Meldung

GeoComPass – Geographische Gesellschaft Passau e. V.: Programm für das Sommersemester 2006 steht



GeoComPass – die Geographische Gesellschaft Passau e. V.  – ist mit ihren Veranstaltungen mittlerweile fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders der Region. Mit Vorträgen und Exkursionsangeboten bietet sie einer großen Gruppe an geographisch Interessierten eine breite Palette an spannenden Themen. Seit einiger Zeit steht nun auch das Programm für das Sommersemester 2006: Die Vorträge beschäftigen sich mit „Dem tropischen Regenwald zwischen Raubbau und Konservierung – Westafrika und Brasilien im Vergleich" (Prof. Dr. Dieter Anhuf, Passau,  Montag, 08. Mai, 19.00 Uhr, Hörsaal 9, Audimax, Innstraße 31), mit „Portugal – Melancholie und Aufbruch im Südwesten der EU. Ein multimedialer Werkstatt- und Exkursionsbericht von Studierenden der Geographie der Universität Passau“ (Montag, 22. Mai, 19.00 Uhr, Hörsaal 9, Audimax, Innstraße 31), mit „Südamerika – wo die Evolution entdeckt wurde“ (Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Storch, Heidelberg, Montag, 03. Juli, 19.00 Uhr, Hörsaal 8, Gebäude Wirtschaftswissenschaften, Innstraße 27) und mit „Unterwegs durch Afghanistan – eine Zeitreise“, in die der bekannte Fotojournalist Helmut R. Schulze (Heidelberg) seine Zuhörer am Montag, 17. Juli, entführt (19.00 Uhr, Hörsaal 10, Audimax, Innstraße 31). Exkursionen führen im April nach Weinfranken und in die Residenzstadt Würzburg (Anmeldeschluss 31. März) bzw. im Mai zu  „Bauern, Burgen und Bischöfen im Mühlviertel“; im Mozartjahr darf auch Salzburg nicht fehlen: „250 Jahre W. A. Mozart – Eine kulturgeographische Spurensuche in der Stadt Salzburg“ stehen im Juni auf dem Programm. Und schließlich führt im August eine Exkursion ins Piemont und nach Aosta, „die Wiege des modernen Italien“. Das ausführliche Programm findet sich im Internet unter www.geocompass.de

GeoComPass UNTERWEGS
Weinfranken und die Residenzstadt Würzburg – Image und Wirklichkeit der Wiege des Bocksbeutels
Exkursion von Freitag, 21., bis Sonntag, 23. April 2006, mit Dr. Eberhard Rothfuß (Passau)
Die Kulturlandschaft von Unterfranken ist außerordentlich vom Weinbau geprägt. Die fürstbischöfliche Residenz von Würzburg, UNESCO-Weltkulturerbe, liegt im Maintal eingebettet in den Hanglagen weltbekannter Weingüter wie des Würzburger Steins. 1728 beschloss der Würzburger Stadtrat, dass die besten Weine des städtischen Bürgerspitals in Bocksbeutel gefüllt werden sollten. Heute ist der Bocksbeutel dank der „Sturheit“ der fränkischen Winzer einerseits ein europaweit geschütztes Markenzeichen für Qualitäts- und Prädikatsweine aus Franken, andererseits haftet dem Bocksbeutel jedoch teilweise ein „altbackenes“ Image an, das im hart umkämpften europäischen Weinmarkt zunehmend zum Problem wird.
Unter einem wahrnehmungsgeographischen Blickwinkel werden Aspekte des Regional-, Stadt- und Produktmarketings mit Experten vor Ort diskutiert und die Stärken und Schwächen der Region analysiert; eine exklusive Weinprobe wird die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in die Geschmackslandschaft „Weinfranken“ entführen.
Bus-Exkursion
Kosten: ca. 130 Euro/Mindestteilnehmerzahl 12/Anmeldeschluss 31. März 2006
Anmeldung und weitere Informationen bei GeoComPass 

