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Universität gewinnt Förderung für die Entwicklung neuartiger Online-Lehrveranstaltung

Der von Stifterverband und iversity initiierte Wettbewerb "MOOC Production Fellowship – Lehren und Lernen im Web" hat mit rund 250 Einreichungen von Hochschullehrenden aus 20 Ländern große Resonanz erfahren. Zehn neuartige Konzepte für Massive Open Online Courses (MOOC) – frei zugängliche Online-Lehrveranstaltungen mit einer unbegrenzten Anzahl von Teilnehmern – wurden mit Fellowships ausgezeichnet. Zu den Preisträgern gehört auch das Projekt „Europe in the World: Law and Policy Aspects of the EU in Global Governance“, an dem die Universität Passau beteiligt ist.

Die Auswahl der Preisträger erfolgte zweistufig: Eine Online-Abstimmung mit mehr als 100.000 abgegebenen Stimmen gab eine erste Orientierung zur potentiellen Reichweite der Kursideen. Die Jury mit Vertretern aus Wissenschaft und der Politik wählte im zweiten Schritt die Fellows aus.

„Die Europäische Union ist die weltgrößte Handelsmacht und ein politisches Schwergewicht mit diplomatischem Dienst und eigenen Krisenreaktionskräften. Dieser MOOC erklärt die Rolle der EU in der multipolaren Weltordnung, und zwar sowohl aus rechtlicher als auch aus politischer Sicht“, beschreibt Christoph Herrmann, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht, Europarecht, Europäisches und internationales Wirtschaftsrecht an der Universität Passau, die Inhalte der zukünftigen Online-Lehrveranstaltung. Sein Lehrstuhl produziert den englischsprachigen Massive Open Online Course zusammen mit Kollegen vom Europäischen Hochschulinstitut in Florenz und der Universität Leuven.

„Europe in the World: Law and Policy Aspects of the EU in Global Governance“ startet voraussichtlich im Sommersemester 2014 und wird dann zunächst kostenfrei weltweit verfügbar sein. Für Studierende der Universität Passau soll  der Kurs im Rahmen des Studienzertifikats für Europarecht, Internationales Recht und Rechtsvergleichung (CECIL) anrechenbar werden. „Die Herausforderung wird darin bestehen, die Lerninhalte so zu präsentieren, dass sie dem Informationsverarbeitungsverhalten junger Menschen, die mit dem Internet und sozialen Netzwerken aufgewachsen sind möglichst gut entsprechen, zugleich aber auch einem hohen wissenschaftlichem Anspruch genügen“, sagt Christoph Herrmann.

Die Wissenschaftler nahmen ihr Fellowship am 20. Juni im Rahmen einer Preisverleihung im Berliner Allianz Forum entgegen. Bei diesem Anlass wurde auch die Bedeutung von MOOCs für die deutsche Bildungslandschaft im Rahmen einer Panel-Diskussion, an der Prof. Herrmann teilnahm, intensiv diskutiert.

„Für uns bedeutet der Gewinn des Fellowships die Chance, in einem hochspezialisierten Team unsere Forschungsergebnisse an motivierte Studierende weltweit weiterzugeben. Verbunden ist damit die Hoffnung, Forschung und Lehre wieder stärker zu integrieren, so wie es dem universitären Ideal eigentlich entspricht“, erklärt Christoph Herrmann. „MOOCs werden die Universitäten als Lernraum nicht ersetzen können, sie könnten sich aber zu einer sinnvollen Ergänzung der deutschen Bildungslandschaft entwickeln“, so Herrmann. „In jedem Fall bieten sie die Chance, neue Zielgruppen zu erreichen, in spezialisierter Form zu kooperieren und den Lernenden stärker zu aktivieren.“

Katrina Jordan | 28.06.2013

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