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SUMMARY:GENDERN? JA, UNBEDINGT! Die Perspektive einer Verfassungs­rechtlerin
DESCRIPTION:GENDERN? JA, UNBEDINGT!\n\nDie Perspektive einer Verfassungsrec
 htlerin\n\nUm die Frage geschlechtergerechter Sprache ist ein Kulturkampf 
 entbrannt, der inzwischen sogar zu amtlichen Sprachverboten in mehreren Bu
 ndesländern geführt hat. Dabei wird oft ums Prinzip gestritten, wobei me
 ist unklar bleibt, welchen Prinzipien der Kampf „gegen Wokeness“ oder 
 „für sprachliche Ästhetik“ dient.\n\nWenig im Blick sind dagegen die
  Grund- und Menschenrechte der betroffenen Schüler*innen und Lehrkräfte,
  der Studierenden und Bürger*innen. Alle Menschen in Deutschland haben ei
 n Recht darauf, nicht wegen des Geschlechts diskriminiert zu werden.\n\nFr
 auen haben ein Recht darauf, nicht diskriminiert zu werden, weil sie viell
 eicht Mütter werden können oder wollen (oder nicht wollen). Intergeschle
 chtliche Menschen haben ein Recht darauf, nicht diskriminiert zu werden, w
 eil sie nicht in duale Geschlechtervorstellungen passen, die von der natur
 wissenschaftlichen Forschung längst verabschiedet sind. Trans* Personen h
 aben ein Recht darauf, nicht diskriminiert zu werden, weil sie nicht in ei
 n Geschlecht eingeordnet bleiben wollen, das ihnen bei Geburt fälschlich 
 zugewiesen wurde. Homosexuelle Personen haben ein Recht darauf, nicht disk
 riminiert zu werden, weil sie eine Person des gleichen Geschlechts lieben.
  Und kleine Cis-Jungs haben ein Recht darauf, nicht diskriminiert zu werde
 n, weil ihr Lieblings-T-Shirt rosa ist und sie es gern auch in der Schule 
 anziehen würden.\n\nHochschulen, Schulen und Verwaltung dürfen nicht dis
 kriminieren. Die aktuellen Sprachverbote in Bayern und anderswo hindern Le
 hrkräfte und Verwaltungsmitarbeitende daran, einen respektvollen Umgang m
 it geschlechtlicher Vielfalt zu finden. Sie schüchtern ein und beschneide
 n einen kreativen Umgang mit sprachlichen Möglichkeiten. Aus verfassungsr
 echtlicher Perspektive sprechen die besseren Argumente eindeutig gegen Spr
 achverbote. Zudem ist inzwischen gut erforscht, dass Antifeminismus und An
 ti-Gender einen Kernbereich rechtspopulistischer Bewegungen und ihre Brüc
 ke zur demokratischen Mitte bilden.\n\nDeshalb: Gendern? Ja, unbedingt! Wi
 r wollen ins Gespräch darüber kommen, wie sich in der Sprache und anders
 wo gemeinsam politische Praxen für mehr Geschlechtergerechtigkeit entwick
 eln und durchhalten lassen.\n\nProf. Dr. Ulrike Lembke ist Freie Rechtswis
 senschaftlerin und Expertin für rechtliche Geschlechterstudien sowie Rich
 terin des Verfassungsgerichtshofes des Landes Berlin. Im Dezember 2021 ers
 chien ihr Rechtsgutachten „Geschlechtergerechte Amtssprache“ (https://
 www.rewi.hu-berlin.de/de/lf/oe/asj/gutachten-genderstar-amtssprache_lembke
 _dezember2021.pdf).
DTSTAMP:20250526T133711Z
DTSTART:20250604T140000Z
DTEND:20250604T160000Z
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