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Franziska Jäckel führt quantitative Feldversuche zur Einführung von Carbon Farming in Ghana durch (05.11.-30.11.2026)

| Lesedauer: 1 Min.

Feldforschung in Ghana

Franziska Jäckel hat in Ghana erfolgreich eine quantitative Feldstudie durchgeführt, die sich mit den Verhaltensbarrieren bei der Einführung von Carbon-Farming-Praktiken bei Kleinbauern befasste.

Die Studie wurde in den Regionen Bono und Bono East in Ghana durchgeführt und umfasste 408 Kleinbauern, die Cashewnüsse anbauen. Anhand von Umfragen in Kombination mit einem framed field experiment untersuchte die Studie, wie Landwirte auf verzögerte und ungewisse Vorteile reagieren, ein zentrales Merkmal von Emissionshandelssystemen, das in der Vergangenheit die Beteiligung von Kleinbauern eingeschränkt hat.

Ein zentraler Bestandteil der Studie war ein tabletbasiertes Verhaltensspiel, das darauf ausgelegt war, die Risikopräferenzen und Vorurteile der Landwirte in einer realistischen Entscheidungsumgebung zu erfassen. Obwohl das Spiel eine intuitive Struktur hatte, gingen die Landwirte die Aufgaben mit bemerkenswerter Ernsthaftigkeit an – oft nahmen sie sich Zeit, um die Ergebnisse mit Stift und Papier zu berechnen, bevor sie Entscheidungen trafen. Dies unterstreicht sowohl die Durchführbarkeit als auch die Glaubwürdigkeit experimenteller Methoden in ländlichen Feldumgebungen.

Über die quantitativen Ergebnisse hinaus lieferte die Feldforschung wichtige qualitative Erkenntnisse. Viele Landwirte zeigten sich trotz der verspäteten Zahlungen gegenüber dem Kohlenstoffanbau offener als erwartet. Gleichzeitig fanden die im Versuchsaufbau enthaltenen Klimarisiken bei den Teilnehmern großen Anklang, was ihre Erfahrungen mit Dürren, Hitzestress und Ernteausfällen widerspiegelte. Der Klimawandel wurde nicht als abstraktes Zukunftsrisiko wahrgenommen, sondern als unmittelbare Einschränkung, die die täglichen Entscheidungen in der Landwirtschaft beeinflusst.

Die Studie wurde mit einem Team von acht lokalen Interviewern durchgeführt, die fließend Twi sprechen, und durch lokale Logistikkoordinatoren unterstützt. Das Versuchsdesign wurde in Zusammenarbeit mit Dr. Terese Venus, Prof. Peter Bilson Obour und Dr. Carolin Canessa entwickelt. Die Ergebnisse tragen zu laufenden Forschungen darüber bei, wie Kohlenstoffzahlungsprogramme so gestaltet werden können, dass sie besser auf die Verhaltensbeschränkungen und Realitäten von Kleinbauern abgestimmt sind.

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