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Universität Passau und Freistaat Bayern schließen Zielvereinbarung



Am Montag (20. Juli) haben die Präsidenten und Rektoren der bayerischen Universitäten und Fachhochschulen gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, individuelle Zielvereinbarungen zwischen ihren jeweiligen Einrichtungen und dem Freistaat Bayern unterzeichnet, in denen die Entwicklungsziele der nächsten Jahre festgehalten werden.

Der grundlegende Reformprozess, in dem sich die bayerischen Hochschulen befinden, wird auf der Basis von Innovationsbündnissen
("Rahmenzielvereinbarung") durch bilaterale Zielvereinbarungen umgesetzt. Staat und Hochschulen verhandeln diese auf Augenhöhe und legen gemeinsam Schwerpunkte für die Entwicklung und Profilbildung fest. Die jetzt unterzeichnete Zielvereinbarung hat eine Laufzeit bis zum Ende des Jahres 2013. In den Zielvereinbarungen werden konkrete und messbare Ziele vereinbart. Vereinbart werden in ihnen insbesondere die strategische Entwicklung und Profilbildung der einzelnen Universität in den kommenden Jahren wie der Ausbau fachlicher Schwerpunkte.

Profil und strategische Ausrichtung der Universität Passau
Seit ihrer Gründung 1978 hat sich die Universität Passau zu einer anerkannten und renommierten Universität entwickelt, die über ein dichtes Netz internationaler Hochschulpartnerschaften und Forschungskooperationen verfügt. Ihre Fakultäten sind interkulturell ausgerichtet, leistungs- und praxisorientiert. Eine besondere Stärke liegt in der interdisziplinären Vernetzung der Lehre. Schon in ihrer organisatorischen Struktur ist die Universität Passau mit ihren Fakultäten und ihren Forschungseinrichtungen auf fächerübergreifende Kooperationen angelegt. Die in den letzten Jahren deutlich gewordene Interdisziplinarität soll zu einem Merkmal der Universität weiterentwickelt werden und sich künftig auch in besonderen Forschungsstrukturen und -erfolgen niederschlagen. Das bedeutet, dass die Forschung im Rahmen eines organisierten Prozesses deutlich mehr Gewicht erhalten wird. Internationalität hat an der Universität auch künftig einen herausragenden Stellenwert.

In Lehre und Forschung sollen weiterhin die bisherigen Profilbereiche
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         Internationalisierung und Sprachenerwerb,
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         Kulturwirtschaft,
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         Informatik und Informationstechnologie,
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         Recht und Wirtschaft sowie
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         Lehrerbildung
die Entwicklung der Universität Passau bestimmen.

Das vorhandene Fächerspektrum eröffnet aber auch Anknüpfungspunkte für die Herausbildung neuer Profilbereiche. Dazu setzt sich die Universität weitere Fächer übergreifende und Fächer verbindende wissenschaftliche Ziele, die durch Vernetzung und Bündelung von Forschungsaktivitäten in Schwerpunktbereichen erreicht werden sollen. Diese Schwerpunkte bieten Orientierung bei der Berufung von Professoren und Professorinnen, bei der Beantragung von Forschungsprojekten und Graduiertenkollegs sowie für die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universität. Universität und Fakultäten werden sich insbesondere durch personelle Verstärkungen und finanzielle Förderung in diesen Bereichen engagieren.

Einzelne Ziele im Überblick
In der Zielvereinbarung 2006 bis 2008 und in Orientierung am Optimierungskonzept der Bayerischen Staatsregierung hat die Universität Passau ihre Profilbereiche fachlich-strukturell sowie organisatorisch fortentwickelt und gestärkt. Dieser Prozess soll im Zielvereinbarungszeitraum 2009 bis 2013 einerseits fortgesetzt werden, andererseits soll besonderer Wert darauf gelegt werden, das gesamte Forschungsprofil der Universität weiterzuentwickeln. Neue Profilelemente sollen entstehen, insbesondere im Themenbereich Kommunikations- und Medienwissenschaften.

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         Weiteres Profilelement: Kommunikations- und Medienwissenschaften
Forschungskompetenz zu den Kommunikations- und Medienwissenschaften mit Anknüpfungspunkten in allen Fakultäten ist bereits vorhanden und wird ausgeweitet, beispielsweise durch die neu geschaffenen Lehrstühle "Interkulturelle Kommunikation", "Kommunikationswissenschaft", "Computervermittelte Kommunikation" (noch nicht besetzt) sowie "Bürgerliches Recht, Informationstechnologierecht und Rechtsinformatik" (noch nicht besetzt). Bis 2012 wird die Universität eine Zentrale Einrichtung für Kommunikation und Medien (analog beispielsweise zum Sprachenzentrum oder dem Zentrum für Schlüsselqualifikationen) schaffen, in der alle Aktivitäten und Leistungen zentralisiert und fächerübergreifend allen Teilen der Universität zur Verfügung gestellt werden. Das Zentrum wird in einem Neubau untergebracht, der zur weiteren Stärkung und Vernetzung der Kompetenzen im Bereich der Kommunikations- und Medienwissenschaften, der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen und im Bereich des eLearnings beitragen wird. Die Planung des Gebäudes soll bis Ende 2009, die Fertigstellung und Inbetriebnahme sollen bis Mitte 2012 erfolgen.
Der Freistaat Bayern unterstützt dieses Ziel durch Finanzierung des Neubaus mit Kosten in Höhe von fünf Millionen Euro aus Mitteln des BayernFIT-Programmes. Zudem werden für die Ersteinrichtung des Gebäudes aus dem Innovationsfonds im Jahr 2011 Mittel in Höhe von 150.000 Euro und im Jahr 2012 in Höhe von 350.000 Euro bereitgestellt.

