Im Philosophicum der Universität Passau begrüßten Vizepräsident Prof. Dr. Maximilian Sailer und Studiendirektor Andreas Zenker, Mitarbeiter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern, die anwesenden Schülerinnen und Schüler. Die Zahl der Teilnehmenden an dem Angebot, Studieninhalte und den Studienalltag während eines ganzen Semesters kennenzulernen war in diesem Jahr so hoch wie noch nie: Erstmals haben 44 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Gymnasien in ganz Niederbayern teilgenommen. Die teilweise großen Anfahrtswege haben sie in Kauf genommen, um regelmäßig Vorlesungen am Campus der Uni Passau zu besuchen.
Prof. Dr. Maximilian Sailer erkundigte sich vor seinem Grußwort bei den Schülerinnen und Schülern, welche Überraschungen der Unitag für Sie gebracht hat und inwiefern Sie neue Perspektiven durch diese Erfahrung für sich und ihren künftigen Ausbildungsweg gewinnen konnten. Er betonte: „Das ist eigentlich das Schönste, was Wissenschaft leisten kann: Sie überrascht uns und eröffnet neue Perspektiven.“ In einer Zeit der Unsicherheit und komplexen Weltlage biete Wissenschaft zudem auch persönliche Orientierung: Die im Studium und im wissenschaftlichen Arbeiten erlernte Fähigkeit, die Welt kritisch zu hinterfragen und gut abgewägte Entscheidungen auf der Basis von Fakten zu treffen, sei eine wertvolle und nützliche Fähigkeit, um die Herausforderungen unserer Zeit in einer demokratischen, offenen Gesellschaft zu bewältigen. An die Schülerinnen und Schüler appelliert er, den Einblick in die Wissenschaft und Universitätswelt für die eigene Zukunft zu nutzen: „Wo auch immer Ihr Weg sie letztlich hinführt: Bewahren Sie sich Ihre Neugier, den Mut Fragen zu stellen, und die Offenheit, Chancen zu erkennen und zu ergreifen. Denn genau diese Eigenschaften eröffnen neue Perspektiven – im Studium, im Beruf und im Leben.“
Andreas Zenker würdigte das besondere Engagement der Universität Passau: „Der Unitag Niederbayern, der in diesem Jahr bereits zum neunten Mal an der Universität Passau stattfindet, ist ein herausragendes Projekt. Es zeichnet sich durch den Einsatz und die hohe Motivation aller Beteiligten aus, insbesondere angesichts wachsender Anforderungen. Das ist nicht selbstverständlich, und wir wissen dieses Engagement sehr zu schätzen.“
Im Anschluss präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke und Erlebnisse aus den besuchten Lehrveranstaltungen. Nach einem kleinen Imbiss rundete ein Vortrag von Prof. Dr. Bernhard Stahl, Professor für Internationale Politik an der Universität Passau, die Veranstaltung ab. Das Thema „Krieg gegen den Iran – ohne Ziel und Verstand?“ war dabei für eine hochaktuelle Debatte über die politische Weltlage gewählt.
Das Programm „Unitag“ wird jährlich im Sommersemester ausgerichtet. Es ermöglicht besonders begabten und engagierten Schülerinnen und Schülern aus ganz Niederbayern unter der Begleitung von Studiendirektor Andreas Zenker, Mitarbeiter des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern, einen ersten Einblick in das universitäre Leben. Die Teilnehmenden können dabei frei aus dem regulären Lehrangebot der Universität Passau wählen. Auch nach dem Unitag besteht für Studieninteressierte die Möglichkeit, im Rahmen eines Frühstudiums Lehrveranstaltungen an der Universität Passau zu besuchen.
Der Unitag an der Universität Passau findet auf Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie des Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Niederbayern statt und wird in Zusammenarbeit mit der Studienberatung der Universität Passau organisiert. Das Programm hat zum Ziel, besonders begabte Schülerinnen und Schüler an den Gymnasien in der Region noch stärker zu fördern. Die Gymnasien können pro Schuljahr drei Schülerinnen oder Schüler vorschlagen. Kriterien bei der Auswahl sind dabei nicht nur hervorragende Leistungen, sondern u. a. auch breit gestreute Interessen und ein überdurchschnittliches gesellschaftliches Engagement.