Schätzungen zufolge leben weltweit über 12 Millionen Menschen, die unter dem Sammelbegriff Roma zusammengefasst werden, davon circa zehn Millionen in Europa. Damit gelten sie als Europas größte ethnische Minderheit. Das Passau International Centre for Advanced Interdisciplinary Studies, in Zusammenarbeit mit der Professur für Romanistik mit Schwerpunkt Frankreich an der Universität Passau, und dem Verein Ceija Stojka International Association, freut sich, eine Veranstaltungsreihe zu präsentieren, die Kunst, Literatur und Film von Roma und Sinti in ihrer Eigenständigkeit und künstlerischen Wertigkeit definiert und würdigt. Dazu gehören eine Ausstellung und ein Workshop zu den Werken von Ceija Stojka, einer renommierten österreichischen Romni Schriftstellerin, Künstlerin, Aktivistin und Überlebenden dreier Konzentrationslager; und ein wissenschaftliches Kolloquium über Literatur, Film und Kunst von Roma und Sinti in Europa, sowie ein Konzert mit Lesung des französischen Roma Musikers und Schriftstellers Miguel Haler.
Die Veranstaltungstermine im Überblick
2. - 24. März 2026: Ausstellung Ceija Stojka: 'Sage Ja zum Leben' - Träume, Hoffnung, Utopien
5. März 2026, 18 Uhr: Eröffnung der Ausstellung
Zentralbibliothek Universität Passau, Foyer (Innstraße 29)
Die zweisprachige, teilweise dreisprachige (Deutsch/English/Romanes) Ausstellung zeigt Texte und Bilder aus dem Werk von Ceija Stojka (1933-2013). Die Künstlerin stellte seit den 1990er Jahren ihre Werke in Europa, den USA und Japan aus. Nach ihrem Tod nahm die Anzahl und der Umfang der Ausstellungen, Workshops und Veranstaltungen weltweit stetig zu. So finden 2026 Ausstellungen in New York und Besançon (Frankreich) statt, eine weitere ist für 2027 im Museum Belvedere in Wien geplant. Im Mittelpunkt stehen die persönlichen Notiz- und Tagebücher sowie mehr als 30 repräsentative Originalwerke.
Zur Eröffnung wird neben Universitätsvertreterinnen und Vertretern auch Michelle Berger vom Verband deutscher Sinti und Roma Landesverband Bayern, sprechen. Hauptredner ist Romani Rose vom Zentralrat deutscher Sinti und Roma, Geschäftsführer des Dokumentations- und Kulturzentrums deutscher Sinti und Roma. Nuna Stojka liest aus Ceija Stojkas Gedichten
Die Veranstaltung wird umrahmt von Musik der Band „Amenza Ketane“ mit Hojda Stojka, Christian Hinterhauser und Santino Stojka. Amenza Ketane („Zusammen sind wir stark“ auf Romanes) wurde von Ceija Stojka als Sängerin und ihrem Sohn Hojda Stojka gegründet, um die Musik der Roma-Kultur zu bewahren und zu präsentieren und um die Kunst und Geschichte der Familie, insbesondere die von Ceija Stojka, zu vermitteln.
Webseite: https://www.geku.uni-passau.de/romanistik-frankreich/team/drfrench/ausstellung
4. März 2026, 14:00-16:00 Interaktiver Workshop: „Hoffnung - Das war was uns stärkte“
Gemeinsam Leben und Lernen in Europa, e.V. (Leopoldstraße 9, Passau)
Workshop mit einer Lesung von mit Nuna Stojka, Ceija Stojkas Schwiegertochter, und einer Präsentation über Ceija Stojkas Werke und Leben von Carina Kurta, Verein Ceija Stojka International Association. Ziel des Workshops ist es zu erfahren, wie Optimismus, Toleranz und Resilienz im Leben von Ceija Stojka vorherrschen, wie schwierige Lebensgeschichten reflektiert werden sollen, und wie Malen und Schreiben helfen können, Traumata überwinden helfen können. Der Workshop ist öffentlich zugänglich (ab 11 Jahren).
Website Workshop „Hoffnung - Das war was uns stärkte“; Gemeinsam Leben und Lernen in Europa e.V.: https://www.geku.uni-passau.de/romanistik-frankreich/team/drfrench/workshop
6. März 2026, 9:00-17:30 / 7. März 2026, 9:30-16:30: Kolloquium „Dreams, Hopes, Utopias in Literature, Film, and Art by Roma and Sinti in Europe” (in englischer Sprache)
ITZ 017, Universität Passau (Innstraße 43)
Das zweitägige Hybrid-Kolloquium bringt europäische und nordamerikanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Bereichen der Literatur, bildenden Kunst und darstellenden Künsten zusammen, um ihre Forschungsergebnisse zu präsentieren und Ideen auszutauschen. Ziel ist die Entwicklung eines theoretischen Rahmens zur Interpretation der Werke von Roma und Sinti. Die Vielfältigkeit der Forschungsschwerpunkte aus unterschiedlichsten geografischen und thematischen Perspektiven wird hier vereint mit musikalischen Darbietungen, Lesungen und der Präsentation von Originalwerken der Künstlerin vereint.
Website Kolloquium: https://www.geku.uni-passau.de/romanistik-frankreich/team/drfrench/kolloquium
Alle Veranstaltungen sind öffentlich zugänglich und kostenlos.