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„Zentrum Digitalisierung.Bayern“: Universität Passau erhält Lehrstuhl für Europäisches und Internationales Informations- und Datenrecht

Die Universität Passau erhält eine von 20 neuen Professuren, die im Rahmen des „Zentrums Digitalisierung. Bayern (ZD.B)“ an bayerischen Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften eingerichtet werden. Dies gab das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst am 17. November bekannt. Der Passauer Lehrstuhl wird sich mit europäischem und internationalem Informations- und Datenrecht befassen.

Grundlage für die thematische Auswahl und Zuordnung der 20 zusätzlichen Professuren auf die bayerischen Hochschulstandorte war ein wissenschaftsgeleitetes Begutachtungs- und Rankingverfahren einer unabhängigen Expertenkommission unter Vorsitz von Prof. Dr. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering IESE und Präsident der Gesellschaft für Informatik (GI e.V.) in München. Die Kommission beurteilte die Qualität der eingegangenen Anträge nach festgelegten Kriterien und gab eine klare Gesamtempfehlung an Wissenschaftsminister Dr. Ludwig Spaenle und Wirtschaftsministerin Ilse Aigner ab. „Mit den je zehn neuen Professuren an Universitäten und Hochschulen für angewandte Wissenschaften werden wir die bereits jetzt hervorragenden Forschungskompetenzen in Zukunftsfeldern der Digitalisierung weiter ausbauen und landesweit vernetzen“, so Dr. Ludwig Spaenle.

An der Universität Passau wird die Entscheidung freudig aufgenommen. „Möglich wurde dieser Erfolg durch unsere langjährige Arbeit im Bereich Digitalisierung und die Zusammenarbeit unserer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Fakultätsgrenzen hinweg“, sagt Präsident Prof. Dr. Burkhard Freitag. „Die neue Professur knüpft an die etablierte Forschungsexzellenz im IT-Recht an der Universität Passau, insbesondere im Institut für IT-Sicherheit und Sicherheitsrecht sowie im Netzwerk Internet und Digitalisierung Ostbayern, an. Sie erweitert diese aber noch um eine internationale Perspektive und um eine dezidiert an Fragen der Datenverwertung und Wertschöpfung ausgerichtete Sichtweise.“

Auch Prof. Dr. Dirk Heckmann, der den Antrag von der fachlichen Seite unterstützt hat, zeigt sich hocherfreut: „Der zusätzliche Lehrstuhl stärkt unseren Forschungs- und Studienschwerpunkt im IT-Recht. Die insgesamt dann fünf auf Rechtsfragen der Digitalisierung spezialisierten Professuren eröffnen uns großartige Möglichkeiten zur Mitwirkung in internationalen und interdisziplinären Forschungsprojekten."

Der neue Lehrstuhl soll an der Juristischen Fakultät der Universität Passau angesiedelt werden. Das wissenschaftliche Arbeitsgebiet des Lehrstuhls liegt in dem Themenbereich Validität, (Rechts-) Sicherheit und Zuverlässigkeit bei der Verwertung und Analyse massiver komplexer und heterogener Daten. Innerhalb dieses Themenbereiches widmet er sich dem Informations- und Datenrecht in einer größeren Bandbreite von der Aggregation über die Sicherung bis zur Verwertung von Daten in digitalen Kontexten. Dabei liegt der Fokus neben den nationalen Regelungen auch und besonders auf dem Europäischen und dem Internationalen Recht, was sich im Kontext zunehmend grenzüberschreitender Datenverarbeitung anbietet.

Weitere Informationen zum Zentrum Digitalisierung.Bayern.

Katrina Jordan | 18.11.2015

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