GeoComPass THEMA
Der tropische Regenwald zwischen Raubbau und Konservierung – Westafrika und Brasilien im Vergleich
Prof. Dr. Dieter Anhuf (Passau) – Montag, 08. Mai 2006 – 19.00 Uhr, Hörsaal 9, Innstraße 31
Wälder bedeckten einst etwa die Hälfte der Landoberflächen unserer Erde. Große Flächen sind inzwischen ersetzt worden durch Städte, Verkehrswege, landwirtschaftliche Produktionsflächen, Weideland, degradierte Wälder, Forste oder durch Brachflächen, teilweise infolge von Erosion. Wälder wurden immer von den Menschen genutzt für die Nahrungsmittelversorgung, für die Beschaffung von Bau- und Brennmaterial, als natürlicher Schutz aber auch als Flächenreserve für eine kontinuierlich steigende Bevölkerungszahl. So stellen Wälder auch in der Zukunft eine bedeutende Ressource dar.
In Westafrika ist die Tropenwaldzerstörung so weit vorangeschritten, dass unberührte Wälder nur noch in Nationalparks anzutreffen sind. Brasilien aber, das über die größte geschlossene Primärwaldfläche der Erde verfügt, hat alle Möglichkeiten sowohl den überwiegenden Teil dieses einmaligen Ökosystems und Garanten des regionalen Klimasystems in seiner Funktion zu erhalten als auch einen kleineren Teil der nationalen Ökonomie zur kontrollierten Nutzung zu überlassen. Nur das Miteinander von Schutz und Nutzung kann das langfristige Überleben der Tropenwälder Amazoniens garantieren. 15 Prozent der brasilianischen Bevölkerung leben heute in diesem riesigen Gebiet. (Es besteht aber noch ein erheblicher Nachholbedarf bei der wirtschaftlichen Regionalentwicklung, insbesondere bei der fachlichen Unterstützung eines Großteils der Bevölkerung, der aus Armutsgründen aus dem Süden und Nordosten Brasiliens hierher gekommen ist, angelockt durch die Infrastrukturmaßnahmen der letzten Militärjunta in den 70er Jahren.) Der Zugang zu regulären Landtiteln und einer angepassten Agrartechnologie könnte die soziale und wirtschaftliche Situation eines Großteils dieser Bevölkerung nachhaltig verbessern und den Druck durch illegales Abbrennen der Wälder erheblich verringern.

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Bauern, Burgen, Bischöfe – das Mühlviertel und das Werden seiner Kulturlandschaft
Exkursion am Samstag, 13. Mai 2006, mit apl. Prof. Dr. Armin Ratusny (Passau)
Die weitgehend im Mittelalter entstandene Kulturlandschaft des Mühlviertels hat in ihren charakteristischen Merkmalen bis heute überdauert. Ihre historisch-geographische Analyse erlaubt den faszinierenden Einblick in eine Zeit, in der die Pionierfront der Besiedlung noch in unseren Mittelgebirgen lag. Im Lauf der Exkursion wird für diesen Raum und seine mittelalterliche Erschließung ein Erklärungsmuster offensichtlich werden, dessen Bogen sich von lokal-agrarökologischen Bedingungen über regional-territoriale Faktoren bis hin zu überraschenden kontinental-europäischen Zusammenhängen spannt.
Bus-Exkursion
Kosten: ca. 22 Euro/Mindestteilnehmerzahl 12/Anmeldeschluss 30. April 2006
Anmeldung und weitere Informationen bei GeoComPass

