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Spitzenforscher Donald C. Hambrick erhält Ehrendoktorwürde

Er hält bereits Ehrendoktorwürden der Sorbonne in Paris, der Universität Antwerpen und der Erasmus Universität Rotterdam, seit dem 7. Juni ist Prof. Donald C. Hambrick von der Pennsylvania State University nun auch Ehrendoktor der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Passau. Als Begründer der ‚Upper Echelons Forschung‘ hat der US-Amerikaner eine der wichtigsten Forschungsrichtungen der modernen Managementwissenschaften geprägt und gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten auf diesem Gebiet weltweit. Nicht minder prominent war die Besetzung des feierlichen musikalischen Rahmens auf Schloss Neuburg: Neben Violinvirtuosin Christine-Maria Höller und der vielfach ausgezeichneten Pianistin Keiko Hattori gastierte das renommierte Barockensemble Schwanthaler Trompetenconsort.

Prof. Dr. h.c. mult. Donald C. Hambrick, PhD, und seine Frau Peg wurden von Präsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth, den Vizepräsidenten Prof. Dr. Harry Haupt und Prof. Dr. Harald Kosch sowie dem Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Michael Grimm, und Prof. Dr. Andreas König empfangen. Foto: Universität Passau
Prof. Dr. h.c. mult. Donald C. Hambrick, PhD, und seine Frau Peg wurden von Präsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth, den Vizepräsidenten Prof. Dr. Harry Haupt und Prof. Dr. Harald Kosch sowie dem Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Prof. Dr. Michael Grimm, und Prof. Dr. Andreas König empfangen. Foto: Universität Passau

Die Verleihung der Ehrendoktorwürde fand direkt im Anschluss an den 10. „EIASM Workshop zu Top Management Teams and Business Strategy Research” statt, den die Universität Passau am 6. und 7 Juni in Zusammenarbeit mit dem European Institute for Advanced Studies in Management (EIASM), einem Wissenschaftsnetzwerk mit Hauptsitz in Brüssel, ausgerichtet hat.

Professor Hambrick ist Evan Pugh Professor und Smeal Chaired Professor for Management am Smeal College of Business an der Pennsylvania State University. Seine Forschung fokussiert sich auf die Frage, wie die Persönlichkeiten und andere Eigenschaften von Spitzen-Führungskräften sich auf das Handeln und den Erfolg von Unternehmen auswirken. Hambrick ist Autor zahlreicher grundlegender akademischer Fachaufsätze. Er verfasste zudem mehrere wissenschaftliche Bücher, die auch für Praktiker relevant sind, unter anderem „Navigating Change: How CEOs, Top Teams, and Boards Steer Transformation“. Hambrick war Präsident der Academy of Management, der weltweit führenden Gesellschaft von Managementwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, und er saß im Vorstand der Strategic Management Society und in den Beiräten zahlreicher renommierter wissenschaftlicher Fachzeitschriften. Als einer von weniger als einer Handvoll Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verlieh ihm die Academy of Management beide ihrer höchsten Preise für das akademische Lebenswerk, den Distinguished Scholar Award und den Distinguished Educator Award.

„Ihr außerordentliches akademisches Werk, Ihre Arbeit mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs und Ihre Verdienste um die wissenschaftliche Gemeinschaft sind uns allen Vorbild und Inspiration“, sagte Präsidentin Prof. Dr. Carola Jungwirth zur Eröffnung. „Es ist ein Privileg und eine große Freude für uns, dass wir Sie heute auszeichnen dürfen.“ Die Präsidentin betonte die Parallelen zwischen Hambricks Forschung und dem Leitbild der Universität Passau: „Über alle Disziplinen und Fakultäten hinweg teilen wir den Gedanken, dass das, was wir lehren und wie wir es lehren, wie wir Gemeinschaft gestalten und Menschen miteinander verbinden, eine Wirkung auf die uns anvertrauten Studierenden hat.“ Eine Universität forme zukünftige Führungspersönlichkeiten dahingehend, „wer sie sind, und was aus ihnen wird.“

Prof. Dr. Michael Grimm, Dekan der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, begrüßte die 100 geladenen Gäste, stellte den historischen Rahmen der Verleihung vor und skizzierte das Programm für den Abend, ein festliches Konzert zu Ehren von Professor Hambrick. Das Konzert umfasste königliche barocke Trompetenmusik von den Höfen der Wittelsbacher in München und der Thurn und Taxis in Regensburg, eine Flamenco-Fantasie für Violine solo von Aleksey Igudesman, eine Bearbeitung von Leonard Bernsteins West Side Story Suite für Violine und Klavier (einschließlich der Lieder "America" und "Somewhere") sowie die besonders romantische und anspruchsvolle Sonate für Violine und Klavier in Es-Dur von Richard Strauss.

Andreas König, Inhaber des Lehrstuhls für Strategisches Management, Innovation und Entrepreneurship, hielt die Laudatio auf Hambrick und ging in einer sehr persönlichen Würdigung besonders auf Hambricks Bedeutung als „einer der einflussreichsten Denker und Forscher auf dem Gebiet des Managements und weit darüber hinaus“ ein. Hambricks „Upper Echelons Theory“ sei ein wegweisender Beitrag auf dem Gebiet der Management- und Organisationsforschung der letzten vier Jahrzehnte. Die Idee, dass das Handeln einer Organisation letztlich auch ein Spiegel der Werthaltungen, Normen und der Persönlichkeiten der Mitglieder des Top-Managements ist, habe die bis in die 70er Jahre hinein noch strukturalistisch ausgerichtete Management- und Organisationsforschung grundlegend verändert und neue Erklärungsansätze für zentrale Phänomene geliefert.

König betonte zudem, dass „die herausragende wissenschaftliche Leistung Professor Hambricks sich nicht nur darin zeigt, dass seine Theorie außerhalb der Wirtschaftswissenschaften mehr als jede andere Managementtheorie zitiert wird und von besonderer wissenschaftlicher Aussagekraft und Kreativität ist – sondern auch und ganz besonders in ihrer einzigartigen stilistischen Schönheit.“ Hambrick sei ein Ausnahme-Autor, der über eine sprachliche Klarheit verfüge, die in der Wissenschaft selten und außerordentlich bereichernd sei. Darüber hinaus habe sich Hambrick als Hochschullehrer und Mentor um den wissenschaftlichen Nachwuchs sehr verdient gemacht und zahlreiche, heute selbst namhafte, Forscherinnen und Forscher auf ihrem Weg begleitet. „Auch ich stünde nicht hier, wenn es Dich nicht gegeben hätte“, schloss König.

Katrina Jordan | 19.06.2019

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