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Tagung für Praktische Philosophie: von Moral bis KI

Ende September hat zum dritten Mal die Tagung für Praktische Philosophie an der Universität Passau stattgefunden. Über 250 Teilnehmende diskutierten philosophische Fragen, die von der antiken Moralpsychologie bis zur gegenwärtigen KI-Ethik reichten.

| Lesedauer: 2 Min.

Viele Gespräche wurden auf der Tagung für Praktische Philosophie auch in den Vortragspausen geführt; Foto: Universität Passau

Viele Gespräche wurden auf der Tagung für Praktische Philosophie auch in den Vortragspausen geführt; Foto: Universität Passau

Das Programm der größten jährlichen deutschsprachigen Philosophietagung am 24. und 25. September in Passau bot eine enorme thematische Bandbreite, die bereits in den beiden Plenarvorträge anklang: Zur Begrüßung sprach Prof. Dr. Christof Rapp, Professor für Antike Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er stellte den antiken Gedanken zur Diskussion, dass unmoralisches Handeln die Lebensqualität beeinträchtigt, während moralisches Handeln auch zu einem erfüllten Leben beiträgt. Im Kontrast dazu befasste sich der abschließende Plenarvortrag mit ethischen Fragen künstlicher Intelligenz: Prof. Dr. Judith Simon, Professorin für Ethik in der Informationstechnologie an der Universität Hamburg, zeigte auf, welche Täuschungsformen in der Interaktion mit digitalen Systemen auftreten und wie sie gesellschaftliche Praktiken des Vertrauens gefährden.

Zwischen diesen Rahmenvorträgen wurden in über 200 Fachvorträgen Themen der Praktischen Philosophie diskutiert – von Forschungsbeiträgen zu moralischen Dilemmata, über die Ethik der Kommunikation bis hin zu aktuellen Debatten im Bereich der Tierethik. Schwerpunkte lagen in den Bereichen Umweltethik und Digitalisierung sowie auf Fragen der politischen Philosophie. Darüber hinaus trugen auch philosophische Fachgesellschaften und Arbeitsgemeinschaften Panels zu ihren Themen bei, darunter erstmals auch die Junge DGPhil, eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Philosophie (DGPhil), und die Gesellschaft für Philosophie des Mittelalters und der Renaissance. Ein eigener Programmteil wurde zudem im Bereich Bildungsphilosophie und Didaktik angeboten, der auch von Lehrkräften zur Fortbildung besucht werden konnte.

„Praktische Philosophie ist heute wichtiger und relevanter denn je: Sie beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens“, so Prof. Dr. Karoline Reinhardt, wissenschaftliche Leiterin der Tagung und Inhaberin der Professur für Angewandte Ethik an der Universität Passau. „In den Plenarvorträgen wie in den Panelvorträgen wurde deutlich, dass sich die Praktische Philosophie mittlerweile stark angewandten Fragen widmet. Die Tagung bietet damit nicht nur einen Ort für den fachlichen Austausch, sondern auch für das gemeinsame Nachdenken über Fragen, die unsere Gesellschaft insgesamt gegenwärtig beschäftigen“, fasst Reinhardt ihre Eindrücke zusammen.

Die Tagung für Praktische Philosophie wird jährlich von Prof. Dr. Karoline Reinhardt gemeinsam mit Prof. Dr. Birgit Beck, Dr. Gottfried Schweiger und Prof. Dr. Michael Zichy in Passau durchgeführt. Sie wurde in diesem Jahr von der Universität Passau, der Technischen Universität Berlin, der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der Akademie für Politische Bildung Tutzing gefördert.

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Nicola Jacobi und Tanja Daller
Tel.: +49 851 509-1434, -1450
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