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Digital Humanities – methodischer Brückenschlag oder „feindliche Übernahme“?

„Die Informatik als Geisteswissenschaft“ lautet der provokative Titel der Keynote, mit der John Nerbonne (Universität Groningen, Präsident der European Association of Digital Humanities) am 26. März die erste Jahrestagung des Verbands der „Digital Humanities im deutschsprachigen Raum“ (DHd) in Passau eröffnen wird. Bis zum 28. März bietet die Universität Passau eine Plattform für die gegenwärtig lebhaften und kontroversen Diskussionen um den Stellenwert einer jungen Forschungsrichtung, die sich gewissermaßen „zwischen den [Lehr-]Stühlen“ etabliert. Die „digitalen Geisteswissenschaften“ wollen mit dem Versuch einer Präzisierung ihres Selbstverständnisses auch ihr Verhältnis zu den beteiligten Disziplinen genauer bestimmen.

In 44 Vorträgen, 47 Posterpräsentationen, sieben Sektionen und Panels, zwei Keynotes sowie sechs Vor-Konferenz-Workshops wird diese Problematik in Passau unter dem Titel „Digital Humanities – methodischer Brückenschlag oder ‚feindliche Übernahme‘? Chancen und Risiken der Begegnung zwischen Geisteswissenschaften und Informatik“ in ihren vielfältigen Facetten diskutiert. Die Veranstaltung führt mehr als 300 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen der Geisteswissenschaften und Informatik zu einem Austausch zusammen und will zugleich zu einer stärkeren Vernetzung der Beteiligten unter dem Dach der DHd beitragen.

Folgende Programmpunkte stehen allen Interessierten offen:
26. März, 14.30 Uhr: Keynote Prof. Dr. John Nerbonne (Groningen): „Die Informatik als Geisteswissenschaft“
27. März, 14.00 Uhr: Kontroversdiskussion Prof. Dr. Gerhard Heyer (Leipzig) vs. Prof. Dr. Manfred Thaller (Köln): „Grenzen und Gemeinsamkeiten: Die Beziehung zwischen der Computerlinguistik und den Digital Humanities“.
27. März, 14.45 Uhr: Kontroversdiskussion Dr. Achim Bonte (Dresden) vs. Dr. Thomas Stäcker (Wolfenbüttel): „Infrastruktur für Digital Humanities, aber richtig“
27. März, 16.00 Uhr: Keynote Prof. Dr. Katja Kwastek (Amsterdam): „Vom Bild zum Bild: Digital Humanities jenseits des Texts“. Diese Veranstaltung bildet zugleich den Abschluss der öffentlichen Vortragsreihe „Passauer Gespräche zur digitalen Kunst- und Bildgeschichte“ der Lehrstühle Kunstgeschichte/Bildwissenschaften und Digital Humanities.

Veranstaltungsort ist jeweils Hörsaal 5, Gebäude Wirtschaftswissenschaften, Innstr. 27. Der Eintritt zu den öffentlichen Veranstaltungen ist frei. Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich willkommen.

Verantwortlich für die Ausrichtung ist Prof. Dr. Malte Rehbein, Lehrstuhlinhaber für Digital Humanities an der Universität Passau und Vorstandsmitglied im DHd. „Ich freue mich sehr, dass die Universität Passau Gastgeber der ersten Konferenz unseres jungen Verbandes ist“, sagt er. „Die Passauer Universität gehört zu den ersten Universitäten in Deutschland, die einen Lehrstuhl für Digital Humanities eingerichtet haben, weil man unsere Arbeit als Bereicherung sieht. Durch die Digital Humanities betreten die Geisteswissenschaften ein Stück weit Neuland, was die Vernetzung von Informationen, Menschen und wissenschaftlichen Disziplinen betrifft. Die große Resonanz zeigt uns: Wir werden inzwischen wahrgenommen. Man sieht, dass das, was wir machen, keine Spielwiese ist, sondern die Forschung voranbringt.“

Der Verband Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd) wurde 2012 in Hamburg gegründet. Er versteht sich als Forum und formelle Interessenvertretung für Forscherinnen und Forscher, die sich im deutschsprachigen Raum in Forschung und Lehre – unabhängig von ihrer jeweiligen Fachdisziplin – im Arbeitsbereich der Digital Humanities engagieren.

Weitere Informationen:
Konferenz, Programm und  Anmeldung: http://www.dhd2014.uni-passau.de
Digital Humanities im deutschsprachigen Raum (DHd): http://www.dig-hum.de

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Prof. Dr. Malte Rehbein, dhd2014atuni-passau.de, oder an das Referat für Medienarbeit der Universität Passau, Tel. 0851 509-1439.

Katrina Jordan | 18.03.2014

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Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an das Referat für Medienarbeit der Universität Passau.