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Bayerischer Energiepreis 2026 für die Projekte BDL und BDL-Next

Der Bayerische Energiepreis 2026 in der Kategorie „Innovative Infrastrukturprojekte“ geht an die Universität Passau sowie ihre Projektpartner FfE, BMW und Bayernwerk Netz für ihre gemeinsamen Arbeiten zum bidirektionalen Laden. Bayerns Wirtschafts- und Energieminister Hubert Aiwanger zeichnete am 8. Juli im Bergson Kunstkraftwerk herausragende Innovationsprojekte im Energiebereich mit dem Bayerischen Energiepreis aus.

| Lesedauer: 4 Min.

Dr. Stefan Mang (Geschäftsführer CENTOURIS, li) und Sebastian Hirsch (Projektmitarbeiter CENTOURIS) bei der Preisverleihung; Foto: Mang

Dr. Stefan Mang (Geschäftsführer CENTOURIS, li) und Sebastian Hirsch (Projektmitarbeiter CENTOURIS) bei der Preisverleihung; Foto: Mang

Bidirektionales Laden als Baustein der Energiewende

Die Universität Passau freut sich gemeinsam mit ihren bayerischen Projektpartnern BMW Group, Bayernwerk Netz GmbH und der Forschungsstelle für Energiewirtschaft (FfE) über die Auszeichnung in der Kategorie „Innovative Infrastrukturprojekte“. Gewürdigt wurden die Projekte Bidirektionales Lademanagement (BDL) und dessen Nachfolgeprojekt BDL Next, die zeigen, wie Elektrofahrzeuge als flexible, dezentrale Stromspeicher zur Integration erneuerbarer Energien sowie zur Stabilität und Effizienz des Energiesystems beitragen können.

Die Preisverleihung machte zugleich deutlich, dass die in den Projekten entwickelten Lösungen inzwischen den Weg in den Markt gefunden haben. So wurde im Rahmen der Veranstaltung auch die Serienkooperation von BMW und E.ON ausgezeichnet, die mit dem ersten kommerziell verfügbaren Vehicle-to-Grid-Angebot in Deutschland die praktische Anwendung der Projektergebnisse ermöglicht. Der Bayerische Energiepreis würdigt damit sowohl die Forschungs- und Entwicklungsarbeit als auch deren erfolgreiche Überführung in ein marktfähiges Kundenangebot.

Bereits heute befinden sich über 100 GWh Batteriespeicherkapazität in Elektrofahrzeugen auf Deutschlands Straßen. Ein enormes Potenzial, das bislang weitgehend ungenutzt bleibt. Genau hier setzen die Projekte BDL und BDL Next an, indem Elektrofahrzeuge nicht nur als Stromverbraucher, sondern als flexible, dezentrale Speicher in das Energiesystem integriert werden. Damit leisten sie einen Beitrag zur Systemstabilität und zur wirtschaftlichen Optimierung des Stromsystems.

Im Rahmen der Projekte wurden drei energiewirtschaftlich relevante Anwendungsfälle erfolgreich im Feldversuch demonstriert:

  • Vehicle-to-Home (V2H): Überschüssiger Solarstrom aus der eigenen Photovoltaikanlage wird in der Fahrzeugbatterie gespeichert und später zur Versorgung des Haushalts genutzt.
  • Vehicle-to-Business (V2B): Durch die gezielte Entladung von Fahrzeugbatterien während Lastspitzen lassen sich hohe Leistungspreise vermeiden. Dadurch entstehen insbesondere für Flottenbetreiber und Gewerbekunden wirtschaftliche Vorteile.
  • Vehicle-to-Grid (V2G): Fahrzeugflotten stellen dem Stromsystem Flexibilität zur Verfügung, können Energiemengen am Strommarkt vermarkten und dazu beitragen, Preisspitzen zu reduzieren. Gleichzeitig ergeben sich zusätzliche Erlösmöglichkeiten für Fahrzeughalterinnen und Fahrzeughalter.

