Der Abschnitt vor dem Hauptzollamt, der heute von Fußgänger:innen, Radfahrenden und Autofahrer:innen benutzt wird, war früher abgezäunt: Hier befand sich der Landungsplatz der Passagierdampfer. Um den Kai und anschließend die Schiffe betreten zu können, mussten Reisende durch die Abfertigungsräume gehen, um ein Ticket zu kaufen und die Ausweise kontrollieren zu lassen. Auf dem Bild ist eines der ersten Rundfahrtsschiffe zu sehen.
Die Erste Donau-Dampfschifffahrtgesellschaft (DDSG) wurde am 13. März 1829 in Wien gegründet und entwickelte sich bis 1880 zur größten Binnenreederei der Welt. Die Bedeutung der Personenschifffahrt wuchs in dieser Zeit, da viele Reisende anstatt der ruckeligen frühen Eisenbahnen die komfortablen Salon-Dampfer bevorzugten. Eine besonders wichtige Verbindung war die Linienschifffahrt zwischen Passau und Wien.
Ab dem späten 19. und vor allem im 20. Jahrhundert verlor die Personenschifffahrt jedoch zunehmend an Bedeutung. Mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes und später der Motorisierung boten Züge und Automobile schnellere, flexiblere und unabhängigere Reisemöglichkeiten. Gleichzeitig verlagerte sich der Warenverkehr verstärkt auf Schiene und Straße. Hinzu kam die Unberechenbarkeit des Flusses: Niedrigwasser, Eisgang und Hochwasser erschwerten einen verlässlichen Fahrplan und machten die Donau als Verkehrsweg zunehmend störanfällig. Auch die kriegerischen Auseinandersetzungen des 20. Jahrhunderts schwächten die Donau-Schifffahrt erheblich. Der Zerfall der Habsburgermonarchie nach dem Ersten Weltkrieg, neue Staatsgrenzen sowie Zerstörungen und Beschlagnahmungen während des Zweiten Weltkriegs trafen insbesondere die international agierende DDSG und führten zu einem nachhaltigen Bedeutungsverlust der klassischen Linien-Personenschifffahrt.
Während früher Waren und Reisende die Stadt vor allem passierten, ist Passau heute selbst Ziel und Ausgangspunkt des Schiffsverkehrs: Die Donau fungiert nun als zentrale europäische Wasserstraße, über die Passau seine neue Bedeutung als Kreuzfahrthafen erlangt hat. Flusskreuzfahrten vom Rhein zur Donau haben sich zu einer der bedeutendsten europäischen Touristenattraktionen entwickelt, wobei Passau heute den größten Kreuzfahrthafen an der Donau beherbergt. Die „Passauer Donau“ entwickelte sich zu einer erstklassigen touristischen Hauptstrecke, die zu Recht als „Straße der Kaiser und Könige“ beworben wird. Im 21. Jahrhundert übernahm die Donau für Passau damit erneut eine verbindende Rolle – nicht mehr als Verkehrsader des Alltags, sondern als touristische Infrastruktur.
Literatur
J. Scheffer (2013): Die Stadt hinter dem Hafen. Passau als Metropole der europäischen Binnenkreuzfahrt. In: Standort (27), 145-149.
M. Weithmann (2013): Passau und die Donau: Der Fluss als Grenze, Brücke und Straße. In: Werner Gamerith (Hg.): Passau und seine Nachbarregionen. Orte, Ereignisse, Verbindungen - ein geographischer Wegweiser. Regensburg: Pustet, S. 25–38.
M. Weithmann (2014): Passau. Kleine Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
P. Hagen (2013): Auf der schönen blauen Donau: Passau als Ziel des transeuropäischen Kreuzfahrttourismus. In: Werner Gamerith (Hg.): Passau und seine Nachbarregionen. Orte, Ereignisse, Verbindungen - ein geographischer Wegweiser. Regensburg: Pustet, S. 78–90.
