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Öffentliche Tagung „Resilienz des Rechts“

Die Tagung „Resilienz des Rechts“ am 4. und 5. Juni an der Universität Passau widmet sich einem Grenzphänomen des Rechts: der Frage nach der Widerstandsfähigkeit des Rechts in Krisen und Ausnahmefällen. Unter welchen Umständen bricht ein Rechtssystem oder das Recht als solches zusammen? Welche Faktoren erschweren oder verhindern ein solches Zusammenbrechen? Wie kann das Recht gehärtet werden? Das Datum der Tagung ist dabei nicht zufällig gewählt: Die Flutkatastrophe, die im Juni 2013 auch Passau mit voller Wucht traf, wird ein wiederkehrendes Thema der Tagung sein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich willkommen.

Unter dem Begriff der Resilienz wird die Toleranz und Widerstandsfähigkeit eines Systems gegenüber Störungen verstanden. „Resilienz“ wird bereits seit einiger Zeit in der Psychologie, der Pädagogik, der Stadtplanung sowie dem Personal- und Projektmanagement verwendet. Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussionen auf diesen Gebieten ist dabei die seelische Widerstandsfähigkeit des Menschen oder die Widerstandsfähigkeit der ihn umgebenen Infrastruktur gegenüber äußeren Einwirkungen, insbesondere in Krisen. „Ziel der Tagung ist es, den Begriff der Resilienz in die rechtswissenschaftliche Debatte einzuführen“, erklärt Kai von Lewinski, Professor für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht an der Universität Passau. „Die Widerstandsfähigkeit des Rechts stand in der Vergangenheit immer wieder vor Herausforderungen und muss sich aktuell angesichts von Terrorgefahr und Staatsschuldenkrise beweisen. Im Rahmen der Tagung soll untersucht und diskutiert werden, wie Recht in Krisen- und Ausnahmesituationen besteht.“

Den Auftakt bildet der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Berger, Theologe und Emeritus im Fach Neutestamentliche Theologie der Universität Heidelberg, über „Bildliche Darstellungen von Apokalypse und Katastrophe“ am 4. Juni um 18 Uhr.

Im Programm am 5. Juni ist nach der Eröffnung durch die Universitätsleitung die Flut den roten Faden im ersten Vortrag von Prof. Dr. Rüdiger Korff vom Lehrstuhl für Südostasienstudien der Universität Passau. Er wird um 9.15 Uhr zum Thema „Resilienz: Eine Frage von Biegen oder Brechen im Ausnahmefall“ sprechen und dabei aus sozialwissenschaftlicher Perspektive auch die Vorgänge der Passauer Katastrophe beleuchten. Wie das Hochwasser den Campus getroffen hat und wie die Universität im Lauf ihrer Geschichte mit dem Wasser umgegangen ist, erläutert Universitätsarchivar Mario Puhane ab 16 Uhr bei einem Campusrundgang.

Außerdem am 5. Juni zu Gast:

10:00 Uhr
Prof. Dr. Dr. h.c. Josef Isensee (Universität Bonn): „Kontinuität von Recht im Ausnahmefall“

10:45 Uhr
Prof. Dr. Lorenz Kähler (Universität Bremen): „Resilienz durch Rechtsprechung – Zur Reaktion der Gerichte auf Krisen“

12:30 Uhr
Christoph Unger, Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: „Justizsicherung im Krisenfall – Die Rechtsprechung als kritische Infrastruktur“

13.15 Uhr
Mag. Dr. Wolfgang Steiner, Landtagsdirektor und Leiter der Direktion Verfassungsdienst im Amt der Oberösterreichischen Landesregierung: „Legistische Parameter für resilientes Recht“

14:30 Uhr
Abschließende Podiumsdiskussion mit allen Referenten

Bei allen Vorträgen besteht die Möglichkeit zur Diskussion. Der Eintritt ist frei. Veranstaltungsort ist Raum 017 im IT-Zentrum der Universität (Gebäude Innstr. 43). Anmeldeschluss ist der 15. Mai 2015, spätere Anmeldungen sind möglich.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch die Fritz Thyssen Stiftung für Wissenschaftsförderung.

Fyler für die Tagung  „Resilienz des Rechts“ sowie weitere Informationen und Anmeldung unter: http://www.jura.uni-passau.de/lewinski/tagung-resilienz-des-rechts/

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an Annika Kieck (annika.kieckatuni-passau.de), Tel. 0851 509-2224.

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