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Passau - Niedernburg

Die Gedenktafel für Margot und Rosa Grünebaum befindet sich im Inneren der Gisela-Schulen im ehemaligen Kloster Niedernburg in der Altstadt von Passau. 

Bearbeitet von Diana Stock-Megies

Acht engagierte Schülerinnen des Gisela-Gymnasiums in Passau haben sich 2008 beim Praxis-Seminar "Stolpersteine in Passau" angemeldet. Ihre Geschichtslehrerin Heidi Dominik-Jetzlsperger hat dieses gerade neu eingerichtete innovative Unterrichtsformat aufgeriffen, um den Lehrstoff über den Holocaust mit moderner Erinnerungskultur zu verbinden. Noch heute erinnern sich die ehemaligen Schülerinnen daran, dass sie an diesem P-Seminar teilgenommen haben, um den Nationalsozialismus aus regionalgeschichtlicher Perspektive zu untersuchen und ihre Stadt durch bleibende Formen von Gedenken selbst mitzugestalten.

Im Stadtarchiv Passau haben sie sich auf die Spuren der jüdischen Familien begeben, die während der NS-Zeit in Passau gelebt haben. Überraschung und Freude, aber auch Erschütterung waren groß, als sich bei den Nachforschungen herausstellte, dass zwei jüdische Mädchen, Rosa und Margot Grünebaum, in Niedernburg zur Schule gegangen waren. Auch erschütternd war für die Mädchen die Erkenntnis, dass in ihrer Stadt Passau Judenhass und antisemitische Hetze sehr früh so ausgeprägt waren, dass die Familie Grünebaum bereits im Jahr 1934 die Stadt verlassen musste.

Es war schnell klar, dass Rosa und Margot Grünebaum ein Denkmal bekommen sollten. Da die Stolpersteine nicht umgesetzt werden konnten, sollte ein Erinnerungsort direkt an ihrer Schule in Niedernburg entstehen. So haben sie eine Gedenktafel für die ehemaligen jüdischen Schülerinnen gestaltet. Diese ist seit 2011 für alle Schülerinnen in Niedernburg eine eindringliche Mahnung an die Geschehnisse unter der NS-Diktatur. Die Geschichtslehrkräfte greifen das Schicksal der Familie Grünebaum und ihre Verbindung zu Niedernburg gerne auf, da dies direkt an die Lebenswelt der heutigen Schülerinnen anknüpft.

Aus dieser Verbundenheit heraus hat die Schulfamilie Niedernburgs die Patenschaft für die Stolpersteine der Familie Grünebaum in der Nikolastraße 10 übernommen, als diese im Jahr 2015 verlegt worden sind. Seitdem gestalten dort Schülerinnen der Gisela-Schulen jährlich eine Gedenkveranstaltung.

Stimmen zur Gedenktafel

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48°34'37.1'' N 13°28'17.1'' E

  • Rammer Stefan: Aspekte jüdischen Lebens in Passau, in: Rammer Stefan: Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Dokumentation und Aspekte zur Geschichte des „Dritten Reiches“ in Passau, Hg. Brunner Max und Schaffner Richard. Passau 1996, S. 75-106.
  • Rammer Stefan: Nationalsozialismus in Passau. Die Inszenierung des Alltags, in: Rammer Stefan: Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Dokumentation und Aspekte zur Geschichte des „Dritten Reiches“ in Passau, Hg. Brunner Max und Schaffner Richard. Passau 1996, S. 107-136.
  • Beide Beiträge sind als pdf zu finden unter: Downloads | PASSAU
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