W. Lampelsdorfer, R. Schaffer & S. Harz (2014): Passauer Ansichten. Eine Stadt im Wandel – Bilder von gestern und heute im Vergleich. Donau-Wald-Presse-GmbH, Passau
Die Veste Niederhaus liegt am linken Donauufer unterhalb der Veste Oberhaus und ist mit ihr durch einen Wehrgang verbunden. Die bischöfliche Burg wurde im 13. und 14. Jahrhundert zur Sicherung der Fährverbindung zwischen der Passauer Altstadt und der Ilzstadt an der Mündung von Ilz und Donau errichtet und kontrollierte damit einen wichtigen Übergang im städtischen Verkehrs- und Handelsnetz. im 14. Jahrhundert befand sich im großen Kellergewölbe außerdem eine Herberge für Pilger, die entlang der Donau oder zu kirchlichen Zielen unterwegs waren. Gleichzeitig erfüllte Niederhaus bereits früh eine militärische Funktion, die sich nicht nach außen, sondern gegen die eigene Stadt richtete.
Als sich die Passauer Bürgerschaft 1367 im Bestreben nach einer freien Reichsstadt gegen Fürstbischof Albert erhob, belagerten die Bürger die Befestigungen und konnten das Niederhaus einnehmen. An der stark gesicherten Veste Oberhaus scheiterte die Bevölkerung jedoch. Als direkte Reaktion auf diese Ereignisse wurde die Wehrmauer als verbindender Gang zwischen Ober- und Niederhaus errichtet – ein baulicher Ausdruck für die Sicherung fürstbischöflicher Macht über die Stadt. Nach dem Wiederaufbau im 15. Jahrhundert infolge einer Pulverexplosion verfügte die Anlage über repräsentative Räume, darunter einen Rittersaal und zwei Kapellen, und diente zeitweise als Nebenresidenz der Passauer Fürstbischöfe.
Im 17. und 18. Jahrhundert wandelte sich die Nutzung erneut: Niederhaus wurde zum Gefängnis für Geistliche und später zum Arbeits- und Zuchthaus. Der Ort stand nun weniger für Repräsentation als für Disziplinierung und Kontrolle. Diese Phase markiert einen deutlichen Bruch mit der früheren herrschaftlichen Nutzung.
Das historische Bild zeigt die Donau im Winter mit Eisgang und Schiffsverkehr – der Fluss erscheint als Grenz-, Gefahren- und Wirtschaftsraum, eng verknüpft mit den massiven Befestigungsanlagen. Bewegung, Zugang und Aufenthalt waren hier über Jahrhunderte reguliert.
Im 19. Jahrhundert ging die Anlage im Zuge der Säkulärisierung zunächst in den Besitz der bayerischen Herrscher und schlißelich in den Privatbesitz über. Mit dem Ende der militärischen und justiziellen Funktionen verlor Niederhaus seine strategische Bedeutung. Die Veste Niederhaus wurde zu einem Wohnort, zeitweise auch von Künstlern genutzt. Vor ca. 15 Jahren wurden die Innenräume saniert und zu 12 besonderen Wohneinheiten umgebaut, wobei die historischen Charakteristiken bewahrt werden blieben.
Literatur:
M. Soffner-Loibl (2011): Veste Oberhaus Passau. Kunstverlag Peda (Peda-Kunstführer 822). M. W. Weithmann (2023): Passau. Kleine Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
Die Kirche St. Salvator ist eine Zeugin einer meist vergessenen jüdischen Geschichte Passaus. Sie wurde anstelle einer zerstörten Synagoge errichtet. Bereits zu Beginn des 13 Jh. verfügten jüdische Familien in weitreichende Handelsverbindungen. Aufgrund des christlichen Zinsverbotes wurden Juden Geldgeschäfte, Kapitalverkehr und Verzinsung auferlegt, weshalb sie schon im Mittelalter Anfeindungen aus der christlichen Gemeinschaft ausgesetzt waren. Bis ins 14 Jh. wohnten Sie zerstreut in der Passauer Bürgerstadt und versammelten sich in einer Synagoge in der heutigen Zinngießergasse. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts wurden die Passauer Jüdinnen und Juden gezwungen, sich in der Ilzstadt am Fuß des Oberhausfelsens anzusiedeln. Dort entstand ein Ghetto (oppidulum Judaeorum), in dem Mitte des 15. Jahrhunderts rund 50 Familien lebten. Die räumliche Verlagerung an den Stadtrand markiert eine Phase zunehmender Ausgrenzung und Kontrolle.