Von der Forschungsidee zum Serienfahrzeug

Der BMW i3 im Projekt BDL war noch ein aufwendig umgerüstetes Forschungsfahrzeug. Heute können Kundinnen und Kunden Fahrzeuge der BMW Neuen Klasse mit bidirektionaler Ladefähigkeit und einem passenden V2G-Stromtarif bestellen. Damit ist der Schritt vom Labor in den Alltag gelungen. BDL und BDL Next haben diesen Übergang maßgeblich vorbereitet. In den Projekten wurden die sichere und standardisierte Kommunikation zwischen Fahrzeug und Ladeinfrastruktur auf Basis der Norm ISO 15118-20 entwickelt, erprobt und bis zur Marktreife gebracht. Damit entstand eine wesentliche Grundlage für die kommerzielle Einführung des bidirektionalen Ladens.

Aufbauend aus den Erkenntnissen des ersten Pilotbetriebs wurden zudem Hardware und Regelungsalgorithmen gezielt weiterentwickelt. Dies führte zu einer deutlichen Steigerung der Effizienz und Praxistauglichkeit der Technologie.

Die Universität Passau war in beiden Projekten mit dem Institut CENTOURIS und dem bisherigen Lehrstuhl von Prof. Dr. Jan-Hendrik Schumann am Projekt beteiligt. „Unsere Aufgabe bestand in beiden Projekten darin, die wissenschaftliche Begleitforschung federführend zu gestalten. Durch die kontinuierliche Einbindung der Perspektive von Nutzerinnen und Nutzern konnten technische Entwicklungen frühzeitig hinsichtlich Akzeptanz, Anwendbarkeit und Marktfähigkeit bewertet und zielgerichtet weiterentwickelt werden.“ erläutert Dr. Stefan Mang, Geschäftsführer des Instituts CENTOURIS.

Auf Grundlage der Projektarbeiten entstand zudem der erste kommerziell verfügbare V2G-Stromtarif in Deutschland. Kundinnen und Kunden erhalten für jede Stunde, in der ihr Fahrzeug für netzdienliche Anwendungen zur Verfügung steht, eine feste Vergütung – unabhängig von Volatilitäten am Strommarkt. Dadurch sind jährliche Bonuszahlungen von bis zu 720 Euro möglich.

Auch wenn bei der Preisverleihung in München die bayerischen Projektpartner im Mittelpunkt standen, steht hinter dem Erfolg von BDL und BDL Next die Arbeit eines starken Konsortiums. „Für die Universität Passau und unser Projektteam ist diese Auszeichnung eine große Anerkennung unserer gemeinsamen Arbeit. Sie zeigt, dass wir als Universität Passau mit unserer an-wendungsorientierten Forschung einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung innovativer Lösungen leisten und wissenschaftliche Exzellenz erfolgreich mit den Anforderungen der Praxis verbinden“ so Prof. Dr. Jan-Hendrik Schumann, Präsident der Universität Passau.

Unser Dank gilt allen Konsortialpartnern, die BDL und BDL Next über viele Jahre hinweg mit ihrer Expertise, ihrem Engagement und ihrer engen Zusammenarbeit begleitet haben. Die Auszeichnung ist das Ergebnis dieser gemeinsamen Leistung.

Weitere Infos zum Bayerischen Energiepreis 2026:www.stmwi.bayern.de/wettbewerbe/bayerischer-energiepreis/

Förderung

Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert (Förderkennzeichen: 01MV23013A, 01MV23013F). Träger des auf drei Jahre angelegten Pilotprojekts ist das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Pressekontakt CENTOURIS

Dr. Stefan Mang
Geschäftsführer CENTOURIS
E-Mail:stefan.mang@uni-passau.de

Kontakt

Referat für Medienarbeit

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an:

Nicola Jacobi und Tanja Daller
Tel.: +49 851 509-1434, -1450
kommunikation@uni-passau.de

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