Unter offener Forschung (Open Science) versteht man eine Haltung in der Wissenschaft, die auf maximale Offenheit aller Prozesse abzielt, die zu neuen Erkenntnissen führen. Offene Forschung wird von einer wachsenden Zahl von Forscherinnen und Forschern in immer mehr Ländern propagiert. Sie spiegelt den Grundgedanken freier Wissenschaft wider: Forschung soll möglichst transparent, reproduzierbar und integrierbar sein, sodass sie von allen Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – rezipiert, geprüft, angewandt, und in neuen Ansätzen weiterverwendet werden kann.
Zu den wichtigsten Aspekten offener Forschung gehört es, Forschungsergebnisse frei zugänglich zu machen (Open Access), wie auch die Methoden und Daten, mit denen diese Ergebnisse erzeugt wurden, so offenzulegen, dass sie von allen Interessierten nicht nur überprüft, sondern auch in der eigenen Forschung weiterverwendet werden können (Open Data und Open Code). Außerdem gibt es konkrete Ansätze, wie Offenheit in der Anwendung wissenschaftlicher Methoden gefördert werden kann – etwa durch die Veröffentlichung von Hypothesen vor Beginn ihrer Überprüfung (Preregistration) – oder wie das Begutachtungsverfahren in der Wissenschaft transparenter gestaltet werden kann (Open Peer Review). Auch im Bereich der Lehre wird versucht, offene Lern- und Lehrmaterialien zugänglich zu machen (Open Educational Resources).
An der Universität Passau (UP) bestand bereits eine Open-Science-Initiative (Professur Judith Schweppe), die aus organisatorischen Gründen leider nicht weitergeführt wurde. Das Passauer Methodikum „Methodologische Grundlagenforschung in den Geisteswissenschaften“ (uni-passau.de/methodikum) möchte die Initiative nun gerne fortführen und neu beleben. Wir setzen uns dafür ein, dass Offene Forschung an der Universität weiterhin aktiv betrieben und gefördert wird. Dabei möchten wir die vielfältigen Möglichkeiten nutzen, die sich der der Wissenschaft im Allgemeinen und an der Universität Passau im Speziellen bieten.
Neben allgemeinen Repositorien für Forschungsdaten wie Zenodo (zenodo.org) und umfassenden Open-Science-Initiativen mit vielfältigen Ressourcen wie dem Open Science Framework (osf.io) gibt es auch an der Universität Passau einige Angebote, die verschiedene Aspekte von Open Science gezielt unterstützen. So unterstützt die Universitätsbibliothek Open Access durch mehrere Angebote (ub.uni-passau.de/publizieren/open-access), im Rahmen von moreBNE (uni-passau.de/morebne) gibt es Informations- und Vernetzungsangebote für Open Educational Resources, und durch die Beteiligung an RADAR steht ein eigenes Repositorium für Forschungsdaten zur Verfügung (radar-service.eu).
Mit dem Netzwerk Open Science Universität Passau (OS@UP) wollen wir die (bestehenden) Open Science-Angebote an der Universität Passau sichtbar machen und zugleich um eine Schnittstelle ergänzen, die Informationen zur offenen Forschung bündelt, Anlaufpunkte für Beratung und Austausch kommuniziert, fakultätsübergreifende Vernetzung und Zusammenarbeit fördert, und letztlich dazu beiträgt Open Science langfristig und nachhaltig in der Universität zu verankern.
Als ersten Schritt laden wir alle interessierten Personen der Universität Passau herzlich ein, sich aktiv am Aufbau der Open-Science-Initiative zu beteiligen. Besonders freuen würden wir uns über die Teilnahme von Kolleginnen und Kollegen, die sich in ihrer Fakultät oder Einheit mit Fragen der offenen Wissenschaft engagieren.
Zur Open Science Übersicht an der Uni Passau: https://www.uni-passau.de/open-science
Wir sind auch jederzeit unter dieser Email-Adresse erreichbar: methodikum@uni-passau.de
Wir freuen uns über Interesse und rege Teilnahme aus allen Fakultäten, Fächern und Teilwissenschaften der Universität Passau!