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Pilsen - Stolpersteine

Die Stolpersteine sind ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um Betonwürfel mit einer Messingoberfläche, die vor den Häusern der Opfer des Nationalsozialismus im Boden verlegt sind. Stolpersteine werden in ganz Europa verlegt, seit 2008 auch in der Tschechischen Republik (in Pilsen gibt es insgesamt 77). Hier können Sie mehr erfahren über das tragische Schicksal einiger Pilsner Familien, an die die Stolpersteine erinnern.

Ein kurzes Video mit Grundinformationen über die…

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Sehen Sie sich ein kurzes Video über die Stolpersteine in Pilsen an, die an die Opfer des Holocausts erinnern. Wenn Sie mehr über andere Gedenkstätten erfahren möchten, die an den Holocaust in Pilsen erinnern, können Sie sich die vollständige Version des thematischen Rundgangs durch Pilsen ansehen, den Sie in der Mediathek finden.

Online-Lernspiel "Pilsen und der Holocaust"

Begeben Sie sich mit uns auf die Spuren des Holocausts in Pilsen. Wir zeigen Ihnen ausgewählte Gedenkstätten und Geschichte auf eine etwas andere Art. Nach einmaliger Anmeldung können Sie das Spiel kostenfrei nutzen, idealerweise direkt in Pilsen vor Ort auf dem Handy, oder auch von zu Hause aus auf dem PC. Sie benötigen lediglich eine gute Internetverbindung und gegebenenfalls festes Schuhwerk. https://spiele.erlebepilsen.eu/

Die in den Gehweg eingelassene Betonpflastersteine (10 cm Kantenlänge) mit einer Messingoberfläche animieren Passant:innen zum Anhalten und zum näheren Betrachten der auf der Platte eingeprägten Inschrift. Jeder Stein gibt Auskunft über eine Person, die hier gelebt hat: Vor- und Nachname, Geburtsjahr, Jahr und Ziel der Deportation, Todesjahr. Diese Form des Gedenkens ist nicht unumstritten, da man auf den Steinen herumtrampeln kann und sie verschmutzt werden.

Gunter Demnig ist ein deutscher Künstler, der durch sein Projekt „Stolpersteine“ bekannt wurde. Der Projektname „Stolpersteine“ ist wortwörtlich zu verstehen und soll ein gedankliches Stolpern bewirken. Gewidmet sind die Steine allen Opfern des Nationalsozialismus, u.a. Jüd:innen, Sinti und Roma, politischen Gegner:innen oder Homosexuellen. Den ersten Stein verlegte Gunter Demnig am 16. Dezember 1992 vor dem Kölner Rathaus. Bis heute verlegt er die Steine größtenteils persönlich in ganz Europa. Auch in tschechischen Städten sind Stolpersteine seit 2008 zu finden. So wurden etwa in Pilsen bis Ende 2022 siebenundsiebzig Stolpersteine verlegt. 

In Bayern sind ebenfalls Stolpersteine zu finden, etwa in Passau oder Regensburg. Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Online-Karte.

Vorschläge für die Verlegung von neuen Stolpersteinen für die Opfer des Holocaust in Pilsen (mit dem Namen des Opfers, ggf. dem Geburtsdatum und der letzten Adresse des Opfers) können an folgende Adresse geschickt werden:

Odbor kultury Magistrátu města Plzně
PhDr. Květuše Sokolová
Kopeckého sady 11
306 32  Plzeň
e-mail: sokolova@plzen.eu

weiterführende Informationen: https://www.plzen.eu/urad/magistrat-mesta-plzne/urad-sluzeb-obyvatelstvu/odbor-kultury/clanky-ok/stolpersteine-plzen.aspx

Hier ist auch ein Verzeichnis der verlegten Steine zu finden, das jährlich aktualisiert wird.

Familie Fanta

Die ersten Stolpersteine in Pilsen wurden 2012 verlegt und sind der Familie Fanta gewidmet. Sie befinden sich in der Straße Sady Pětatřiciátníků 316/6. Adolf, Regina und Hana wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und noch im selben Jahr in Izbica ermordet.

