Zentrales Thema der Konferenz war die Schaffung von Rahmenbedingungen für die langfristige, systemisch unterstützte Integration von Internationalisierungsangeboten im Lehramtsstudium. In vielen Bereichen gilt internationale Erfahrung heute als selbstverständlicher und unverzichtbarer Bestandteil der beruflichen Vorbereitung. Auch für angehende Lehrkräfte ist internationale Berufserfahrung von großem Nutzen.
Während der Praktika betreten Lehramtsstudierende nicht nur einen Arbeitsplatz; sie werden direkt in den Bildungsprozess und die tägliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eingebunden. Ein qualitativ hochwertiges internationales Lehrpraktikum erfordert daher nicht nur die organisatorische Koordination der Mobilität, sondern auch stabile Partnerschaften mit Schulen, systematische Unterstützung für Mentorlehrkräfte, eine sorgfältige Vorbereitung der Studierenden auf den Einstieg in unterschiedliche Schulumgebungen sowie institutionelle Rahmenbedingungen, die eine langfristige Zusammenarbeit ermöglichen. Die Konferenz eröffnete daher Diskussionen über die Schaffung stabiler, nachhaltiger Systeme internationaler Lehramtspraxis.
Das TEFE A+ Projekt, koordiniert von der Südböhmischen Universität Budweis gemeinsam mit der Universität Passau sowie Partnerinstitutionen in Bratislava, Budapest, Pamplona und Birmingham, hat über die letzten Jahre ein solches Kooperationssystem aufgebaut. „Unser Modell ermöglicht hochwertige internationale Schulpraktika in authentischen Umfeldern und unterstützt die berufliche Abteilung Kommunikation und Marketing Entwicklung durch hybride Formate wie Blended Intensive Programmes (BIPs)“, so die Projektkoordinatorin Dr. Helena Lohrová. „Internationale Praktika werden somit als Teil langfristiger beruflicher Kooperation in Europa gesehen.“
„Zukünftige Sprachlehrkräfte benötigen neben theoretischem Wissen direkte Erfahrung verschiedener Bildungsumfelder und Schulkulturen“, betont Prof. Dr. Karsten Fitz, Inhaber der Professur für Amerikanistik/Cultural and Media Studies an der Universität Passau. „Englischlehrkräfte lehren heute nicht nur Grammatik, sondern Kommunikation, kritisches Denken und interkulturelle Kompetenz. Internationale Praktika bereiten angehende Lehrkräfte auf vielfältige Schulumfelder vor und stärken ihre berufliche Identität.“
Die Konferenz präsentierte konkrete Ergebnisse des Projekts, einschließlich des TEFE Frameworks (2023), Blended Intensive Programmes und COIL Tools für Reflektion und Kooperation zwischen Studierenden und Mentorlehrkräften. Gut 100 Konferenzteilnehmende diskutierten Möglichkeiten systemischer Unterstützung, darunter auch Vertreterinnen und Vertreter der tschechischen und slowakischen Bildungsministerien.
„Die Internationalisierung der Lehramtsausbildung kann nicht nur auf individuellem Enthusiasmus beruhen“, fasst Matthias Fuchs vom Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik an der Universität Passau zusammen. „Sie erfordert langfristige institutionelle Kooperation, Unterstützung von Partnerschulen und stabile systemische Integration auf europäischer Ebene. Die Universität Passau engagiert sich mit dem TEFE A+ Projekt aktiv für den Aufbau dieses europäischen Systems.“
Das Projekt TEFE+ wird an der Universität Passau in enger interdisziplinärer Kooperation getragen: Verantwortlich für die Koordination und Gestaltung sind das Zentrum für Lehrkräftebildung und Fachdidaktik (vertreten durch Matthias Fuchs und Teresa Fischler), der Lehrstuhl für Erziehungswissenschaften mit dem Schwerpunkt Diversitätsforschung und Bildungsräume der Mittleren Kindheit (Dr. Jonas Scharfenberg) sowie die Professur für Amerikanistik/Cultural and Media Studies (Prof. Dr. Karsten Fitz).