Rund 4500 KZ-Gefangene befanden sich im April 1945 in einem Güterzug, der von Machthabern des NS-Regimes aus dem KZ Buchenwald mit dem Ziel Flossenbürg, später Dachau, geschickt worden war. Der Zug sollte später als Todeszug aus Buchenwald in die Geschichte eingehen. Fünf Tage stand er 1945 am Bahnhof von Nammering ohne klare Aussicht auf Weiterfahrt.
Nammering liegt in Niederbayern, ca. 25 km nördlich von Passau und gehört heute zur Gemeinde Fürstenstein.
Das Erinnern an die Opfer der nationalsozialistischen Täter findet in der Nähe von Nammering an mehreren Orten statt. Drei davon werden hier vorgestellt.
Am 19. April 1945 kam der Zug in Nammering unweit des Bahnhofs zum Stehen. Aufgrund einer Zugentgleisung eines vorherigen Zugs war das Weiterfahren nicht möglich.
Die Insassen, die ohne Verpflegung und Wasser ausharren mussten, waren überaus geschwächt. Viele verstarben.
Bis zu diesem Zeitpunkt befanden sich in den Zugwaggons schon etliche Tote. Der Aufenthalt diente nun den Wachmannschaften der SS dazu, die Toten aus den Zügen in Nammering vergraben zu lassen. Nach Ende des Krieges wurden ihre Körper auf Friedhöfen in Deutschland bestattet bzw. in das jeweilige Heimatland der Häftlinge, soweit eruierbar, überführt.
An der Stelle, wo der Zug stand, wurde 2005 das "Gleis der Erinnerung" eröffnet. Es bedindet sich heute neben einem Fahrradweg und weist auf Informationstafeln auf die Ereignisse hin, die bei der Eröffnung 60 Jahre zurückgelegen hatten.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
Am 19. April 1945 kam der Zug in Nammering unweit des Bahnhofs zum Stehen. Aufgrund einer Zugentgleisung eines vorherigen Zugs war das Weiterfahren nicht möglich.
Die Insassen, die ohne Verpflegung und Wasser ausharren mussten, waren überaus geschwächt. Viele verstarben.
Bis zu diesem Zeitpunkt befanden sich in den Zugwaggons schon etliche Tote. Der Aufenthalt diente nun den Wachmannschaften der SS dazu, die Toten aus den Zügen in Nammering vergraben zu lassen. Nach Ende des Krieges wurden ihre Körper auf Friedhöfen in Deutschland bestattet bzw. in das jeweilige Heimatland der Häftlinge, soweit eruierbar, überführt.
An der Stelle, wo der Zug stand, wurde 2005 das "Gleis der Erinnerung" eröffnet. Es bedindet sich heute neben einem Fahrradweg und weist auf Informationstafeln auf die Ereignisse hin, die bei der Eröffnung 60 Jahre zurückgelegen hatten.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
40 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wurde diese Gedenkstätte eingeweiht, am 21. April 1985.
Der Stein mit der Aufschrift "KZ-Transport April 1945 – 794 Häftlinge ermordet" (Bildhauer Karl Mader) war ein Jahr zuvor von der Bürgerinitiative Friedensforum Fürstenstein im Wald gesetzt worden.
Der Gedenkort befindet sich im Wald östlich von Nammering, dort wo heute der Föhrenweg in den Pfarrer-Bergmann-Steig übergeht.
Der Name des Steigs erinnert an Johann Bergmann, der 1945 römisch-katholischer Pfarrer von Aicha vorm Wald war. Er half - unbeirrt von der Gefahr, die für ihn persönlich damit verbunden war - den Gefangenen, indem er Lebensmittel organisierte und auf die SS-Mannschaften einwirkte, keine weiteren Erschießungen von Gefangenen vorzunehmen.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
40 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs wurde diese Gedenkstätte eingeweiht, am 21. April 1985.
Der Stein mit der Aufschrift "KZ-Transport April 1945 – 794 Häftlinge ermordet" (Bildhauer Karl Mader) war ein Jahr zuvor von der Bürgerinitiative Friedensforum Fürstenstein im Wald gesetzt worden.
Der Gedenkort befindet sich im Wald östlich von Nammering, dort wo heute der Föhrenweg in den Pfarrer-Bergmann-Steig übergeht.