GeoComPass REPORT
Portugal – Melancholie und Aufbruch im Südwesten der EU
Ein multimedialer Werkstatt- und Exkursionsbericht von Studierenden der Geographie der Universität Passau – Montag, 22. Mai 2006 – 19.00 Uhr, Hörsaal 9, Audimax, Innstraße 31
Das kleine Land am Südwestrand der Europäischen Union war einst das Tor zur Neuen Welt und blickt heute auf eine bewegte Geschichte zurück. Die portugiesische Seele schwankt zwischen melancholischer und wehmütiger „Saudade“, einer beharrlichen Sehnsucht nach dem ruhmreichen und goldenen Zeitalter der Entdeckungsreisen, als Portugal Zweidrittel der bewohnten Erde auf dem Seeweg entdeckte und zur Weltmacht wurde, und einem pragmatischen Willen als fast 20-jähriges EU-Mitglied, den ökonomischen Entwicklungsrückstand im europaweiten Vergleich aufzuholen. Prozesse der industriellen Modernisierung und Tertiärisierung haben – insbesondere in den Metropolen Lissabon und Porto – den Abstand zu den Kernländern Europas entscheidend verringern lassen, hingegen sind landwirtschaftlich geprägte Regionen wie der Alentejo noch immer durch Abwanderung und tiefgreifenden sozioökonomischen Strukturwandel gekennzeichnet.
Die Exkursionsteilnehmerinnen und  -teilnehmer präsentieren in multimedialer Perspektive die vielfältigen historischen und rezenten Facetten portugiesischer Lebenswelt zwischen Maurischer Vorherrschaft, kolonialer Machtsphären und einem heutigen „Europa der 25“, zwischen Portwein und Korkeichenwäldern, zwischen manuelischer Baukunst und Architektur der Moderne im Zuge der Expo 1998 in Lissabon.

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250 Jahre W. A. Mozart – Eine kulturgeographische Spurensuche in der Stadt SalzburgExkursion am Samstag, 24. Juni 2006, mit Prof. Dr. Werner Gamerith (Passau)Salzburg ohne Mozart? Dieser Gedanke scheint schwer vorstellbar, zumal im Jubiläumsjahr 2006. Doch die Selbstverständlichkeit, mit der das Musikgenie in Salzburg zu Markte getragen wird, währt nicht schon seit zweihundert oder mehr Jahren, sondern ist eine relativ junge Erscheinung. Überdies muss das „Label“ Mozart in Salzburg mit einer Reihe von anderen Bildern, Stereotypen und Marketingstrategien konkurrieren. So gesehen ist der Salzburger Mozartrummel keine ausgemachte Sache. Die Exkursion wird sich auf die kleineren, unbekannteren Spuren des Komponisten und seiner Familie begeben und gleichzeitig die großen, bekannten Mozart-Reliquien und Mozart-Wallfahrtsstätten kritischer unter die Lupe nehmen. Auch die anderen Werbeträger und Klischees, mit denen sich die Stadt Salzburg erfolgreich schmückt, werden in ihren lokalen und regionalen Bezügen aufgezeigt und in ihren Auswirkungen auf den alltäglichen Stadtraum präsentiert.Bus-ExkursionKosten: ca. 25 Euro/Mindestteilnehmerzahl 12/Anmeldeschluss 15. Juni 2006
Anmeldung und weitere Informationen bei GeoComPass

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Südamerika – wo die Evolution entdeckt wurde
Prof. Dr. Dr. h.c. Volker Storch (Heidelberg) – Montag, 03. Juli 2006 – 19.00 Uhr, Hörsaal 8, Gebäude Wirtschaftswissenschaften, Innstraße 27
Südamerika hat in der Entwicklung des Gedankengebäudes der Evolutionsbiologie eine ganz besondere Rolle gespielt. Hier hat Charles Darwin entscheidende Eindrücke für sein Konzept einer biologischen Evolution erhalten. Das Resultat war die Entwicklung unseres modernen Weltbildes. Südamerika hat auch Alfred Wegener inspiriert, und vor Südamerika sind die reich besiedelten heißen Hydrothermalquellen entdeckt worden. Die Trennung Südamerikas von Antarktika schließlich hat wesentliche ozeanische Strömungsmuster verändert und die heutige Verbreitung von Organismen wesentlich mit beeinflusst.

