Schon während meines European-Studies-Studiums mit Schwerpunkt Politikwissenschaft wusste ich, dass ich unbedingt einmal in Brüssel leben wollte – dort, wo europäische Politik nicht nur diskutiert, sondern täglich gestaltet wird. Ich wollte hautnah miterleben, wie politische Entscheidungen auf EU-Ebene entstehen und wie die verschiedenen Institutionen und Akteure zusammenarbeiten, um gemeinsame Lösungen zu finden. Als ich auf das Praktikumsangebot des Europabüros der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) stieß, war mein Entschluss schnell gefasst: Die Stiftung setzt sich weltweit für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und europäische Integration ein – Themen, die mich sowohl im Studium als auch persönlich besonders interessieren.
Die Zusage für das Praktikum erhielt ich bereits einige Monate vor Beginn, was mir genügend Zeit ließ, meinen Aufenthalt gut vorzubereiten. Besonders hilfreich war ein Leitfaden, den mir das Büro zusandte: Er enthielt viele praktische Tipps rund um das Leben und Arbeiten in Brüssel. Auch bei der Wohnungssuche wurde ich unterstützt und fand schließlich ein schönes WG-Zimmer in zentraler Lage – eine kleine Herausforderung in einer Stadt, in welcher der Wohnungsmarkt durchaus angespannt ist. Für meine An- und Abreise entschied ich mich bewusst für den Zug. Eine nachhaltige und zugleich entspannte Option, um in mein neues Abenteuer zu starten.
Von Beginn an wurde ich im Europabüro sehr herzlich aufgenommen. Das internationale Team war offen, hilfsbereit und bezog mich direkt in laufende Projekte mit ein. Zu meinen Aufgaben gehörten Recherchen und das Verfassen von Kurzanalysen zu aktuellen europäischen Themen, die Mitarbeit an Publikationen sowie die Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Veranstaltungen. Besonders spannend war es, an Konferenzen, Podiumsdiskussionen und Delegationsbesuchen in verschiedenen EU-Institutionen teilzunehmen und dabei die politische Arbeit aus nächster Nähe zu erleben. Viele theoretische Inhalte aus meinem Studium – etwa zu Entscheidungsprozessen der EU oder zur europäischen Außen- und Sicherheitspolitik – konnte ich hier praktisch anwenden und vertiefen. Gleichzeitig lernte ich, komplexe politische Themen nicht nur analytisch, sondern auch verständlich und kommunikativ aufzubereiten.
Mein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brüssel war eine der prägendsten Erfahrungen meines Studiums. Die Stadt selbst ist unglaublich vielseitig – bunt, lebendig und voller Gegensätze, mal ruhig, mal chaotisch, aber immer international und offen. Besonders beeindruckt hat mich die Aufgeschlossenheit der Menschen und die zahlreichen Möglichkeiten, Kontakte aus ganz Europa zu knüpfen.
Rückblickend habe ich nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch persönlich enorm profitiert – durch die Arbeit in einem internationalen Umfeld, spannende Begegnungen und das Gefühl, mitten im politischen Geschehen Europas zu stehen.
Das Praktikum kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen: Ich habe viel gelernt, neue Perspektiven gewonnen und blicke äußerst positiv auf diese lehrreiche Zeit zurück.