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Milena in Barcelona

Wer bin ich?
Ich bin Milena und studiere Kulturwirtschaft mit den Schwerpunkten VWL, Politikwissenschaft und iberoromanischer Kulturraum. Für mein Pflichtpraktikum ging es drei Monate lang ans Deutsche Generalkonsulat (GK) in Barcelona. Mir war es wichtig, meine Spanischkenntnisse auszubauen, und die Arbeit am Auswärtigen Amt hat mich schon immer fasziniert. Von Oktober bis Dezember 2025 war ich mittendrin in der Welt der Diplomatie zwischen Politik, Wirtschaft und Kultur – und zusammengefasst: Ich habe diese drei Monate geliebt.

Organisation
Die Bewerbung läuft über eine zentrale Plattform des Auswärtigen Amts, auf der man bis zu neun Wunschvertretungen angeben kann – eingereicht werden muss sie zwischen zwei Jahren und sechs Monaten vor Praktikumsbeginn, inklusive Lebenslauf, Zeugnissen und Sprachnachweisen.

Für die Anreise entschied ich mich gegen das Flugzeug und stieg stattdessen in den Flixbus – aus Klimagründen, aber auch, weil es mir Zeit zum Ankommen gab. Deutlich schwieriger war die Wohnungssuche: Barcelona ist heiß umkämpft, die Mieten hoch. Am Ende halfen mir vor allem lokale Plattformen und Erasmus-Netzwerke weiter. Wer offen für eine WG ist und schnell reagiert, sobald eine neue Anzeige online geht, hat gute Karten.

Das Leben vor Ort
Mein Arbeitstag begann meist um acht Uhr morgens, und ich konnte zu Fuß zum GK hinlaufen. Dieses liegt im 30. Stock des Torre Mapfre direkt am Meer, mit einem wunderschönen Blick über Barcelona und das Meer.

Meine Vorgesetzten, der Generalkonsul und der Vizegeneralkonsul, haben mir von Anfang an viel zugetraut. Ich wurde zu Terminen mitgenommen und konnte mich stets selbst einbringen, durfte eigene Recherchen verantworten, Meetings mit Externen moderieren und Projekte von A bis Z begleiten. Ich war bei Amtsantrittsbesuchen des neuen Generalkonsuls dabei, etwa beim Bürgermeister Barcelonas, habe Briefings vorbereitet und auf Messen wie der Smart City Expo World Congress selbstständig Themen und Kontakte identifiziert.

Im November durfte ich auf Dienstreise nach Zaragoza und den Tag für Social Media aufbereiten: Ich führte Interviews mit Deutschlernenden und Germanistik-Verbänden und drehte daraus Instagram-Reels für den Kanal des Generalkonsulats. Außerdem habe ich einen umfassenden Bericht zu Raumfahrtaktivitäten in Katalonien erstellt, für den ich unter anderem das Barcelona Supercomputing Center und das ESA Phi-Lab besuchte. Das Praktikum hat meine Schwerpunktwahl im Studium perfekt widergespiegelt.

Auch meine Freizeit war wunderschön. Weil das soziale Leben in Barcelona viel später beginnt, habe ich das Gefühl, dass man dadurch einfach mehr vom Tag hat – und dank des Klimas kann man abends noch draußen mit Freunden unterwegs sein. Ich bin wöchentlich mit einem Running Club durch die Stadt gelaufen, habe darüber neue Leute kennengelernt und mein Spanisch im Alltag verbessert. Kleine kulturelle Unterschiede – etwa das entspanntere Zeitverständnis bei privaten Verabredungen – haben mir dabei ein gutes Gespür für interkulturelle Kommunikation mitgegeben.

Finanzielle Unterstützung
Möglich gemacht haben dieses Praktikum mehrere Förderquellen: Ein Erasmus-Stipendium und eine Förderung durch die Studienstiftung haben die Grundfinanzierung gesichert, ergänzt durch ein monatliches Gehalt von 450 Euro vom Generalkonsulat. Gerade angesichts der hohen Mietpreise in Barcelona war diese Kombination aus mehreren Förderungen eine echte Erleichterung.

Und sonst so?
Am Ende meiner Praktikumszeit war ich nicht bereit, schon zurückzugehen und bin noch weitere zwei Monate geblieben, um meine Bachelorarbeit in Barcelona zu schreiben. Meine Freunde dort waren größtenteils Studierende und haben mich mit in ihre Bibliotheken genommen. Nun spiele ich mit dem Gedanken, in Barcelona meinen Master zu machen. Denn das Leben in Barcelona, mit Meer, Kultur und Bergen vor der Haustür, hat mir schon sehr, sehr gut gefallen.

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