Im Jahr 1478 eskalierte die Situation: Die jüdische Gemeinde wurde unter dem Vorwurf des sogenannten „Hostienfrevels“ verfolgt. Zehn Männer wurden hingerichtet, zahlreiche Jüdinnen und Juden zwangsgetauft, die übrigen aus der Stadt vertrieben.
An der Stelle der zerstörten Synagoge errichtete man 1479 die Wallfahrtskirche St. Salvator. Der Bau ist damit unmittelbar mit der Gewaltgeschichte und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung Passaus verbunden – ein Zusammenhang, der im Stadtbild lange kaum sichtbar gemacht wurde.
Schulische Forschungsprojekte, etwa am Auersperg-Gymnasium Freudenhain, haben diese Geschichte aufgearbeitet und leisten mit dem Projekt „Jüdisch to go“ einen wichtigen Beitrag zur lokalen Erinnerungskultur. Sie zeigen, dass Orte wie die Salvatorkirche nicht nur religiöse Bauwerke sind, sondern auch Zeugen von Ausgrenzung, Verfolgung und erzwungenem Vergessen.
Erst auf den zweiten Blick erzählen die historischen Bilder noch eine weitere Geschichte: Neben der Kirche sind Badeschiffe am Ilzufer zu erkennen, die auf eine spätere Nutzung des Flussraums als Ort des Alltags und der Erholung hinweisen.
Heute steht die Salvatorkirche still am Rand des Flusses, während Straßen und Brücken das Bild prägen. Die historischen Bilder erinnern daran, dass dieser Ort einst von Nähe zum Wasser, von religiöser Vielfalt und vom alltäglichen Leben am Fluss bestimmt war – Aspekte, die im heutigen Stadtbild kaum noch sichtbar sind.
Literatur:
M, Fechner (o.J.): Religions-Projekt zum jüdischen Leben in Passau. https://www.freudenhain.de/index.php/faecher/2015-12-19-11-58-09/beitraege-religionslehre/1407-religions-projekt-zum-juedischen-leben-in-passau
M. W. Weithmann (2014): Passau. Kleine Stadtgeschichte. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
RegioWiki Niederbayern (2021): Kirche St. Salvator (Ilzstadt). www.niederbayern-wiki.de/wiki/Kirche_St._Salvator_(Ilzstadt)
Die Grafik „Passau, Innseite von Südwesten“, gezeichnet von Ludwig Lange und als Stahlstich von Johann Poppel ausgeführt, entstand um 1840. Das Original misst 9,5 × 15,5 cm und befindet sich im Bestand der Staatlichen Bibliothek Passau.
Die Ansicht zeigt die Stadt Passau vom südwestlichen Ufer des Inns aus. Dieser Blickpunkt gehört zu den bevorzugten Standorten, da er eine zusammenhängende Darstellung der Altstadt zwischen Fluss und der Veste Oberhaus ermöglicht. Der Inn bildet den Vordergrund der Komposition, während sich dahinter die Stadtsilhouette entfaltet.
Der Inn ist hier nicht nur als landschaftliches Element, sondern auch als belebter Verkehrs- und Nutzungsraum wiedergegeben. Auf der Wasserfläche sind zahlreiche kleine Boote zu erkennen, die auf eine alltägliche Nutzung des Flusses hinweisen.
Im Vergleich zur heutigen Situation zeigt sich sowohl Kontinuität, als auch ein Wandel der Flussnutzung. Während der Inn im 19. Jahrhundert ein integraler Bestandteil des städtischen Wirtschafts- und Alltagslebens war, wird er heute nur noch gelegentlich sportlich genutzt, etwa durch Ruderer. Der großräumige Schiffsverkehr beschränkt sich nach wie vor auf große Schiffe auf der Donauseite.
