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Preiswürdige Abschlussarbeit: Passauer Studentin erhält "medius" 2018

Für ihre Masterarbeit über die Aufgabe des Kinderfernsehens in der Flüchtlingskrise hat Melanie Baxter in Berlin den Preis für innovative, wissenschaftliche und praxisorientierte Abschlussarbeiten erhalten. Der "medius" konzentriert sich auf den Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis und fördert interdisziplinäre und internationale Perspektiven.

Melanie Baxter (l.) mit ihrer Laudatorin Sophie Pohle (Deutsches Kinderhilfswerk). Foto: sh/fsf

Die ausgezeichnete Masterarbeit mit dem Titel "Informieren und Integrieren: Die Aufgabe des Kinderfernsehens in der Flüchtlingskrise" wurde von Professor Dr. Guido Pollak betreut und wusste die "medius"-Jury durch ihre Praxisorientierung zu überzeugen. Sie ist im Schwerpunkt Medienpädagogik verortet und zielt darauf ab, den Informationsbedarf von Kindern mit und ohne Fluchthintergrund in Deutschland hinsichtlich der Flüchtlingsthematik anhand einer qualitativen Befragung sichtbar zu machen. Zudem werden den Redaktionen des Kinderfernsehens Anregungen gegeben, wie beide Zielgruppen bei der Integration von geflüchteten Kindern und Jugendlichen unterstützt werden können. Den ersten Platz teilte sich Melanie Baxter ebenso wie das Preisgeld in Höhe von 2500 Euro mit zwei weiteren Abschlussarbeiten aus Hannover und Magdeburg-Stendal.

Der Absolventin des Masterstudiengangs Medien und Kommunikation kam die Idee für ihre Arbeit im Sommer 2015 in ihrem Heimatort, bei der Betreuung von Flüchtlingskindern: "Dabei habe ich gelernt, dass die kulturellen Unterschiede doch sehr groß sind und dass die Integration nicht einfach werden würde". Während es bei Kindern ohne Fluchthintergrund häufig zu Missverständnissen käme, herrsche bei Kindern aus Flüchtlingsfamilien oft komplette Unwissenheit zu Deutschland. Auf der Preisverleihung betonte sie, wie wichtig es ihr sei, insbesondere den geflüchteten Jungen die Gleichstellung von Mann und Frau in Deutschland näherzubringen. Die inzwischen 27-Jährige forderte mediale Vorbilder, die den Mädchen mit Fluchthintergrund zeigen, dass "ihr Weg nicht so vorbestimmt ist, wie es in ihrem Heimatland gewesen wäre". Zudem sei bemerkenswert, dass Flüchtlinge nur in ihrer Rolle als Flüchtling wahrgenommen würden. Die Konzentration läge auf ihrer Opferrolle, anstatt Interesse an möglicherweise dauerhaften Mitbürgern zu zeigen.

"Während des Schreibens habe ich manchmal gezweifelt, aber heute weiß ich, dass die hochinteressanten Erkenntnisse den Aufwand absolut Wert waren", kommentiert Melanie Baxter die teilweise belastenden Erzählungen der Kinder. Durch die gedolmetschten Interviews würde wieder vor Augen geführt, welche Rechte in Deutschland als selbstverständlich gelten, im Heimatland der Geflüchteten jedoch nicht gewährleistet sind.

Sophie Pohle vom Deutschen Kinderhilfswerk e.V. leitete ihre Laudatio mit der Feststellung ein, Flucht und Migration seien seit drei Jahren dauerhaftes Thema der medialen Berichterstattung. "Eine Perspektive, die bei all diesen Diskussionen und Debatten allerdings bisher kaum in den Blick genommen wurde - ist die einer unglaublich wichtigen, zukunftsträchtigen Zielgruppe: die der Kinder", hob sie die Bedeutung der Arbeit hervor. Melanie Baxter verdeutliche, "wie das Kinderfernsehen als Leitmedium der Drei- bis 12-Jährigen die junge Zielgruppe beim Verstehen des sehr komplexen Geschehens unterstützen und dazu beitragen kann, die Bildung von Vorurteilen und Ängsten zu minimieren."

Seit 2008 vergeben die Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen (FSF), die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK), die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) sowie das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) den "medius", der sich zum Ziel setzt junge Forschung zu fördern. Die Preisverleihung fand im Rahmen des Sommerforums Medienkompetenz statt.

Katrina Jordan | 04.12.2018

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