Gleich zu Beginn dankte Präsident Schumann Amtschefin Jacobs für Ihren Besuch an der Universität. Für sie war der Besuch zugleich eine Rückkehr an einen vertrauten Ort: Als Alumna der Universität Passau hatte sie selbst in Passau Rechtswissenschaften studiert. Entsprechend groß war ihre Freude, wieder an die Universität zurückzukehren und die aktuellen Entwicklungen des Standorts persönlich kennenzulernen. „Der Campus der Universität Passau wurde nicht umsonst in studentischen Rankings mehrfach als der schönste Campus Deutschlands ausgezeichnet. Hier am Dreiländereck lässt es sich hervorragend studieren. Die Universität zeichnet sich durch besondere Stärken aus – ihre internationale Ausrichtung, die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit und die aktive Gestaltung gesellschaftlicher Herausforderungen. Zugleich arbeitet sie nachhaltig daran, sich mit dem Schwerpunkt auf Interdisziplinarität und Internationalisierung zukunftsfest weiterzuentwickeln“, sagte Jacobs bei ihrem Besuch.
Deutlich gestiegene Nachfrage nach einem Studium in Passau
Ein Schwerpunkt des Gesprächs lag auf den Entwicklungen im Bereich Studium und Lehre. Die Universität Passau erzielt im CHE-Hochschulranking seit Jahren sehr gute Ergebnisse und gehört in verschiedenen Bereichen zu den besonders gut bewerteten Hochschulen. Während der Corona-Pandemie war die Zahl der Studierenden jedoch erkennbar zurückgegangen. Seit 2022 zeichnet sich hier nun eine klare Trendwende ab: Die Nachfrage nach einem Studium in Passau ist wieder stark gestiegen. So hat sich die Zahl der Bewerbungen seither nahezu verdoppelt. Auch bei den Einschreibungen zeigt sich eine positive Entwicklung: Seit 2022 ist ein Anstieg von knapp 20 Prozent zu verzeichnen.
Einen wesentlichen Beitrag zu den steigenden Bewerbungs- und Einschreibezahlen leistet die fortgesetzte Internationalisierung der Universität. Innerhalb von zehn Jahren ist der Anteil internationaler Studierender an der Universität um 88 Prozent gestiegen. Inzwischen hat nahezu jeder fünfte Studierende einen internationalen Hintergrund. In besonders international ausgerichteten Studiengängen wie „Artificial Intelligence Engineering“ oder „International Education and Global Learning“ liegt der Anteil internationaler Studierender sogar bei 80 bis 90 Prozent. „Die positive Entwicklung zeigt, dass die Studienangebote der Universität Passau auch international auf große Resonanz stoßen. Zugleich trägt die zunehmende Internationalisierung dazu bei, internationale Talente für Passau zu gewinnen und damit wichtige Impulse für die Region zu setzen.“, betonte Präsident Jan Schumann.
Forschungsprofil zu den Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts
Auch die weitere Entwicklung des Forschungsprofils stand im Mittelpunkt des Austauschs. Die Universität Passau hat ihr Forschungsprofil in den vergangenen Jahren weiter geschärft und Profil- und Potenzialfelder definiert, die sich an zentralen Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts orientieren. Dazu zählen unter anderem Cybersicherheit, widerstandsfähige Demokratien, vernetzte Gesundheit, digitale Plattformen oder auch Sprache und Künstliche Intelligenz. Diese Themen sind nicht nur von hoher wissenschaftlicher Relevanz, sondern haben zugleich zentrale Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung. Die Universität versteht sich dabei insbesondere vor dem Hintergrund ihrer Lage im Dreiländereck und ihrer europäischen Tradition als eine Universität, die aktiv an der Gestaltung der Zukunft Europas mitwirkt.
„In den kommenden Jahren wollen wir unsere Forschungsstärken gezielt weiterentwickeln und dort, wo wir besondere Potenziale sehen, noch stärker zusammenarbeiten – innerhalb der Universität ebenso wie mit Partnern in Bayern, Deutschland und Europa“, erläuterte Schumann. „Unser Anspruch ist es, wissenschaftliche Grundlagen und anwendungsbezogene Erkenntnisse zu den Schlüsselthemen des 21. Jahrhunderts zu entwickeln und diese wirksam in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft einzubringen.“ Ein wichtiges Ziel sei dabei der systematische Ausbau der Forschungsstärke und der Drittmitteleinwerbung, insbesondere mit Blick auf größere Verbundforschungsprojekte.
KI als strategisches Zukunftsthema
Auch die Aktivitäten der Universität im Bereich Künstliche Intelligenz und Digitalisierung waren Thema des Austausches. Die Universität Passau nimmt hier eine wichtige Rolle für die bayerische Hochschullandschaft ein: In Passau sind unter anderem die Geschäftsstelle des Digitalverbunds sowie das KI-Portal TRIA für die bayerischen Hochschulen angesiedelt. Im Gespräch informierten Vizepräsident Harald Kosch und Kanzlerin Barbara Tasch über die an der Universität Passau entwickelten innovativen Einsatzmöglichkeiten von KI in der Hochschulverwaltung und in der Lehre. Dabei wurde deutlich, dass die Universität Digitalisierung nicht allein als technologische Aufgabe versteht, sondern als wichtigen Bestandteil ihrer strategischen Weiterentwicklung.
Mit dem aktuell laufenden Prozess zur Strategieentwicklung will die Universität Passau ihre Position als internationaler, nachhaltiger und stark digital geprägter Hochschulstandort auch in den kommenden Jahren weiter stärken. Der Besuch von Stephanie Jacobs bot hierbei Gelegenheit, die aktuellen Entwicklungen der Universität zu reflektieren. „Die Universität Passau ist auf dem besten Weg, ihr Profil weiterzuentwickeln und ihre besonderen Potenziale noch sichtbarer zu machen“, sagte Jacobs. „Diesen Weg gilt es konsequent weiterzugehen.“
