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Historisches Facebook für den deutschen Sprachraum

Und zwar mit überprüfbaren Fakten: Die Online-Plattform „Deutsche Biographie“ bietet zertifiziertes Wissen zu mehr als 730000 Personen des deutschen Sprachraums vom frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Aus der geschaffenen Datenbasis soll ein virtuelles Forschungslabor entstehen. Die Passauer Professoren Kraus und Rehbein leiten das Projekt.

Kaiserin Maria Theresia und ihre Verbindungen zu anderen Persönlichkeiten in der Datenbank der Deutschen Biographie
Kaiserin Maria Theresia und ihre Verbindungen zu anderen Persönlichkeiten in der Datenbank der Deutschen Biographie

Zum Beispiel findet sich in der Datenbank Kaiserin Maria Theresia, Erzherzogin von Österreich, Königin von Ungarn und Böhmen, Großherzogin von Toskana, die in diesem Jahr ihren 300. Geburtstag feierte. Maria Theresia hatte 16 Kinder, was sich mit Hilfe der Datenbank als Grafik mit vielen Verästelungen visualisieren lässt; die Datensätze der jeweiligen Kinder sind nur einen Klick entfernt. Zielgruppe des Online-Portals sind zwar Forscherinnen und Forscher. Doch das Portal ist offen zugänglich, auch Laien können darin recherchieren und manch interessantes Detail an den historischen Persönlichkeiten entdecken: Zum Beispiel, dass Maria Theresia als junge Frau am Spieltisch bisweilen höhere Geldsummen verspielte.

Die Deutsche Biographie ist beliebt: 2016 verzeichnete sie mehr als eine Million Besucherinnen und Besucher. Kern des Angebots sind die etwa 50.000 Lexikonartikel aus der Allgemeinen Deutschen Biographie (ADB) und der Neuen Deutschen Biographie (NDB). Derzeit befinden sich in der Datenbank Angaben zu mehr als 730.000 Persönlichkeiten. Damit will die Deutsche Biographie ein virtuelles Forschungslabor errichten: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sollen die Daten individuell recherchieren, auswerten, visualisieren und in einen geographischen Kontext stellen können.

Die Deutsche Biographie ist ein Gemeinschaftsprojekt der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (HiKo) und der Bayerischen Staatsbibliothek (BSB) und wird finanziell gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Das online-Angebot wird geleitet von Prof. Dr. Malte Rehbein, Inhaber des Passauer Lehrstuhls für Digital Humanities. Prof. Dr. Hans-Christof Kraus, Inhaber des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Passau, leitet die Fachredaktion der NDB, die die historisch-biographischen Lexikonartikel pflegt.

Kathrin Haimerl | 28.06.2017

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