"Hier hat Hanka gewohnt. Ich kenne sie nicht sehr gut, aber ich weiß, dass sie immer mit meinem Bruder mit der Straßenbahn zur Schule gefahren ist. Jetzt dürfen Juden nicht mehr zur Schule gehen. Wir lernen heimlich in den Familien oder gehen in die Synagoge. Wenigstens können wir noch mit der Straßenbahn fahren, aber nur auf dem Rücksitz. Und wenn sie nicht zu voll ist..." (Auszug aus dem Online-Lernspiel "Pilsen und der Holocaust" )

Hanka besuchte die Pilsener Realschule, von der sie 1940 zusammen mit Hanus Löw und anderen jüdischen Schüler:innen auf Anordnung des damaligen Ministeriums für Bildung und Volksaufklärung verwiesen wurde. Das Schicksal dieser Kinder wurde 2004 von ihren Klassenkamerad:innen am heutigen Mikuláš-Gymnasium aufgearbeitet. Das Projekt wurde von der Lehrerin Monika Stehlíková geleitet, die auch die Verlegung der Stolpersteine für die Familie Fanta initiierte.

Die dabei entstandene eindrucksvolle Publikation "Klassenkameraden über das Schicksal der jüdischen Schüler" kann hier  im pdf-Format heruntergeladen werden.

HIER LEBTE
ADOLF FANTA
JG. 1889
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA
HIER LEBTE
REGINA FANTOVÁ
JG. 1887
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA
HIER LEBTE
HANA FANTOVÁ
JG. 1923
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA

Familie Löw

2020 wurden in der Straße Sedláčková 216 Stolpersteine für die Familie Löw verlegt.

Vítězslav Löw und Irma Löw wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1944 in Auschwitz ermordet.

Die Geschichte der Familie Löw zählt zu den bemerkenswertesten Schicksalen und bietet schon fast filmreifen Stoff. Dem Sohn Hanuš gelang die Flucht aus dem Konzentrationslager, er kämpfte an der Ostfront und emigrierte schließlich nach Chile. Da er den Holocaust überlebte, ist ihm kein Stolperstein gewidmet. Mehr über sein Leben können Sie auf der Website des Pilsener Projekts „Křížky a vetřelci“ lesen.

HIER LEBTE
VÍTĚZSLAV LÖW
JG. 1895
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1944
IN AUSCHWITZ
HIER LEBTE
IRMA LÖWOVÁ
JG. 1895
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1944
IN AUSCHWITZ

Familie Kohn

In Pilsen gibt es mehrere Orte, die mit dem Schicksal von Věrka Kohnová und ihrer Familie verbunden sind. Die Stolpersteine, die dieser Familie gewidmet sind, wurden 2019 verlegt und befinden sich in der Straße Koperníkova 1146/43, wo die Familie wohnte. Die Eltern Otokar und Melanie wurden zusammen mit ihren Töchtern Hana und Vera Kohnová am 22. Januar 1942 nach Theresienstadt und anschließend nach Izbica deportiert, wo sie alle noch im selben Jahr starben.

Im Rahmen unseres Projekts finden Sie weitere Informationen über diese Familie (einschließlich zusätzlicher Links) auf der Karte der Denkmäler bei der Gedenktafel von Věra Kohnová oder bei dem Gebäude des Turnbundes Sokol in Štruncovy sady.

HIER LEBTE
OTOKAR KOHN
JG. 1889
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA
HIER LEBTE
MELANIE KOHNOVÁ
JG. 1892
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA
HIER LEBTE
HANA KOHNOVÁ
JG. 1924
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA
HIER LEBTE
VĚRA KOHNOVÁ
JG. 1929
DEPORTIERT 1942
NACH THERESIENSTADT
ERMORDET 1942
IN IZBICA

Wir empfehlen diese gut aufbereitete Übersicht über alle Stolpersteine in Pilsen, einschließlich kurzer Beschreibungen, GPS-Koordinaten und weiteren Informationen, zu finden unter diesem Link: https://krizkyavetrelci.plzne.cz/katalog/stitek/48/

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