Dominierende Bauwerke sind die Marienbrücke sowie der Dom St. Stephan. Die umgebende Bebauung erscheint dicht, jedoch klar strukturiert: Bürgerhäuser, kirchliche Gebäude und Teile der historischen Befestigung formen ein geschlossenes Stadtbild. Diese Art der Darstellung entspricht der im 19. Jahrhundert verbreiteten Auffassung von Stadtansichten als geordnetes, repräsentatives Ganzes, weniger als Momentaufnahme urbanen Alltags.
Die historische Aufnahme von der Innseite aus, zeigt einige Fähren sowie die Innpromenade vor dem Hintergrund der ehemaligen Nikola-Kaserne, die sich im Gebäudekomplex des früheren Klosters St. Nikola befand. Die Anlage wird heute von der Universität Passau genutzt.
Nach der Säkularisation wurde das Kloster ab 1809 zunächst als französisches Militärlazarett und noch im selben Jahr als Kaserne verwendet. In den folgenden Jahrzehnten waren hier verschiedene bayerische Truppenteile stationiert, darunter über längere Zeit Infanterieregimenter, deren Präsenz das öffentliche Leben der Stadt deutlich prägte. Mit dem Ankauf der ehemaligen Klosterbrauerei im Jahr 1888 stand schließlich der gesamte frühere Klosterkomplex dem Militär zur Verfügung; entlang des Inns entstanden zusätzliche Unterkünfte, Lazarette und Übungsanlagen.
1914 zog das 16. Königlich Bayerische Infanterieregiment von der Kaserne in den Ersten Weltkrieg und erlitt schwere Verluste, insbesondere in der Schlacht an der Somme. In der Zwischenkriegszeit blieb Passau Garnisonsstadt. 1938 erhielt die Anlage im Zuge der Aufrüstung den Namen Somme-Kaserne. Von hier aus rückten 1939 Einheiten der Wehrmacht in den Zweiten Weltkrieg aus. Nach dessen Ende diente die ehemalige Kaserne vorübergehend als Unterkunft für mehrere tausend Heimatvertriebene.
Literatur:
Greipl, Egon J.: Passau – eine Militärstadt. In: Morsbach, Peter et al.: Denkmäler in Bayern, Band II.25 Kreisfreie Stadt Passau. Regensburg 2014.
Brücken sind für Passau mehr als Verkehrswege: In einer Stadt, die an drei Flüssen liegt, verbinden sie nicht nur Ufer, sondern auch Alltag, Wirtschaft und soziale Räume. Seit dem Mittelalter erleichterten sie das Überqueren von Donau, Inn und Ilz, ermöglichten Handel und Vernetzung und prägten das urbane Leben. Die erste Donaubrücke wurde von Bischof Petrus von Passau (1265-1280) in Auftrag gegeben und 1278 erbaut. Hochwasserereignisse, Eisgang, Stadtbrände und Anschläge führten der Holzbrücke immer wieder schweren Schaden zu. 1823 wurde die erste steinerne Brücke in Passau eingeweiht, die Maxbrücke - benannt nach dem Bayernkönig Max I (1806 bis 1825). Die Maxbrücke war von 1823 bis 1972 eine der wichtigsten Querungspunkte Passaus. Im Mai 1945, in den letzten Kriegstagen, wurde die Maxbrücke teilweise gesprengt. Amerikanische Pioniere überspannten behelfsweise mit einer Holzbrücke zwei Brückenöffnungen am rechten Donauufer. Diese provisorische Brücke wurde 1946 durch eine eiserne Brücke (Bailey-Brücke) ersetzt - diese Notbrücke stellte die einzige Verbindung zwischen den beiden Donauufern von Deggendorf bis nach Link dar - der gesamte Verkehr wurde über sie geführt. Erst im Jahr 1948 konnte die Maxbrücke wieder eröffnet werden.
