Die Veranstaltung war Teil des Projekts PReP Me (Phasenvernetzendes Reflexions- und Praxisprojekt Lehrkräftebildung Mittelschule) welches am Praktikumsamt für Grund- und Mittelschulen am Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik (ZLF) angesiedelt ist. Ziel des Projekts ist es, die Zusammenarbeit zwischen Universität und Schulen zu intensivieren und Lehramtsstudierende systematisch in ihrer professionellen Entwicklung zu begleiten. Gefördert wird PReP Me vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft.
Im Mittelpunkt der Fortbildung stand die Weiterentwicklung des Konzepts für das sogenannte Exercitium Paedagogicum – eine besondere Praktikumsform für Lehramtsstudierende an der Universität Passau: „Über ein ganzes Schuljahr hinweg begleiten die Studierenden je eine Lehrkraft im Schulalltag und sammeln so frühzeitig intensive Praxis-Erfahrung “, erklärt Dr. Magdalena Sonnleitner, Leiterin des Praktikumsamts für Grund- und Mittelschulen und Projektleiterin von PReP Me. „Im Projekt übernehmen die Buddy-Lehrkräfte, die sich in unserer Fortbildung qualifiziert haben, die Betreuung der teilnehmenden Studierenden an der Schule und erleichtern ihnen den Einstieg in den Beruf.“
Bei der zweitägigen Fortbildung arbeiteten die Lehrerinnen und Lehrer gemeinsam an konkreten Bausteinen für diese Begleitung: Ausgewählt wurden sechs sogenannte Core Practices – professionelle Kernpraktiken, die den Studierenden Orientierung für ihr erstes Praktikum geben sollen. Diese reichen von der Gestaltung organisatorischer Abläufe über wertschätzende Kommunikation in Unterrichtsgesprächen bis hin zum professionellen Umgang mit Störungen im Unterricht.
Zentrales Ziel der Fortbildung war ein gemeinsames Verständnis davon zu vermitteln, wie Professionalisierung gelingen kann: Studierende sollen den Unterricht zunächst gezielt beobachten, ihre Erfahrungen gemeinsam mit den Buddy-Lehrkräften reflektieren und daraus schrittweise eigenes professionelles Handeln ableiten. Universitäres Begleitseminar und Praktikum greifen dabei eng ineinander und schaffen so einen kontinuierlichen Lernprozess. Darüber hinaus entwickelten die Teilnehmenden Ideen, wie Lehramtsstudierende bereits vor Beginn ihres Praktikums auf ihre neue Rolle als Lehrkraft vorbereitet werden können. Hierbei standen Fragen des professionellen Auftretens, der Rollenklärung und einer gelungenen Zusammenarbeit mit den Buddy-Lehrkräften im Mittelpunkt.
„Am zweiten Fortbildungstag haben wir mit den Lehrkräften erste Konzepte für ein Kooperationsseminar entwickelt, das Studierende, Schulen und Universität noch enger miteinander vernetzen soll“, berichtet Mittelschulmentorin und PReP Me-Projektkoordinatorin Simone Rauch. „Es entstand zum Beispiel ein gemeinsames Konzept zum Thema Medienkonsum, in dem die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehramtsstudierenden aktuelle Fragen der Mediennutzung und Medienkompetenz bearbeiten.“ Dies zeigt, dass PReP Me weit über die Begleitung eines Praktikums hinausgeht und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Universität und Schulen eröffnet.
Geleitet wurde die Fortbildung von Dr. Magdalena Sonnleitner sowie Simone Rauch, mit Unterstützung von Seminarrektorin Melanie Neulinger-Seil und Michael Freund (Tutor am Praktikumsamt), die ihre Erfahrungen aus Schule und Lehrkräftebildung in die Arbeitsgruppen einbrachten. Die intensive Zusammenarbeit zeigte eindrucksvoll, wie viel Expertise in den Schulen der Region vorhanden ist. Die entwickelten Konzepte bilden nun die Grundlage für die weitere Umsetzung von PReP Me und sollen dazu beitragen, Lehramtsstudierende von Beginn an praxisnah, reflektiert und professionell auf ihren späteren Beruf vorzubereiten.