GeoComPass HIGHLIGHT   
Unterwegs durch Afghanistan – eine Zeitreise
Helmut R. Schulze (Heidelberg) – Montag, 17. Juli 2006 – 19.00 Uhr, Hörsaal 10, Audimax, Innstraße 31
Afghanistan kommt nur langsam aus den Schlagzeilen der Weltpresse. Zu groß sind die Wunden, die die Interessensmächte diesem Land und seinen Menschen zugefügt haben. Es bedarf sehr großer Kraftanstrengung der internationalen Gemeinschaft, den Menschen eine neue Perspektive zu geben. Dieses großartige Land mit seinen unterschiedlichen ethnischen Interessensgruppen ist noch heute durch die Zerstörungen des Jahrzehnte anhaltenden Krieges schwer zugänglich. Zerstörte Häuser und Brücken, sehr schlechte Straßen und Unterkünfte, die den Namen nicht verdienen, erschweren das Reisen erheblich.
Dreimal reiste der bekannte Fotojournalist Helmut R. Schulze mit seinem Team in den letzten Jahren nach Afghanistan. Die jüngste Reise führte ihn im Wagen 2.500 Kilometer kreuz und quer durch diese schöne, wilde Landschaft. Oft war ein Durchkommen nur durch die Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit der Menschen möglich.
Die Teilnehmer begleiten Helmut R. Schulze auf der abenteuerlichen Reise über schlechte Pisten zu den gesprengten Buddhas nach Bamiyan zu dem Naturwunder der Blauen Seen, in den Moscheenbezirk von Mazar-E-Sharif, zu den Beduinen und Märkten im Norden bis Herat und wieder über Kandahar nach Kabul. Hier besuchte er Krankenhäuser, Schulen und begleitete die Bundeswehr auf Patrouille.

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Piemont und Aosta – Die Wiege des modernen Italien
Exkursion von Montag, 21., bis Samstag, 26. August 2006, mit Prof. Dr. Werner Gamerith (Passau)
Spätestens im August 2006 wird in die Olympia-Metropole Turin wieder der Alltag eingekehrt sein, und „Feragosto“, die Haupturlaubszeit Italiens, bietet eine gute Gelegenheit, die piemontesische Metropole mit ihren ruhigen und beschaulichen Facetten kennen zu lernen. Die Exkursion wird sich aber auch den städtebaulichen Aspekten und Herausforderungen der zurückliegenden Winterspiele widmen, Turin als einem der industriellen und wirtschaftlichen Zentren Italiens begegnen und die politisch-geographischen Hintergründe dieses oft mit Preußen verglichenen Teils Italiens beleuchten. Fahrten in das durch Textilindustrie geprägte nordöstliche Umland Turins und in einige von extremer Abwanderung und Randlage gekennzeichnete Seitentäler der Seealpen werden dieses piemontesische Kaleidoskop ergänzen. Schließlich führt die Exkursion in das unter deutschen Touristen noch oft unbekannte Aostatal, das im Schatten der mächtigsten Gebirgskulisse der Alpen liegt und eine Fülle kultureller Schätze im Schnittpunkt dreier europäischer Sprachen – Französisch, Italienisch und Deutsch – bewahrt hat.
Bus-Exkursion
Kosten (Busfahrt, 5 x Ü/F, Halbpension, gute Hotels, Zimmer Du/WC): 448 Euro (EZ-Zuschlag 95 Euro)/Mindestteilnehmerzahl 20/Anmeldeschluss 31. Juli 2006
Veranstalter: Fürst Reisen GmbH & CoKG Hutthurm
Anmeldung und weitere Informationen bei GeoComPass


Eintritt GeoComPass THEMA: € 2,50 / ermäßigt € 1,50
Eintritt GeoComPass HIGHLIGHT: € 5,00 / ermäßigt € 2,50
Eintritt GeoComPass REPORT: € 1,50
Der Reinerlös der Veranstaltungen GeoComPass REPORT kommt den Studierenden zugute.
Mitglieder von GeoComPass haben freien Eintritt zu allen Vortragsveranstaltungen.
Aktuelle Hinweise und das vollständige Programm gibt es unter www.geocompass.de

 

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Hinweis an die Redaktionen:
Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Professor Dr. Werner Gamerith, Tel. 0851509-2733, oder an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851/509-1430, E-Mail: pressestelle@uni-passau.de

Thoralf Dietz | 28.02.2006

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Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an das Referat für Medienarbeit der Universität Passau.