Gemeinsam mit der Universität Bielefeld und der LMU München haben das
Forschungsprojekt DeepWrite sowie das Start-up KlausurenKIste die Digitalisierung der
juristischen Klausurkorrektur vorangetrieben. Dabei kam auch das digitale Gesetzbuch des
Jungunternehmens LexMea zum Einsatz. Das von Prof. Marie Herberger initiierte
Pilotprojekt bot Studierenden an der Universität Bielefeld im Wintersemester 2024/25
im Rahmen einer Probeklausur zum Zwangsvollstreckungsrecht erstmals die
Möglichkeit, eine volldigitalisierte Juraklausur abzulegen. Die Klausur wurde am PC mit
digitalem Gesetzbuch geschrieben und neben der gewohnten menschlichen Korrektur
auch mittels KI korrigiert und bewertet. Dieses Angebot wurde im Sommersemester 2025
auch an der LMU München auf eine Probeklausur im Verwaltungsrecht ausgeweitet. Im Wintersemester 2025/26 gab es diese Möglichkeit dann auch an der Uni Potsdam.
Ziel des Pilotprojekts war es, die Digitalisierung der juristischen Klausur und die damit
einhergehenden Problemstellungen zur Korrektur, zum Feedback und zur Bewertung
im juristischen Kontext zu erforschen.
Im vhb-Kurs „Verwaltungsprozessrecht“, der von Prof. Pache an der Universität Würzburg angeboten wurde, erhielten Studierende ab dem Sommersemester 2025 die Möglichkeit, ein bislang einzigartiges Lehrangebot zu nutzen: eine juristische Klausur mit KI-gestütztem Feedback. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem interdisziplinären Forschungsprojekt DeepWrite realisiert und fand im Rahmen der vhb-Sonderförderung „KI meets vhb“ statt.
Ziel des Projekts war es, die juristische Ausbildung durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) weiterzuentwickeln und neue Formen der individuellen Förderung zu erproben. Studierende konnten auf freiwilliger Basis eine Klausur im Verwaltungs- bzw. Verwaltungsprozessrecht einreichen, die anschließend von einem aktuellen GPT-Sprachmodell ausgewertet wurde. Die Studierenden erhielten ein differenziertes Feedback sowohl zur formalen Struktur als auch zur inhaltlichen Argumentation ihres Gutachtens – ergänzt durch eine KI-basierte Bewertung.
Im Fokus stand dabei nicht nur die individuelle Lernunterstützung, sondern auch die systematische Erprobung und wissenschaftliche Evaluation der Einsatzmöglichkeiten KI-gestützter Korrekturhilfen in der juristischen Ausbildung.
Die Hochschule für den öffentlichen Dienst (HföD) in Hof bot in Kooperation mit dem Forschungsprojekt DeepWrite verschiedene KI-unterstützte Klausuren des Studiengangs zum/zur Diplom-Verwaltungswirt/in (FH) an der HföD an. Im Sommersemester 2024 startete die intensive Zusammenarbeit mit der sog. „Compliant Teamwork-Klausur“, einer Übungsarbeit, die die Studierenden in Teamwork über das Lernmanagementsystem ILIAS der HföD bearbeiten konnten und im Wintersemester 2024/25 auf eine weitere digitale Klausur in Einzelarbeit erweitert wurde.
Dabei ging es um KI-generiertes Feedback zu juristischen Klausuren, die die Studierenden im Rahmen ihrer ersten Semester schreiben. Die Studierenden hatten vor Einreichung der Klausuren die Möglichkeit, ihre Gutachten auf freiwilliger Basis von aktuellen GPT-Modellen überprüfen zu lassen und ihre Lösung anschließend zu überarbeiten. Sie bekamen dabei sowohl formelles als auch inhaltliches Feedback durch die KI sowie abhängig von der Klausur auch eine Bewertung.
Gegenstand des Pilotprojekts waren zudem ein flächendeckender field-test sowie eine Evaluation der KI-Korrekturassistenz.
Die FAU Erlangen-Nürnberg bot in Kooperation mit dem Forschungsprojekt DeepWrite über die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) einen Online-Kurs zur juristischen Gutachten- und Klausurtechnik an. Ab dem Vorlesungsbeginn des Wintersemesters 2023/24 erprobten wir dort den Einsatz der Künstlichen Intelligenz (KI) zur Korrektur kurzer juristischer Fälle zum Gutachtenstil für Studienanfänger.
Im Online-Kurs konnten die Studierenden, bevor sie den juristischen Gutachtenstil im Ernstfall in scharfen Klausuren anwenden, ihre Texte auf freiwilliger Basis von Chat-GPT-4 überprüfen und mit KI-Unterstützung sukzessive nachbessern lassen. Die KI sollte insbesondere auf fehlende Bestandteile hinweisen und sprachliche und stilistische Verbesserungen vorschlagen.
Gegenstand des Pilotprojekts waren zudem eine Evaluation der KI-Korrekturassistenz und ein Vergleich des Feedbacks von menschlichen Tutor*innen mit dem der KI.
In einem Keynote-Vortrag bei der AI & Law Konferenz von recode.law sprach Dr. Martin Zwickel von der FAU Erlangen-Nürnberg über ChatGPT in der juristischen Ausbildung und über das Kooperationsprojekt.