität auf der Ebene der Lehrenden.

Ergänzend zur Vorlesung werden begleitende Übungen angeboten, die sich neben einem vertieften Einblick in Grundfragen der jeweils anderen Disziplin mit verschiedenen wissenschaftstheoretischen Paradigmen befassen. Zudem sollen diese Übungen auch den interdisziplinären Austausch der Studierenden fördern. Auf der Basis dieser in der Präsenzlehre angebotenen Übungen sollen dann modulare E-Learning-basierte Vertiefungseinheiten entwickelt werden, welche die Präsenzübungen nach Auslaufen der Projektförderung ersetzen sollen.

Das dritte Element der Lehrveranstaltungen bilden Gastvorträge aus Wissenschaft und Praxis sowie ein Workshop, in dem Studierende mit der Thematik der EU-Forschungsförderung (bzw. Fragen der Forschungsförder-Antragsstellung für EU-Projekte) vertraut gemacht werden. Sowohl Gastvorträge als auch der Forschungsförderworkshop sollen entsprechend aufbereitet und nach Auslaufen der Projektförderung online-basiert weiter genutzt werden.

Seminar: "Survey: German Culture"

Antragsteller: Prof. Dr. Krah und Fächergruppe Germanistik

Das in englischer Sprache gehaltene Überblicksseminar „Survey: German Culture“, das zugleich als E-Learning Angebot konzipiert wird, richtet sich an ausländische Studierende und soll dazu dienen, diesen ein Grundlagen­wissen über die deutsche Kultur und den deutschen Kulturraum zu vermitteln. Die ausländischen Studierenden sollen durch diese Lehreinheit darin unterstützt werden, den deutschen Kulturraum  kennenzulernen und sich in der deutschen Kultur besser zurechtzufinden. In dieser Lehreinheit werden repräsentative Elemente der deutschen Mentalität und der deutschen (Kultur-)Ge­schichte ebenso reflektiert wie auch das aktuelle politische System, das Rechts- und das Wirtschaftssystem transparent gemacht werden. Die Lehreinheit soll allen ausländischen Studierenden aller Fakul­täten zugänglich sein und ihnen den Aufenthalt in Deutschland/Passau erleichtern.