Der Name des Steigs erinnert an Johann Bergmann, der 1945 römisch-katholischer Pfarrer von Aicha vorm Wald war. Er half - unbeirrt von der Gefahr, die für ihn persönlich damit verbunden war - den Gefangenen, indem er Lebensmittel organisierte und auf die SS-Mannschaften einwirkte, keine weiteren Erschießungen von Gefangenen vorzunehmen.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
Bereits bei Ankunft des Zuges waren Hunderte Tote zu beklagen. 270 von ihnen wurden auf Anordnung der SS-Männer im nahe gelegenen Steinbruch verbrannt.
Die Zahl der Toten stieg in den Tagen des Aufenthalts in Nammering stark an. Ihre Leichname wurden in einer Sumpfwiese im Wald nahe der Gleise in einem Massengrab begraben, es waren über 500 Menschen.
Der Ort, an dem inzwischen ein Kreuz errichtet steht, wird nun Totenwiese genannt.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
Ein fiktives Gedenken an die Geschehnisse auf der sogenannten Totenwiese findet sich in einem Kurzvideo (s. "Ein Beispiel einer digitalen Erschließung").
Bereits bei Ankunft des Zuges waren Hunderte Tote zu beklagen. 270 von ihnen wurden auf Anordnung der SS-Männer im nahe gelegenen Steinbruch verbrannt.
Die Zahl der Toten stieg in den Tagen des Aufenthalts in Nammering stark an. Ihre Leichname wurden in einer Sumpfwiese im Wald nahe der Gleise in einem Massengrab begraben, es waren über 500 Menschen.
Der Ort, an dem inzwischen ein Kreuz errichtet steht, wird nun Totenwiese genannt.
Ausführliche Informationen zu den historischen Ereignissen finden sich in den Links am Ende dieses Beitrags.
Ein fiktives Gedenken an die Geschehnisse auf der sogenannten Totenwiese findet sich in einem Kurzvideo (s. "Ein Beispiel einer digitalen Erschließung").
Das Gleis der Erinnerung:
48°41'44.7"N 13°18'37.1"E
Die Totenwiese:
48°41'51.2"N 13°19'03.2"E
Das Mahnmal von 1984:
48°41'45.6"N 13°18'57.4"E
Wie lassen sich derartige Ereignisse vermitteln, wie kann man sie digital so aufarbeiten, dass Schülerinnen und Schüler heute einen Zugang dazu finden? Lehrkräfte aus Deutschland und Tschechien näherten sich gemeinsam den Ereignissen von 1945 und dem Gedenken daran an.
In der Fortbildung im November 2021 konnten Sie ein persönliches Gespräch mit dem Überlebenden des Todeszuges aus Buchenwald, Ben Lesser, führen und sich bei einer Exkursion nach Nammering selbst vor Ort mit dem Verbrechen, dem Gedenken an die Opfer und mit dem Mahnen auseinandersetzen.
Programm, Ziele und Fotos von der Fortbildung sind unter der Lehrerfortbildungsreihe zu finden.
Das Zeitzeugengespräch mit Ben Lesser (in Auszügen) ist hier in der Mediathek verfügbar.
Diese Bilder wurden freundlicherweise von Frau Franziska Reiner zur Verfügung gestellt.
Dieses Video entstand im Rahmen des deutsch-tschechischen Studierendenseminars „Denkmäler und Erinnerungsorte - ihre Interpretation und Erschließung mit digitalen Medien“. Es ist Teil der Hausarbeit einer Studentin. Auch wenn wir wissen, dass die fotografierten Bäume aufgrund ihres Alters nicht selbst Zeugen der Geschehnisse gewesen sind, vermittelt der Zugang über die sprechenden Bäume eine gewisse – fiktive – Unmittelbarkeit. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die Arbeit auf der Projektwebsite von denk.mal digital zu präsentieren.
Informationen und Bildmaterial zum KZ-Transport von Buchenwald über Nammering nach Dachau:
Neue Webseite der Arbeitsgemeinschaft KZ-Transport 1945: Erinnern – Gedenken – Mahnen: Nie wieder! (externe seite)
Alte Webseite der Arbeitsgemeinschaft KZ-Transport 1945 von Nikolaus Saller (externe Seite)
Ben Lesser: Sein Weg durch den Holocaust (externe Seite)
Über den Friedhof der umgebetteten Toten (Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung der jüdischen Geschichte im süddeutschen und angrenzenden Raum
Zur Ankunft in Dachau, wo der Zug endgültig zum Stehen kam: Der Gleisabschnitt beim KZ Dachau