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Wie aus einem Quiz ein Startup wurde

Aus einem spielerischen Rechtsquiz, bei dem ein Juraprofessor gegen eine KI antrat, ist die Idee für ein Startup entstanden: Prof. Dr. Steffen Herbold, Inhaber des Lehrstuhls für AI Engineering an der Universität Passau, tat sich mit dem Juristen und Passau-Alumnus Sven Galla und dem Informatiker und Softwareentwickler Alexander Trautsch zusammen, um aus der Quiz-Idee ein Unternehmen zu machen. So entstand die AIGHT Legal GmbH, eine Anwaltskanzlei, die sich auf KI-gestützte Rechtsberatung und die rechtliche Beratung zu KI-Anwendungsfällen spezialisiert hat. Ende März hat das Startup ersten Geburtstag gefeiert.

| Lesedauer: 3 Min.

(v.r.n.l.) Prof. Dr. Steffen Herbold, Inhaber des Lehrstuhls für AI Engineering (Wissenschaftlicher  Leiter), Sven Galla, Rechtsanwalt und Alumnus der Universität Passau (Geschäftsführer) und Dr.  Alexander Trautsch, ehemaliger Mitarbeiter am Lehrstuhl für AI Engineering und heute  Softwareentwickler (Technischer Leiter); Foto: AIGHT Legal GmbH

(v.r.n.l.) Prof. Dr. Steffen Herbold, Inhaber des Lehrstuhls für AI Engineering (Wissenschaftlicher Leiter), Sven Galla, Rechtsanwalt und Alumnus der Universität Passau (Geschäftsführer) und Dr. Alexander Trautsch, ehemaliger Mitarbeiter am Lehrstuhl für AI Engineering und heute Softwareentwickler (Technischer Leiter); Foto: AIGHT Legal GmbH

Im November 2024 war die Universität Passau Schauplatz des einmaligen Duells „Kai vs KI“ zwischen dem renommierten Jura-Professor Prof. Dr. Kai von Lewinski, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht an der Universität Passau, und der KI „Juri“, einer von Prof. Dr. Steffen Herbold und seinem Team speziell programmierten Variante von ChatGPT, die darauf trainiert war, gemäß der deutschen Rechtsprechung klare und praxisnahe Antworten zu liefern.

Rechtberatung beim Einsatz von KI

Aus diesem Quiz entwickelten schließlich der Rechtsanwalt und Legal Tech-Experte Sven Galla, der Professor für AI Engineering Dr. Steffen Herbold und der Softwareentwickler Dr. Alexander Trautsch eine Geschäftsidee: eine Kanzlei, in der Rechtsanwälte mit KI-& Software-Experten gemeinsame Produkte entwickeln und anbieten. Sie waren sich sicher: KI kann vielleicht noch keine perfekten juristischen Inhalte generieren, aber mit dem richtigen technischen Ansatz einen Anwalt in seiner Arbeit unterstützen. Am 24. März 2025 erfolgte die offizielle Gründung der AIGHT Legal GmbH, einem Startup, das sich auf KI-gestützte Rechtsberatung und rechtliche Beratung zu KI-Anwendungsfällen spezialisiert hat. Dabei gibt es vor allem zwei Hauptbereiche: (1) KI-unterstützte juristische Erstberatung, die es ermöglicht, Anfragen schneller zu bearbeiten und dem Kunden so innerhalb kurzer Zeit Rückmeldung zu geben. (2) Beratung mit technischer, wissenschaftlicher und juristischer Expertise für Unternehmen, die KI einsetzen möchten. Dabei werden konkrete Anwendungsfälle entwickelt und die technische sowie juristische Machbarkeit beurteilt.

KI als Unterstützung

„Der Kern unseres Unternehmens ist eine eigene KI-Lösung, die den Anwalt in den Mittelpunkt stellt, um eine effiziente Prüfung und Beantwortung zu ermöglichen“, erklärt Geschäftsführer Sven Galla. „Dabei steht nicht die KI, sondern der Mensch im Mittelpunkt. Menschliche Tätigkeit wird nicht ersetzt, sondern unterstützt“, betont er.

Interdisziplinarität ist das, worauf die drei Gründer setzen. „Wir arbeiten jetzt nicht mehr nur in der Forschung, sondern auch in der Wirtschaft interdisziplinär zusammen“, kommentiert KI-Professor und wissenschaftlicher Leiter von AIGHT Legal Steffen Herbold. Während große Konzerne bereits verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzten, zögerten viele mittelständische Betriebe noch, so Herbold. „Dabei zeigen aktuelle Studien: KI kann sehr wirksam eingesetzt werden und zum Beispiel auch bei fehlendem Fachpersonal unterstützen. Aber Anwendungsfälle müssen sorgfältig ausgewählt sein.“ Die Rechtssicherheit ist hier ein zentraler Aspekt. „Von Anfang an rechtliche Aspekte mitzudenken, ist essenziell. Eine nachträgliche Compliance-Anpassung ist oft aufwendiger und teurer als eine durchdachte Vorabplanung“, so die Gründer. Inzwischen betreut AIGHT Legal GmbH die ersten Kunden und führt täglich Beratungen durch, von schriftlichen Onlineberatungen über die Definition von Anwendungsfällen oder der Beurteilung von technischen und rechtlichen Vor- und Nachteilen verschiedener Lösungsvarianten.

Weitere Infos unter www.aight-legal.de

Kontakt

Referat für Medienarbeit

Rückfragen zu dieser Pressemitteilung richten Sie bitte an:

Nicola Jacobi und Tanja Daller
Tel.: +49 851 509-1434, -1450
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