·         Sichtbarkeit der Universität auch im Bereich der Forschung soll deutlich verbessert werden
Hierfür will die Universität eine wettbewerbsfähige Forschungsstruktur schaffen, die die Kompetenzen und Profilelemente der Universität bündelt und nach außen deutlich macht. Mit der neu geschaffenen Stelle einer Forschungsreferentin soll insbesondere das Beratungs- und Unterstützungsangebot für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aufgebaut und Forschungsinitiativen koordiniert werden.

·         Weitere Profilbildung in der Forschung
Die universitären Profilbereiche und Schwerpunktthemen in der Forschung werden bis 2013 verbreitert und erweitert. Dazu setzt sich die Universität weitere fächerübergreifende und fächerverbindende wissenschaftliche Ziele, die durch Vernetzung und Bündelung von Forschungsaktivitäten in Schwerpunktbereichen erreicht werden sollen. Diese Schwerpunkte bieten Orientierung bei der Berufung von Professoren und Professorinnen, bei der Beantragung von Forschungsprojekten und Graduiertenkollegs sowie für die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Universität. Universität und Fakultäten werden sich insbesondere durch personelle Verstärkungen und finanzielle Förderung in diesen Bereichen engagieren.

Unterstützt werden die Schwerpunktsetzungen, im Wesentlichen der Forschungsschwerpunkt Kommunikations- und Medienwissenschaften, sowie die DFG-Vorhaben durch die von der Universität bis 2013 beabsichtigte Umwidmung von fünf freiwerdenden Professuren.

·         Einrichtung von koordinierten DFG-Forschungsprogrammen
Insbesondere im Rahmen koordinierter Programme der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) sollen künftig mehr Drittmittel eingeworben werden. Im Bereich der Wirtschaftswissenschaften soll 2010/2011 ein Antrag auf Förderung eines Graduiertenkollegs oder einer Forschergruppe gestellt werden. Bis 2011 will die Universität weitere Antragstellungen auf Förderung koordinierter DFG-Programme, beispielsweise ein Graduiertenkolleg oder eine Forschergruppe, erreichen. Um die entsprechenden DFG-Initiativen zusätzlich zu fördern und die Antragstellungen zu unterstützen, werden aus dem Innovationsfonds in den Jahren 2009 bis 2011 zunächst jeweils Haushaltsmittel in Höhe von 100.000 Euro bereitgestellt.

·         Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchs und Graduiertenzentrum
Der wissenschaftliche Nachwuchs soll verstärkt gefördert werden, insbesondere die Zahl der Promovierenden (Prüfungsjahr 2006/2007: 68 Promotionen, davon 39 Männer und 29 Frauen) gesteigert werden. Um dieses Ziel zu erreichen sollen vermehrt strukturierte Doktorandenprogramme angeboten werden. Unter Beibehaltung der üblichen Qualitätsanforderungen soll auch den besten Fachhochschulabsolventen die Möglichkeit zur Promotion gegeben werden, beispielsweise durch die im Jahr 2006 neu ins Bayerische Hochschulgesetz aufgenommenen Möglichkeit der "kooperativen Promotion".

Das im Jahr 2008 errichtete Passauer Graduiertenzentrum soll weiter ausgebaut und als zentrale wissenschaftliche Einrichtung das Dach für die verschiedenen Promotionsprogramme sowie die individuell betreuten Dissertationsprojekte bilden, als Informationszentrum dienen und insbesondere auch die verschiedenen Einzelaktivitäten nach außen transparent machen. Ziel ist die Unterstützung, Koordinierung und das Marketing für die verschiedenen Projekte.

·         Akkreditierung der Studiengänge
Die Umstellung auf die gestufte Studiengangsstruktur Bachelor/Master ist mit der Einführung verschiedener weiterer Masterstudiengänge zum Wintersemester 2009/2010 im Wesentlichen abgeschlossen. Mehrere Studiengänge sind bereits akkreditiert, ein Großteil der anderen Studiengänge befindet sich derzeit im Akkreditierungsverfahren.

