Welche Schwerpunkte setzt die Universität Passau in Forschung und Lehre sowie der Hochschulentwicklung und wie kann sie mit ihrer Forschung in den Bereichen Digitale Plattformen, KI und Sprache, Cybersicherheit und Datenschutz sowie resiliente Demokratien zur Stärkung des Wissenschaftsstandortes Deutschland beitragen? Darüber hat sich der SPD-Bundestagsabgeordnete Johannes Schätzl mit dem Präsidenten der Universität Passau, Prof. Dr. Jan Hendrik Schumann, ausgetauscht, der nun seit rund 100 Tagen im Amt ist. Neben der Exzellenzforschung und Forschungsförderung wurden insbesondere die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Universität in Blick genommen, sowie die Möglichkeiten für eine engere Zusammenarbeit zwischen Politik und Wissenschaft erörtert.
Präsident Schumann gab Einblicke in die geplante strategische Weiterentwicklung der Forschungsschwerpunkte an der Universität: „Durch einen speziell entwickelten Strategieprozess konnten wir vier Profil- und drei Potenzialfelder definieren, die in den kommenden Jahren mit Hilfe von Drittmitteln und DFG-Geldern gefördert und weiter ausgebaut werden sollen.“ Ziel dieses Prozesses sei es, die Stärken der Universität in Forschung, Lehre und Internationalisierung weiter voranzutreiben.
MdB Schätzl und Präsident Schumann sprachen zudem über die internationale Ausrichtung der Passauer Universität. „Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen müssen länderübergreifende Kooperationen unbedingt gestärkt werden“, machte der Universitätspräsident klar. „In Zeiten, in denen die wissenschaftliche Freiheit zusehends unter Druck gerät, müssen wir uns mit vereinten Kräften für einen offenen Austausch und Forschungsfreiheit einsetzen.“ Schumann und Schätzl waren sich einig, dass Partnerschaften mit ausländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen einen wesentlichen Erfolgsfaktor für Deutschland als Wissenschaftsstandort darstellen.
In diesem Kontext betonte man seitens der Universitätsleitung die Bedeutung internationaler Studierender sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. „Ohne den steten Austausch zwischen internationalen Partnern würde wissenschaftliche Forschung in ihrer jetzigen Form schlicht nicht existieren“, machte Schumann deutlich. „Nur durch konstanten Wissensaustausch und -transfer kann das hohe Niveau unserer Forschung gehalten werden, weshalb wir Kooperationen kontinuierlich fördern.“
Digitalpolitiker Schätzl, selbst Informatikabsolvent der Universität Passau, lobte im Gespräch die herausragende Rolle der Universität im Bereich der Cybersecurity. „In Zeiten, in denen wir fast täglich Cyberangriffe auf unsere kritische Infrastruktur beobachten können, ist es von enormer Relevanz, dass wir unsere Widerstandsfähigkeit konstant erhöhen“, so der SPD-Abgeordnete. Weiter sagte er: „Um unsere Infrastruktur resilienter gegen solche Angriffe zu machen, braucht es in Zukunft enorme Investitionen. Hier sind Politik und Forschung gleichermaßen gefragt.“
Abschließend sprachen beide über Fragen der Finanzierung, auch im Hinblick auf den Aufbau des Medizincampus Niederbayern. „Wie viele öffentliche Einrichtungen stehen wir als Universität vor stetig steigenden Energie- und Betriebskosten sowie einem hohen Investitionsbedarf bei Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz“, gab Präsident Schumann zu Protokoll. Die Universität sei jedoch in einem engen, kontinuierlichen Austausch mit dem bayerischen Wissenschaftsministerium, um nachhaltige und zukunftsorientierte Strukturen für die künftige Hochschulentwicklung zu schaffen. MdB Schätzl sagte außerdem zu, die Anliegen der Universität Passau an die entsprechenden Kolleginnen und Kollegen in den Fachausschüssen im Bundestag weiterzuteilen, um den Standort Passau langfristig zu fördern.