Mit der Zunahme der Motorisierung im 20. Jahrhundert veränderte sich die Rolle von Brücken grundlegend: Straßen und Fahrzeuge bestimmten zunehmend das Bild. Als die Schanzlbrücke in den 1970er-Jahren als neue Hauptverbindung gebaut wurde, war sie maßgeblich für den Autoverkehr konzipiert und sollte Entlastung schaffen. Mit dem wachsenden Verkehrsaufkommen und der steigenden Belastung gilt die Schanzlbrücke inzwischen als marode, die Tragfähigkeit ist eingeschränkt – ein sichtbares Zeichen der Belastung einer Brücke, die ursprünglich für ganz andere Anforderungen geplant wurde. Diese Entwicklung steht exemplarisch für den Wandel von Verkehrsräumen in Passau:
Vom Ort der gemeinsamen städtischen Bewegung über die Dominanz des motorisierten Verkehrs bis hin zu aktuellen Diskussionen um Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und Lebensqualität im Stadtraum.
Literatur:
PNP: Passauer Schanzlbrücke: Sperre für Lkw über 3,5 Tonnen frühestens Ende der Woche. Passauer Neue Presse vom 01.12.2025.
RegioWiki Niederbayern (2013a): Maxbrücke Passau. https://www.niederbayern-wiki.de/wiki/Maxbr%C3%BCcke_(Passau)
Straßen- und Wasserbauamt Passau (Hg.) (1970): Schanzlbrücke Passau. Festschrift anläßlich der Verkehrsübergabe im Oktober 1970. Passau: Neue Presse.
H. Neumann (1970): Die Brücken der Dreiflüssestadt. In: Straßen- und Wasserbauamt Passau (Hg.): Schanzlbrücke Passau. Festschrift anläßlich der Verkehrsübergabe im Oktober 1970. Passau: Neue Presse.
Das Schloss Eggendobl liegt am linken Donauufer am Fuße der Schanzlbrücke. Ursprünglich war es ein fürstbischöflicher Landsitz, der sich aus einem einfachen Hof entwickelte und im Spätmittelalter deutlich ausgebaut wurde. Um 1400 besaß das Schloss mehrere Türme, Gärten, Weiher und Brunnen – es war deutlich größer als das heutige Gebäude. Über die Jahrhunderte wechselten Nutzung und Eigentümer: vom Adelssitz über einen Verwaltungssitz mit Gerichtsfunktion bis hin zu einer Porzellanmanufaktur im 19. Jahrhundert. Nach der Säkularisation verlor Eggendobl seine fürstliche Bedeutung und wurde schrittweise zum Wohnhaus umgebaut. Ein prägendes Element der früheren Donaulandschaft war die Drahtseilüberfuhr, die Eggendobl bis 1968 mit dem gegenüberliegenden Ufer verband. Kleine Schiffchen bestimmten den Alltag am Fluss – ein Bild, das heute verschwunden ist. Mit dem Bau der Schanzlbrücke in den 1970er-Jahren veränderte sich der Ort grundlegend: Schlosskirche, Wehrmauern und Nebengebäude wurden abgerissen, um Platz für Straße und Verkehr zu schaffen. Erhalten blieb nur der hochgiebelige spätgotische Hauptbau, der heute als privates Wohnhaus dient. Der Blick auf die Donau zeigt den Wandel deutlich:
Wo früher Wasser, Schiffe und ein weitläufiges Schlossensemble das Bild prägten, verlaufen heute Straßen und Brücken – Zeugnisse einer Stadt, die sich vom fürstbischöflichen Zentrum zur modernen Verkehrsstadt entwickelt hat.
Literatur:
G. Schäffer, G. Peda (1995): Burgen und Schlösser im Passauer Land. Pannonia-Verlag, Freilassing.
Der Ludwigsplatz, an dessen Stelle seit 1209 das Bürgtor oder auch Burgtor stand, wurde Ende des 19. Jahrhunderts als zentraler Platz geplant. Den Namen erhielt der Platz durch das im späten 19. Jahrhundert stehende "Ludwigstor", benannt nach König Ludwig I. Die Gestaltung des Platzes änderte sich also zu dieser Zeit mehrmals, nicht zuletzt durch den Abriss des "Glaserhauses", an dessen Stelle heute der Brunnen vor dem inzwischen ebenfalls abgerissenen "Buchner-Haus". Dieses beherbergte ehemals das "Café Stadt Wien". Ein weiterer, prominenter Teil des Ludwigsplatzes sind die Löwen, die den Eingang zur Ludwigstraße flankieren. Sie erinnern an das ehemalige Stadttor. Der Platz wurde noch einmal 2008 im Rahmen der Gestaltung der "Neuen Mitte" umgestaltet.