·         Schlüsselqualifikationen
Das Zentrum für Schlüsselqualifikationen hat bereits in den ersten beiden Jahren seines Bestehens ein umfangreiches und intensiv nachgefragtes Angebot für Studierende aller Fakultäten geschaffen und sich zu einem weiteren Markenzeichen der Universität Passau entwickelt. Neben der Qualitätsentwicklung und
-sicherung soll das Zentrum für Schlüsselqualifikationen in den kommenden drei Jahren eine klare Profilbildung betreiben und das Gesamtangebot weiterentwickeln. Eine Profilschärfung und Weiterentwicklung soll durch Veranstaltungen bewirkt werden, die innovativ, integrativ, international und interkulturell ausgerichtet sind. Bis 2010 wird ein Programmbeirat von externen Experten aus der Wirtschaft und anderen Bereichen gebildet.

·         Internationalisierung: Spitzenposition soll gestärkt werden
Die Internationalisierung in Forschung und Lehre als deutlich sichtbares Profilelement und Markenzeichen der Universität Passau hat bereits ein außerordentlich hohes Niveau erreicht. Zum Beispiel erhielt die Universität Passau im Jahr 2007 wie bereits in den beiden Vorjahren erneut bayernweit die meisten DAAD-Mittel für die Förderung von deutschen und ausländischen Studierenden im dritten Hochschuljahr.

Dieses Niveau will die Universität durch Maßnahmen wie
- Doppelabschlüsse (auch bei BA-Studiengängen),
- gegenseitige vertragliche Absicherung des Masterzugangs mit Partneruniversitäten,
- Einwerbung von "Semester-Stipendien" für das Studium an englischsprachigen Universitäten und
- einen Ausbau der Zusammenarbeit mit ausgewählten Partneruniversitäten
weiter intensivieren.

Zudem wird sich die Universität Passau spätestens im Jahr 2011 für das ECTS- und DS-(Diploma-Supplement)-Label des DAAD bewerben, um damit insbesondere den "Bologna-Zielen" Transparenz und Qualität gerecht zu werden.

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         Auswahl und Beratung von Lehramtsstudierenden: Aufbau einer Eignungsdiagnostik zur gezielten Studienberatung und Verbesserung der Schwundquoten
Untersuchungen zeigen, dass bis zu 40 Prozent der Lehramtsstudierenden ihr Studium erfolglos abbrechen, wenn die Studienmotivation von Anfang an relativ schwach ausgeprägt war. Um bereits den angehenden Studierenden eine Rückmeldung zu geben, inwieweit sie die besonderen Voraussetzungen für ein erfolgreiches Lehramtsstudium mitbringen, entwickelt die Universität Passau ein eignungsdiagnostisches Verfahren, das sich an den Kompetenzen ausrichtet, die für das Lehramtsstudium und den Lehrerberuf besonders wichtig sind. Im Ergebnis soll damit über eine fundierte Studieneingangsberatung und erforderlichenfalls auch über Auswahlentscheidungen die Quote der erfolgreich Studierenden erhöht und Schwundquoten gesenkt werden.

Bis zum Wintersemester 2011/12 soll zudem ein DFG-Antrag gestellt werden, um eine wissenschaftliche Längsschnittstudie zur Effizienz des Verfahrens über einen angemessenen Zeitraum durchführen zu können.
Zur personellen und sachlichen Unterstützung der Maßnahmen, insbesondere der DFG-Antragstellung, werden aus dem Innovationsfonds in den Jahren 2010 und 2011 Mittel in Höhe von jeweils 100.000 Euro bereit gestellt.

·         Frauen- und Familienförderung
Bis Ende 2010 wird für die Universität Passau ein umfassendes Gleichstellungskonzept erarbeitet werden. Dessen wesentlicher Inhalt werden die DFG-Gleichstellungsstandards sein. Zum Stichtag 01. Oktober 2008 lag der Frauenanteil bei Professuren bei 10,89 Prozent (2004: 9,50 Prozent). Im Bereich wissenschaftlicher Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen lag der Frauenanteil bei 39,23 Prozent (2004: 35,50 Prozent). Bei den Berufungsverfahren lag der Anteil der Frauen an den Listenplätzen im Jahr 2007 bei 22,58 Prozent. Diese Quoten sollen Schritt für Schritt erhöht werden.

Zudem beabsichtigt die Universität, die Kinder- und Familienfreundlichkeit der Universität weiter zu steigern. Dies betrifft insbesondere die fast ganzjährig geöffnete Krabbelstube, die derzeit aus zwei Vormittagsgruppen und einer Nachmittagsgruppe mit je zehn Kindern besteht.


Erfolgskontrolle
Mit der Zielvereinbarung sind erhebliche finanzielle Mittel verbunden, die die Universität vom Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst erhält. Mit der Unterzeichnung der Zielvereinbarung verpflichtet sich die Universität aber auch zur Erreichung der Ziele. Andernfalls können zum Teil Mittel zurückgefordert oder in Aussicht gestellte Mittel einbehalten werden.


Alle Zielvereinbarungen in der Übersicht
Weitere Informationen und die vollständigen Zielvereinbarungen aller Universitäten sind zu finden unter:
http://www.stmwfk.bayern.de/Hochschule/Zielvereinbarungen.aspx

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Hinweis an die Redaktionen:
Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an die Pressestelle der Universität Passau, Tel. 0851/509-1430.

 

Thoralf Dietz | 21.07.2009

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