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Universitäten Passau und Yangon besiegeln Zusammenarbeit

Am 14. Juni haben die Yangon University und die Universität Passau einen Vertrag (Memorandum of Understanding, MoU) zur zukünftigen Zusammenarbeit unterzeichnet. Für die Universität Passau unterschrieb Prof. Dr. Ursula Reutner, Vize-Präsidentin für Internationale Beziehungen, für die Yangon University der Rektor, Prof. Dr. Aung Thu. Zeugen der Unterzeichnung waren Dr. Dagmar Hellmann-Rajanayagam, Universität Passau, und Prof. Dr. Pho Kaung, Pro-Rektor der Yangon University. Auch die anderen Pro-Rektoren der Yangon University, Prof. Dr. Kyaw Naing und Prof. Dr. Aung Kyaw, sowie Lehrstuhlinhaber von insgesamt 20 Abteilungen wohnten der Zeremonie bei.

Der Rektor der Yangon University, Prof. Dr. Aung Thu, und Prof. Dr. Ursula Reutner, Vize-Präsidentin für Internationale Beziehungen der Universität Passau (Mitte) unterzeichneten den Vertrag zur zukünftigen Zusammenarbeit.
Der Rektor der Yangon University, Prof. Dr. Aung Thu, und Prof. Dr. Ursula Reutner, Vize-Präsidentin für Internationale Beziehungen der Universität Passau (Mitte) unterzeichneten den Vertrag zur zukünftigen Zusammenarbeit.

Seit über zwei Jahren wurde die Unterzeichnung in beiden Ländern intensiv vorbereitet. Gute Kontakte u.a. zur Erziehungsministerin von Myanmar führten letztendlich zu einem Durchbruch. „Wir freuen uns, dass wir den Prozess zu einem erfolgreichen Abschluss führen konnten und nun zu den ersten Universitäten gehören, die eine solche Kooperationsvereinbarung mit der ältesten und renommiertesten Universität des Landes abschließen", erklärt der Präsident der Universität Passau, Prof. Dr. Burkhard Freitag, der selbst die Verhandlungen durch einen Besuch vor Ort im Jahr 2012 entscheidend vorangetrieben hat.

Vor der jüngst vollzogenen Öffnung war das Land beinahe vollständig vom Ausland isoliert. Nach der Unabhängigkeit von den Briten 1948 und einer darauffolgenden Phase der Demokratie hatte 1962 das Militär die Macht übernommen. Danach zog sich Birma praktisch aus der Welt zurück. 1988 begannen Studierende und Mönche, gegen die Junta zu protestieren, was schließlich zum Rücktritt der Militärregierung unter General Ne Win führte. Doch Wahlen, die die Nationale Liga für Demokratie (NLD) 1990 hoch gewann, wurden nicht anerkannt, und ihre Führerin, die bekannten Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi unter Hausarrest gestellt. 2010 wurde sie aus dem Hausarrest entlassen, und seit 2011 ist eine deutliche Wende festzustellen. Der jetzige Präsident, Thein Sein, zog sich aus dem Militär zurück und übernahm als Zivilist die Regierung. Das Volk und die Abgeordneten erhielten mehr Mitspracherechte, und die strikten Regelungen über finanzielle und andere Beziehungen sowie die Zensur wurden gelockert. Das Land öffnete sich zunehmend der internationalen Gemeinschaft.

„Mit dem MoU können wir zu einem erfreulich frühen Zeitpunkt mit unserer wissenschaftlichen Zusammenarbeit beginnen", erklärt Prof. Dr. Burkhard Freitag. Und Prof. Dr. Ursula Reutner ergänzt: „Forschung in Myanmar unterliegt immer noch starken staatlichen Restriktionen. Der Vertrag ermöglicht es uns, nun direkter auf die Kolleginnen und Kollegen in Myanmar zuzugehen und auch leichter finanzielle Unterstützung über Drittmittel zu beantragen. Dadurch können wir vor Ort einerseits Hilfe beim Aufbau des Wissenschaftssystems geben und andererseits unsere gemeinsamen Forschungsziele verfolgen."

Im Zuge der jetzt besiegelten Kooperation legt man unter anderem großen Wert auf Weiterbildung vor allem des Lehr- und Forschungspersonals (capacity building). Auch ein Austausch von Doktoranden ist geplant. Eine wissenschaftliche Zusammenarbeit ist laut Aussagen der Yangon University vor allem auf den Gebieten Jura, Digital Humanities, Informatik, Geschichte und Südostasienstudien erwünscht.

Anja Schuster | 27.06.2014

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