Literatur:
W. Lampelsdorfer, R. Schaffer & S. Harz (2014): Passauer Ansichten. Eine Stadt im Wandel – Bilder von gestern und heute im Vergleich. Donau-Wald-Presse-GmbH, Passau.
M. Petzet (1986): Denkmäler in Bayern. Band 2: Niederbayern. Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München.
G. Schäffer (1978): Passau in alten Ansichten. Europ. Bibliothek, Zaltbommel.
Das wohl markanteste Gebäude in Hals ist die Burgruine (rechts im Bild). Wie auch im Bild zu erkennen, steht die Burg in einer guten strategischen Höhenlage zwischen den Windungen der Ilz. Das genaue Alter der Burg ist nicht vollständig geklärt, allerdings wurde sie von verschiedenen Geschlechtern über die Jahrhunderte bewohnt. Die Burg wurde 1602 und 1663 durch Brände schwer beschädigt und wird seitdem nicht mehr aktiv genutzt. Im Jahre 1810 stürzte ein großer Teil des Gemäuers ein, wodurch die Burg ihr heute charakteristisches Aussehen erhält.
Das zweite im Bild sehr prominente ist die Kirche St. Georg. Sie wurde durch den Passauer Fürstbischof 1382 geweiht. Im Jahre 1945 wurde die Pfarrkirche durch Artilleriefeuer fast vollständig zerstört, daher die Unterschiede in der Erscheinung auf dem Foto im Vergleich zu heute. Der Marktplatz bildete und bildet auch heute noch das Zentrum von Hals. Viele Gebäude am und um den Marktplatz stehen dort bereits seit der Zeit der Bildaufnahme und oft auch deutlich länger.
Im 19. und 20. Jahrhundert wurde Hals zum Kurort aufgrund der angeblich heilenden Wirkung des moorigen Ilzwassers. Zum Beispiel lag ganz in der Nähe des Ortes, an dem Sie stehen, das "Haynali Bad", ein Badefloß mit überdachtem Schwimmbecken. Der Kurort und das ansässige Bavaria-Bad zog vor allem wohlhabende Wienerinnen und Wiener an, allerdings endete der Kurbetrieb in Hals bereits mit dem Ersten Weltkrieg.
Literatur:
E. Donaubauer (1976): Burg Hals. In: Hals. Grafschaft - Markt - Stadt. 1376 - 1976. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
G. Schäffer (1976): Die Pfarrkirche St. Georg. In: Hals. Grafschaft - Markt - Stadt. 1376 - 1976. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
G. Schäffer, F. Mader (1986): Passau. Geschichte und Leben einer alten Stadt. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
Die Ilzstadt liegt zwischen Klosterberg und Ilz und bildete den Beginn des Goldenen Steiges. Sie war, wie auf dem Foto zu erkennen, geprägt durch die eng gedrängten Häuser der Fischer, Schiffer und Salztransporteure, den Säumern. Zur Versorgung der Säumer sammelten sich in der Ilzstadt zahlreiche Gastwirtschaften an - so wurden 1605 bereits 23 Gaststätten erwähnt.
Die Ilzstadt wurde in ihrer Geschichte immer wieder von teils verheerenden Hochwassern heimgesucht. Das Bild der Handwerkersiedlung wurde dann im 20. Jahrhundert endgültig verändert. In der Freyunger Straße standen teilweise noch bis in die 1930er Jahre Häuser auf beiden Seiten. Im Jahre 1954 wurde die Ilzstadt besonders stark vom Hochwasser getroffen, bei dem die Gebäude teilweise bis zum ersten Stock im Wasser standen. Heute hat sich das Bild der Ilzstadt deutlich durch die Hochwassermauern und breiten Straßen gewandelt.
