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Ein virtuelles Museum für Passau und Kufstein: INTERREG-Projekt "ViSIT"

Wer die 130 Stufen des historischen Observationsturm der Veste Oberhaus in Passau erklimmt, wird künftig nicht nur mit einer grandiosen Aussicht auf die malerische Altstadt belohnt, sondern auch mit einem Panoramablick in die Vergangenheit der wichtigsten erhaltenen Burganlagen im Raum Inn-Salzach-Donau so das Ziel eines innovativen kulturbewahrenden Forschungsprojekts unter Leitung der Universität Passau, das mit mehr als einer Million Euro aus dem INTERREG V-A Programm "Österreich – Bayern 2014-2020" der Europäischen Union gefördert wird.

"Virtuelle Verbund-Systeme und Informations-Technologien für die touristische Erschließung von kulturellem Erbe lautet der Projekttitel, die Abkürzung "ViSIT" (engl. für "Besuch, besuchen) macht deutlich, dass die touristische Entwicklung des Grenzraumes entlang der Flüsse Inn, Salzach und Donau eine zentrale Motivation des Vorhabens darstellt. "ViSIT" nutzt den digitalen Strukturwandel für die verstärkte Inwertsetzung kulturellen Erbes, betont Prof. Dr. Malte Rehbein, an dessen Lehrstuhl für Digital Humanities das Projekt angesiedelt ist. "Mit der Veste Oberhaus hoch über der Donau bei Passau und der am Inn gelegenen Festung Kufstein erschließen wir zwei wichtige historische Residenzen der Region neu für Besucher, etwas durch multimediale Installationen und ein virtuelles Verbundsystem."

Die Universität Passau ist am Projekt mit gleich mehreren Fachbereichen beteiligt. Neben dem Lehrstuhl von Prof. Dr. Malte Rehbein arbeiten Prof. Dr. Michael Granitzer (Medieninformatik) Prof. Dr. Harald Kosch (Verteilte Informationssysteme), Prof. Dr. Franz Lehner (Wirtschaftsinformatik), Prof. Dr. Tomas Sauer (Digitale Bildverarbeitung) und Prof. Dr. Jörg Trempler (Kunstgeschichte/Bildwissenschaft) an ViSIT mit. 

Gemeinsam mit weiteren wissenschaftlichen Partnern der Fachhochschule Kufstein/Tirol und der Salzburg Research Forschungsgesellschaft mbH sowie mit der Stadt Passau, der Top-City-Kufstein Gesellschaft für Kultur-, Freizeit- und Stadtmarketing GmbH und den beteiligten Museen entwickeln die Kulturwissenschaftler und Informatiker nun eine digitale Infrastruktur, die zukünftig die gemeinsame, grenzübergreifende Geschichte der Burganlagen erlebbar macht – unabhängig davon, auf welcher Burg man sich gerade befindet. Längerfristig sollen neben den Festungen in Passau und Kufstein auch die Burgen in Golling, Salzburg, Tittmoning und Burghausen eingebunden werden.

"Uns geht es dabei nicht nur um die Bauwerke", erklärt Malte Rehbein. "Einbezogen werden auch die Sammlungen der Museen vor Ort, die allesamt bedeutende Referenzsammlungen für diesen Kulturraum sind, der von Bayern, Österreich/Tirol und den Fürstbistümern Passau und Salzburg stark geprägt wurde. Unser Ziel ist, für diesen Teil der gemeinsamen Geschichte ein digitales Verbundsystem zu schaffen, eine Art virtuelles Museum, das den beteiligten Institutionen neue Präsentationsmöglichkeiten und damit auch neue Publikumskreise zu erschließt."

Schöne Grüße vom Campus!

Katrina Jordan | 14.06.2016

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