Meldung

Der Umgang mit Wissen will gelernt sein

Prüfungen, Hausarbeiten, Vorlesungen und Forschungsarbeiten – im studentischen Alltag ist es essentiell, Informationen zu verarbeiten, Fachwissen zu sammeln und dieses gezielt anzuwenden. Dabei ist es oft nicht leicht, den Überblick zu behalten. Gabriele Vollmar, Dozentin am ZKK, erzählt, wie persönliches Wissensmanagement den Studienalltag bereichert.

Gabriele Vollmar

Gabriele Vollmar möchte den effizienten Umgang mit Wissen vermitteln und bietet hierzu im Sommersemester 2018 ein Seminar zum „Persönlichen Wissensmanagement“ an. Sie sieht Wissen als Kapital und hat den Umgang mit Wissen zu Ihrem Beruf gemacht. Seit 15 Jahren ist Gabriele Vollmar als Beraterin für Organisationen im In- und Ausland tätig. Begonnen hat sie ihre Laufbahn nach einem Studium der romanistischen und germanistischen Literaturwissenschaften als Qualitätsmanagerin. Im Interview erklärt sie, wie man von persönlichem Wissensmanagement profitieren kann und weshalb dies gerade für Studierende wesentlich ist.

ZKK: Persönliches Wissensmanagement – was ist darunter genau zu verstehen?

Gabriele Vollmar: Persönliches Wissensmanagement (PWM) bedeutet die eigene Wissensarbeit und das eigene Lernen möglichst produktiv zu gestalten. Dazu gehört natürlich, den eigenen Daten- und Informationsbestand so zu strukturieren, dass man selbst schnell darauf zugreifen kann. Es heißt auch, das eigene Lernen so zu gestalten, dass aus Informationen überhaupt anwendbares Wissen wird. PWM hilft mir, diesen Sachverstand so zu verwalten, dass ich darauf zum einen rasch zugreifen, ihn aber auch stetig weiterentwickeln kann. PWM umfasst daher ein breites Bündel an Methoden, die vom Zeitmanagement bis zu Lernstrategie und Lernpsychologie ein weites Feld abdecken .

ZKK: Der Umgang mit Wissen ist für Studierende essentiell. Haben Sie das Gefühl, dass dies an der Universität ausreichend vermittelt wird?

Vollmar: Ich denke, das geschieht heute viel besser als zu meiner Studienzeit in den 90er Jahren. PWM hat ja viel mit „Lernen lernen“ zu tun und ich denke, an Hochschulen gibt es dazu mittlerweile gute und unterstützende Angebote, die über die eigentlichen fachlichen Vorlesungen und Seminare hinausgehen. Damit meine ich Veranstaltungen zum Thema Informationsrecherche, Selbstmanagement, Zeitmanagement und Arbeitsorganisation.  Gerade eine Einrichtung wie das ZKK bietet hier, meiner Meinung nach, ein ganz wertvolles begleitendes Angebot.

ZKK: Wie gestalten Sie Ihr Seminar und welche Methoden nutzen Sie, um die Lerninhalte zu vermitteln?

Leider gibt es im PWM nicht das Werkzeug oder die Methode, die einen optimalen Umgang mit dem eigenen Wissen vermittelt. Das kann das Seminar also nicht schaffen. Es geht mir eher darum, ein Verständnis zu entwickeln, was PWM ist, was es leisten kann, und was nicht. Ich stelle unterschiedliche Ansätze, Werkzeuge und Methoden für unterschiedliche Aufgaben im PWM vor. Das betrifft zum einen das leidige Thema der Daten- und Informationsablage, aber auch die Unterstützung der Informationsverarbeitung und Wissensaufbereitung. Soweit es möglich ist, werden diese ausprobiert und in Hinblick auf deren Praktikabilität und konkrete Anwendbarkeit diskutiert.  Dabei ist mir wichtig, dass auch Ideen, Methoden und Werkzeuge der Teilnehmenden selbst im Sinne eines offenen Erfahrungsaustausches vorgestellt werden können. Im Seminar wechseln sich also kurze Inputs und Impulse meinerseits mit Übungen, Diskussionen und Erfahrungsaustausch ab.

ZKK: Inwiefern können gerade Studierende von Ihrem Seminar über Wissensmanagement profitieren?


Das Seminar vermittelt praktische Ansätze und einfache Werkzeuge, um seinen Wissens- und Informationsbestand besser zu strukturieren, zu nutzen und zu entwickeln. Sicherlich passt nicht alles für jeden. Doch  wenn Teilnehmer ein oder zwei nützliche Werkzeuge mitnehmen, um effizienter und effektiver zu lernen und ihre Wissensarbeit zu gestalten, ist das ein Gewinn für den Alltag an der Hochschule.  Darüber hinaus ist es mein Ziel, den Teilnehmenden zu vermitteln, dass PWM nicht nur ein Thema für die Zeit des Studiums ist, sondern begleitet ganz einschneidend den Arbeitsalltag als zukünftige Wissensarbeiter und -arbeiterinnen begleiten wird. Wissen ist deren Kapital und je besser das eigene PWM, desto stärker und erfolgreicher wird dieses Kapital eingesetzt und entwickelt.

ZKK: Herzlichen Dank für das Gespräch!

| 27.04.2018