Im Bild sticht besonders die Pfarrkirche St. Bartholomäus hervor. Diese steht mindestens seit dem 12. Jahrhundert dort, eventuell auch bereits seit dem 11. Jahrhundert. Die Kirche wurde allerdings immer wieder umgebaut und renoviert und entspricht daher nicht mehr ihrem ursprünglichen Erscheinungsbild
Literatur:
W. Lampelsdorfer, R. Schaffer & S. Harz (2014): Passauer Ansichten. Eine Stadt im Wandel – Bilder von gestern und heute im Vergleich. Donau-Wald-Presse-GmbH, Passau.
M. Lanzinner (1999): Nachzügler im Grenzland 1945 - 1972. In: E. Boshof, W. Hartinger, M. Lanzinner, K. Möseneder, H. Wolff (Hg.): Geschichte der Stadt Passau. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
P. Morsbach, I. Heckmann, C. Later, J. Niemeier. Denkmäler in Bayern (2014): Kreisfreie Stadt Passau Band 2. Verlag Friedrich Pustet, Regensburg.
M. Ortmeier (2017): Passau im Lichtbild. Perlen aus dem Archiv. Dietmar Klinger Verlag, Passau.
Schäffer, G. (1978): Passau in alten Ansichten. Europ. Bibliothek, Zaltbommel.
Hier sehen wir den Stadtteil Ilzstadt und einige Wahrzeichen Passaus von der Donau aus gesehen. Im Vordergrund rechts erkennt man eine Reihe Wohnhäuser entlang des Flussufers. Die Ilzstadt gehört zu den ältesten Teilen der Stadt Passau und entwickelte sich ursprünglich als Fischerdorf und Handelsplatz an der Ilzmündung.
Gegenüber der Häuser zeichnet sich der Donaukai ab, welcher den Blick Richtung historisches Zentrum lenkt. Weiter im Hintergrund sind der Dom zu Passau und die Befestigungsanlagen Veste Oberhaus und Veste Niederhaus auf den Hängen oberhalb der Stadt zu sehen.
Am Flussufer liegen kleinere leere Holzboote, die einen Eindruck des damaligen Schifffsverkehrs vermitteln und dokumentieren, wie sehr sich der Schiffsverkehr zu den heutigen motorisierten Schiffen auf der Donau gewandelt hat.
Die Ilzstadt liegt am Grubweger Ilzufer entlang der Freyunger- und Obernzeller Straße und gehört trotz ihrer Lage nördlich der Donau seit jeher zur Stadt Passau. Ihren Namen verdankt sie dem Fluss Ilz, an dessen Mündung sie sich entwickelte. Über den Ilzdurchbruch sowie die Ilz- und Anton-Niederleuthner-Brücke ist sie direkt mit der Altstadt verbunden. Als einer der ältesten Stadtteile Passaus war die Ilzstadt jahrhundertelang von Handel, Fischerei und Schifffahrt geprägt. Ihre Lage an der wichtigen Verkehrsachse zwischen Bayern und Böhmen brachte einst Wohlstand, stellt heute jedoch auch eine Belastung dar. Gleichzeitig bietet der Stadtteil einen eindrucksvollen Blick auf Ortspitze, Oberhaus und Niederhaus und bewahrt hinter der Uferbebauung einen dörflichen Charakter.
Literatur:
Lampelsdorfer, Wolfgang: Ein schriftliches Denkmal für die alte Ilzstadt, in: Passauer Neue Presse, 1.7.2010.
Morsbach, Peter, et al.: Denkmäler in Bayern, Bd. II.25: Kreisfreie Stadt Passau, Regensburg 2014.
Janka, Wolfgang: Stadt und Gestade: Innstadt und Ilzstadt, in: Passauer Neue Presse, 18.7.2017.
Schlüpfe in die Rolle einer Wissenschaftlerin/eines Wissenschaftlers und messe mit „Low-Cost“-Sensoren Umweltparameter wir Wassertemperatur und Fließgeschwindigkeit. Wir werten die Messdaten sofort vor Ort aus und visualisieren sie anschließend. Wir treffen uns an der unten angegebenen Adresse und gehen dann gemeinsam zum Inn.
Wissenschaft zum Mitmachen! Mithilfe von „Smart Rock“-Sensoren, die in transnationalen Projekten eingesetzt wird, messen wir verschiedene Umweltparameter des Inns.